Eine nicht nur musikalische Zeitreise mit der Band „The Rascals“ vor ausverkauftem Haus in Varrel

Als der Rock ’n’ Roll in die Gutsscheune kam...

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„The Rascals“ treffen mit der Musik der 50er- und 60er-Jahre den Geschmack des Publikums. Tessa und Olivia sind als Tänzerinnen und Hingucker dabei.

Varrel - Von Rainer Jysch. Helmut Frank hat es mit seinem Verein „A heart for Stuhr“ wieder einmal geschafft, mit hochkarätigen Musikern ein großartiges Programm auf die Beine zu stellen. Am Freitagabend holte er die legendäre Bremer Rock-’n’-Roll-Formation „The Rascals“ auf die Bühne der Varreler Gutsscheune. Als „supertolle, affengeile Mega-Rock-’n’-Roll-Show“ hatte Frank das Konzert angekündigt; und er hatte nicht übertrieben.

Die neunköpfige Band legte thematisch den Rückwärtsgang ein und entführte ihre Zuhörer in eine Zeit, in der die meisten noch als Teenager zur Schule oder in die Lehre gegangen waren. DJ Harald „Popp“ Steinbrink moderierte diese musikalische Zeitreise in die 50er- und 60er-Jahre mit flotten Sprüchen und einer Vielzahl von aufwändig zusammengestellten Videoclips, alten Werbefilmen, Trailern, Bühnenshows und Ausschnitten amerikanischer TV-Serien aus längst vergangenen Tagen. „Hunderte von Stunden“ habe er damit zugebracht. So gelang es dem „Reiseleiter“ und „Archivar der Zeit“ Steinbrink, beim amüsierten Publikum Wissenslücken zu schließen oder Vergessenes wieder in Erinnerung zu rufen. Kinos hießen damals Lichtspielhäuser, Jungs schmierten sich Brisk in die Haare, und Rock-’n’-Roll-Klänge gab es nur von Radio Luxemburg aus London.

Buddy Holley, Bill Haley, Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Cliff Richard mit den Shadows und natürlich Elvis Presley waren die frühen Idole damaliger Teenager. Nicht zu vergessen: Little Richard, dessen „Tutti frutti“ die „Rascals“ als eines der ersten Stücke spielten. Auch Fats Domino fehlte nicht in dieser Liga weltbekannter Interpreten. „Lazy Lady“ von 1964, „Blueberry Hill“ und „Walking to New Orleans“ bekam das begeisterte Publikum in der ausverkauften Gutsscheune ebenfalls zu hören. Es dauerte nicht lange, bis einige Besucher in den hinteren Reihen das Tanzbein schwangen.

„The Rascals“ lieferten mit ihrem umfangreichen Instrumentensatz einen satten Sound, der an keiner Stelle aufdringlich oder zu laut klang. Die Hobby-Rocker sind alle schon im Rentenalter oder stehen kurz davor. Knapp 600 Jahre Lebenserfahrung bringen sie auf die Bühne. Der Jüngste zählt 56 Jahre, der Älteste 71. Zu den Gründern der Ur-„Rascals“, die früher in Bremer Jugendheimen zum Tanz aufspielten, gehören Günter Rohlfs (Sologitarre/Gesang) und Erwin Altevogt (Keyboard/Gesang). Auch Jürgen Freitag (Bass/Gesang) und Peter Baumgarten (Sologitarre) waren schon bei den Anfängen dabei. Inzwischen werden sie unterstützt von Patrick Arens (Sologitarre), Reinhard Fendt und Eddie Bartschat (beide Tenorsaxofon) sowie Mely Schreuder (Baritonsaxofon) und Schlagzeuger Harald Bulmahn. Für das Geschehen auf der Bühne hatten die „Rascals“ (deutsch: die Schurken) zusätzlich zwei attraktive junge Damen engagiert: Olivia und Tessa waren als Show-Girls mit ihren eindrucksvollen Tanzeinlagen Hingucker am Bühnenrand.

„Whole lotta shakin' goin' on“ von Jerry Lee Lewis spielten die Rascals ebenso wie „Lucille“ von Little Richard, Stücke von Bill Haley und „The Wanderer“ von Dion. Die Konterfeis dieser Vorbilder flimmerten während der Performance fast lippensynchron über die Leinwand.

Stücke von Elvis Presley, dem ungekrönten „King of Rock ’n’ Roll“, hatten sich die Musiker für das Finale aufgehoben: „Jailhouse-Rock“ von 1957 und „Hound dog“ heizten die gute Stimmung unter den Gästen in der Gutsscheune zusätzlich an. Oben drauf gab es noch den „Summertime blues“ von Eddie Cochran und einige Riffs aus Jimmy Hendrix’ „Hey Joe“. Welch eine Mega-Rock-’n’-Roll-Show.

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