Mehrfamilienhaus steht in Flammen: Ein Schwerverletzter, 100.000 Euro Schaden

Aus einem Sofabrand wird in Moordeich ein Großeinsatz

Zur Behandlung der evakuierten Personen haben die Helfer eine Sammelstelle eingerichtet. Von dort wurden die Betroffenen zum Stuhrer Feuerwehrhaus gebracht. - Foto: Kater

Moordeich - Von Andreas Hapke. Beim Brand eines Mehrfamilienhauses an der Varreler Landstraße hat ein 46-Jähriger in der Nacht zum Freitag eine schwere Rauchgasvergiftung erlitten. Er kam in ein Krankenhaus, weitere 19 vorsorglich vom Notarzt untersuchte Bewohner blieben unverletzt. Nach Polizeiangaben stand die Ursache des Unglücks gestern Abend noch nicht fest, die Ermittlungen dauern an. Der Schaden beläuft sich auf schätzungsweise 100.000 Euro.

Der Feuerwehr wurde gegen 23.40 Uhr zunächst ein brennendes Sofa gemeldet. Beim Eintreffen der Löschkräfte schlugen die Flammen aber schon meterhoch aus der betroffenen Wohnung im ersten Obergeschoss, vor deren Eingangstür die Helfer den schwer verletzten Mann fanden. Laut Polizei konnte er gestern noch nicht zu dem Vorfall befragt werden.

Wegen der starken Rauchentwicklung im Treppenhaus und in den benachbarten Wohnungen machte sich die Feuerwehr daran, unter Atemschutz weitere Bewohner zu evakuieren. Da einige von ihnen ebenfalls über Symptome einer Rauchgasvergiftung klagten, wurden auch sie ärztlich untersucht. Um diese 19 Personen kümmerte sich Notarzt Andreas Challies, um den schwer verletzten 46-Jährigen sein Kollege. Eigens dafür war eine Sammelstelle auf einem nahe gelegenen Parkplatz eingerichtet worden.

„Das war natürlich erst einmal eine Herausforderung für den Rettungsdienst“, sagte Challies auf Nachfrage dieser Zeitung. „Doch uns war sehr schnell klar, dass die übrigen Bewohner nur leicht verletzt sein konnten. Deshalb haben wir das gut abarbeiten können.“ Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr habe „wie immer exzellent“ funktioniert.

Neben den Feuerwehren aus Stuhr und Brinkum sowie dem Einsatzleitwagen aus Fahrenhorst mit insgesamt 50 Helfern waren zwei Notärzte und der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes mit mehreren Wagen an der Einsatzstelle. Die Leitung hatte der Stuhrer Ortsbrandmeister Rainer Troue.

Laut Feuerwehrpressesprecher Christian Tümena sind in den zwölf Wohnungen des Hauses an der Varreler Landstraße insgesamt 24 Personen gemeldet. Eine ist verzogen, drei befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks nicht im Gebäude. Elf Trupps kümmerten sich unter Atemschutz um Brandbekämpfung und Menschenrettung. Sie lüfteten das Gebäude anschließend mit einem Hochdrucklüfter.

Nach einem Augenzeugenbericht standen die evakuierten Mieter „nur mit Nachthemd oder ähnlichem bekleidet auf der Straße“. Das DRK brachte sie in seinen Bussen zunächst in das Feuerwehrhaus in Stuhr, wo sie mit Getränken, Essen und Decken versorgt wurden.

Der um 0.45 Uhr alarmierte Hartmut Martens, Fachbereichsleiter Verkehr, Ordnung und Soziales, machte sich im Feuerwehrhaus an die Erfassung der persönlichen Daten. Wer kommt bei Freunden oder Verwandten unter? Für wen muss die Gemeinde eine Bleibe suchen? „Für die Beseitigung der Gefahr Obdachlosigkeit ist die Gemeinde zuständig. Es soll ja niemand in der Nacht mit einem Kaffee in der Ecke stehen“, sagte Martens. Am Ende vermittelte er sechs Personen in zwei umliegende Hotels.

Auch der Rathausmitarbeiter lobte die „großartige“ Zusammenarbeit von DRK und Feuerwehr. „Gemeinsam mit der Polizei haben sie das besonnen und ineinander verzahnt gemacht.“

Das Domizil des Schwerverletzten ist vollständig ausgebrannt. Die meisten Wohnungen können aber nach Auskunft Martens’ wieder genutzt werden. „Sollte ein Mieter nicht zurückkehren können und auch keine sonstige Übernachtungsmöglichkeit finden, müsste die Gemeinde wieder einspringen“, sagte er. Dazu hätten sich die Betroffenen gestern Abend bis 20 Uhr bei der Polizei obdachlos melden müssen. Die Bereitschaftsnummern der Gemeinde sind bei den Beamten hinterlegt.

Der Einsatz der Feuerwehr war nach dreieinhalb Stunden beendet. In dieser Zeit war die Varreler Landstraße komplett gesperrt.

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