Von einer flatternden Plane zum abschließbaren Zelt

Zum 28. Mal Aussteller beim Stuhrer Weihnachtsmarkt 

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Ohne das Ehepaar Janssen kein Stuhrer Weihnachtsmarkt: Zum 28. Mal bieten die Kirchweyher ihre Dekorationen und Stofftiere an.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Wenn am Samstag, 16. Dezember, der Stuhrer Weihnachtsmarkt öffnet, dann ist es bereits die 30. Veranstaltung dieser Art im und am Rathaus an der Blockener Straße. Was die insgesamt 110 Standplätze drinnen und draußen angeht, kündigt Henning Sittauer von der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu) wieder eine Mischung aus Neuem und Bewährtem an.

Zu den sehr bewährten Ausstellern, eigentlich gar nicht mehr wegzudenken aus dem bunten Treiben, gehört das Ehepaar Siebeldine und Rolf Janssen aus Kirchweyhe. Die beiden kommen seit 1989 und damit zum 28. Mal mit ihrer weihnachtlich dekorativen Hobbykunst nach Stuhr. Dass niemand häufiger teilgenommen hat, ist verbrieft. „Aber wir sind wohl auch die Ältesten“, vermutet Siebeldine Janssen. Sie und ihr Mann zählen beide 80 Jahre.

Die Janssens sind ein kleines Hobbykunst-Familienunternehmen. Rolf Janssen produziert Lichterbögen, kleine Spiele und Kerzen aus Holz, die Schwiegertochter steuert Stofffiguren bei. Gemeinsam mit dem Sohn und den beiden Enkeln betreut Siebeldine Janssen an den beiden Tagen den Stand. Ihr Ehemann ist nach einer Krankheit zwar nicht mehr vor Ort, doch sein künstlerischer Eifer ist ungebremst. Das ganze Jahr über beschäftige er sich „immer mal wieder“ damit, sagt er, ab Sommer verstärkt. Für einen Lichterbogen mit elektrischen Kerzen brauche er ungefähr eine Woche. „Ich säge das alles mit der Hand aus.“ Die Idee sei ihm gekommen, als er eine solche Dekoration bei Bekannten gesehen habe.

Mit den Jahren nahm der Komfort zu

Wenn sich Rolf Janssen an die Anfänge des Markts erinnert, dann fällt ihm zuerst das „einfache Zelt“ ein, in dem er und seine Frau untergebracht waren. „Eine flatternde Plane, kein Boden, nur Stroh ausgelegt. Abends mussten wir alles wieder abbauen, man konnte da ja ohne Weiteres reingehen“, erzählt er. „Die haben ganz primitiv angefangen.“

Mit den Jahren nahm der Komfort zu. Laut Janssen hatte das nächste Zelt bereits einen Boden und war mit einem Heizstrahler ausgestattet. Die dritte Version war sogar abschließbar, das lästige Ein- und Auspacken gehörte der Vergangenheit an.

Viel erlebt

Das Ehepaar hat buchstäblich stürmische Zeiten auf dem Markt erlebt. „Einmal war es so schlimm, dass der Sturm das Zelt kaputtgemacht hat“, berichtet Rolf Janssen. Der damalige und inzwischen verstorbene Isu-Vorsitzende Harald Krokat habe ihnen einen Platz im Rathaus angeboten, „aber das wollten wir nicht. Da wäre es dann zu eng gewesen, und wir hätten mit unseren Sachen die Treppe hochgemusst“.

Die Isu habe sich sehr kulant gezeigt: „Im Jahr danach brauchten wir keine Standgebühren bezahlen. Das waren übrigens nie mehr als 50 Mark oder 25 Euro.“ Von Krokat spricht das Paar in höchsten Tönen. „Immer sympathisch, verlässlich und hilfsbereit, aber das können wir auch über seine Nachfolger sagen.“

Spaß muss sein

Früher hatten die Janssens auch andere Weihnachtsmärkte bereist, waren in Leeste, Esens und Aurich präsent. Inzwischen ist nur noch Stuhr übrig geblieben. „Das ist der schönste Markt. Wir haben hier immer viel Spaß gehabt“, sagen die beiden. Und nicht nur das.

Unterm Strich, lassen die Janssens durchblicken, hat auch die Kasse meistens gestimmt. „In Stuhr kann man gute Geschäfte machen. Da sitzt das Geld“, sagt Siebeldine Janssen und lacht. Ihr Mann drückt das zurückhaltender aus, meint aber wohl dasselbe: „Wir sind da immer zufrieden weggefahren.“

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