„Einfach zu lernen, schwer zu gewinnen“

Boule-Gruppe des FTSV Jahn-Brinkum steht an Tabellenspitze der Bezirksliga

Vor dem Vereinshaus: Birgit Silberborth (v.l.), Wilhelm Bode, Norbert Karp und Harald Lukaschek.

Brinkum - Von Janna Silinger. Es sind keine Bälle, sondern Kugeln. Das Spielfeld heißt Carrée, und es wird nicht geworfen, es wird gelegt. Das ist den Mitgliedern der Brinkumer Boule-Gruppe wichtig. Im Jahr 1991 riefen einige begeisterte Spieler diese ins Leben. Eines der Gründungsmitglieder war Wilhelm Bode, der auch heute noch Vorsitzender ist. Bester Spieler sei er aber nicht, wie er bescheiden einräumt. Aber darum gehe es nicht. Es gehe um das Miteinander, den Sport, die Entspannung.

Am Rande des Geländes an der Jahnstraße steht eine Holzhütte. Über der Eingangstür hängt ein Schild mit der Aufschrift „Place de la Pétanque“, Pétanque ist der französische Ausdruck für Boule. Das Häuschen ist seit der Jahrtausendwende das Vereinsheim. Und seitdem ein beliebter Treffpunkt der Spieler des FTSV Jahn-Brinkum.

Zum regulären Training trifft sich die Gruppe mittwochs, 17 Uhr, und sonntags, 14.30 Uhr, anfangs an der Grundschule Waldweg, seit 1996 auf dem Gelände in Brinkum. Dort, wo früher der Tennisplatz war, befinden sich heute 16 Carrées von je 3,5 mal zwölf Metern, in der Mitte Sitzgelegenheiten und eine kleine Grünfläche.

In der Regel sind 15 bis 20 Leute beim Training, berichtet der Vorsitzende. Einige kommen dafür extra aus Bremen. Alter oder Können spielen zunächst keine Rolle. „Im Gegenteil, wir freuen uns über alle neuen Gesichter“, erklärt Bode.

Ein großer Vorteil: „Boule kann man auch im Alter noch spielen“, meint Bastel Weßling. Der Pensionär habe nach einem Hobby gesucht und sei dann mehr oder weniger zufällig zu diesem gekommen. „Und damit bin ich sehr glücklich.“

Auch Mitglied Norbert Karp ist überzeugt von dem Sport. „Man kann jederzeit anfangen und muss dann einfach üben.“ Technik und Taktik seien der Schlüssel zum Erfolg. Mit genügend, aber nicht zu viel Kraft legen, hin und wieder eine andere Kugel wegzustoßen, in anderen Situationen möglichst nah an das „Schweinchen“ (den kleinen Holzball, der zu Beginn geworfen wird) legen.

Die Kugel muss möglichst nah am „Schweinchen“ liegen bleiben. - Fotos: Silinger

„Boule ist einfach zu lernen, aber schwer zu gewinnen“, sei der Standardspruch des Mannschaftsführers Harald Lukaschek.

Der Verein lädt jeden ersten Mittwoch im Monat zu einem Miniturnier ein. Dabei wird nicht nur gespielt. Es ist auch ein soziales Zusammentreffen. Die Teilnehmer grillen, tauschen sich aus. Alle sind per du, geben sich Tipps, unterstützen sich gegenseitig.

Ein Weiteres sei das traditionelle Himmelfahrtsturnier. Dabei gehe es in erster Linie um Spaß. „Das ist ein schönes Familienevent“, so Bode. Und dann ist da noch die Bezirksliga. „Da stehen wir momentan an der Tabellenspitze.“ Auch dafür sucht die Gruppe neue Gesichter, die müssten allerdings schon ein wenig Erfahrung haben, denn der Traum ist es, in die Bezirksoberliga aufzusteigen.

Die einzige Sorge der Vereinsmitglieder ist die Zukunft der Sporthalle neben ihrem Gelände. Dort werden bald keine Kurse mehr gegeben, weil die Halle dafür saniert werden müsste. Das lohne sich aber nicht. Für die Boule-Spieler ist sie jedoch wichtig, zumal sich dort die Toiletten und die Umkleideräume befinden. „Außerdem braucht die Kita auf der anderen Straßenseite einen Bewegungsraum und dafür reicht der derzeitige Zustand, da die Kinder ja keinen Leistungssport machen“, meint Bode. Er weiß, dass ohne Halle auch die Plätze verlegt werden müssten. Obwohl diese optimal seien: organisch umwachsen, natürlicher Schatten und guter Boden. Das wolle man nicht einfach aufgeben. „Und auch für den Ortsteil ist das toll, dass nicht alles bebaut ist, hier ein wenig Platz ist.“ Eine weitere Idee ist es, in der Halle Innen-Carrées zu errichten. Das gebe es sonst nur in Hamburg. Im Winter könne man damit vermutlich durch Eintrittskosten Geld verdienen. Davon sind auch die anderen Mitglieder überzeugt. Es gibt viele, die sich für den Sport interessieren und nicht nur von Frühling bis Herbst spielen wollten.

Informationen zum Verein gibt es unter 0421/80 86 17 oder online.

www.jahn-brinkum.de/de/sportangebote/ballsport/boule/

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