Unterstützung für Ehrenamtliche

Paten-Treffen für Migrationshelfer soll dem Erfahrungsaustausch dienen

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Der Integrationshelfer Hussein Moubarak (r.) und der „erfolgreiche Pate“ Uwe Ströhmann nehmen die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Daniela Gräf, in ihre Mitte.

Brinkum - Von Andreas Hapke. „Einsamkeit führt zu vielem, aber nicht zu Integration“ – wer das sagt, muss es wissen: Hussein Moubarak ist Integrationshelfer beim Sozialen Service der Gemeinde Stuhr und war in jungen Jahren selbst als Flüchtling aus dem Libanon nach Deutschland gekommen. Gemeinsam mit Daniela Gräf, Leiterin des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Brinkum, möchte er ein Paten-Treffen für alle auf die Beine stellen, die Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich und persönlich betreuen wollen. Los geht es am Donnerstag, 5. Juli, um 18.30 Uhr.

Ab dann sollen aktive Paten jeden ersten Donnerstag im Monat im MGH zusammenkommen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und wichtige Informationen weiterzugeben. Außerdem soll das Angebot Interessierten als „Einstiegshilfe für eine Patenschaft“ dienen. Heißt: Es dürften ruhig etwas mehr Ehrenamtliche sein. 

„Paten leisten eine hervorragende Arbeit. Aber es gibt auch eine große Fluktuation“, stellt Moubarak fest. Insgesamt habe die Hilfsbereitschaft seit 2015 etwas nachgelassen. „Es kommen Flüchtlinge dazu, aber wenige Helfer.“

Die Idee für den Treff geht auf die von Bürgermeister Niels Thomsen einberufene Arbeitsgruppe (AG) Integration zurück, die am Donnerstagabend zum dritten Mal getagt hat. Laut Daniela Gräf ging es bei der AG zunächst darum, vorhandene Strukturen in der Hilfe für Flüchtlinge zu hinterfragen, sich einen Überblick über die verschiedenen Ebenen der Unterstützung zu verschaffen, Erfahrungen und Ideen auszutauschen und gegebenenfalls neue Strukturen zu entwickeln. 

Viele, die eine Arbeitsstelle fanden, hatten auch einen Betreuer

„Alle waren sich einig, dass Paten wichtig für die Integration sind“, sagt Daniela Gräf. Ihre Recherchen hätten ergeben, dass es noch kein Treffen für diese Ehrenamtlichen gab. „Wir haben in den vergangenen Jahren vielen Flüchtlingen geholfen, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Zu 95 Prozent hatten diese Leute Paten oder persönliche Betreuer“, fügt Moubarak hinzu.

Der Integrationshelfer meint Menschen wie Uwe Ströhmann. Der ehemalige Berufssoldat engagiert sich bereits seit Herbst 2015 und betreut zurzeit eine syrische und eine afghanische Familie. „Der Sohn der syrischen Familie fängt im September mit dem Studium an, der Vater der afghanischen Familie mit der Ausbildung“, berichtet Ströhmann. Nicht zuletzt deshalb bezeichnet ihn Daniela Gräf als einen „erfolgreichen Paten“.

Er sei über Freunde an das Ehrenamt gekommen, erzählt Ströhmann. Zunächst sei er „Aushilfspate“ gewesen, dann durch sein Interesse an anderen Traditionen und Kulturen am Ball geblieben. 

Mehr als Neugier, Unvoreingenommenheit und eine gewisse Lockerheit benötige ein Pate für seine Tätigkeit nicht. „Und wenn die Chemie nicht stimmt, muss man so ehrlich sein, die Patenschaft zu beenden“, sagt Ströhmann. In einem Fall habe er so verfahren müssen. „Aber aufgeben zählt nicht. Es gibt so viele Menschen, die Unterstützung benötigen.“

Der Aufwand für die Helfer nimmt mit der Zeit ab

Von der Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen über Behördengänge bis hin zu Arztbesuchen: Anfangs seien seine Patenschaften zeitaufwendig gewesen, erinnert sich Ströhmann, doch inzwischen würden die Familien das meiste selbst schaffen. Verständigungsprobleme würden sich mit der Zeit ebenfalls erledigen, da die Flüchtlinge die deutsche Sprache lernten.

„Der Treff ist nicht nur ein Kaffeeklatsch“, betont Daniela Gräf. Bei Bedarf gebe es die Möglichkeit, zu bestimmten Themen Referenten einzuladen. „Wenn Paten Unterstützung brauchen, wollen wir ihnen die Unterstützung geben“, sagt Moubarak.

Er steht Interessierten für sogenannte Paten-Erstgespräche zur Verfügung. „Ich versuche dann, einen Flüchtling zu finden, so dass die Chemie zwischen den beiden stimmt.“ Auch außerhalb des Treffs wäre er bei der Kontaktaufnahme mit einem Flüchtling behilflich.

Manche Leute hätten Angst vor dem Wort „Pate“, weiß Moubarak. „So nach dem Motto: Jetzt muss ich mich binden. Doch das ist eine freiwillige Geschichte. Der eine hat eine Stunde, der andere eine Woche pro Monat Zeit.“ 90 Minuten in der Backstube des MGH am 5. Juli wären ein Anfang.

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