Beppo Mayr widmet sich in seinem neuen Buch „Blind – Kindersoldaten zum Töten gezwungen“ einem afrikanischem Tabuthema

Eine Lesung, die unter die Haut geht

Beppo Mayr und Sabine Habekost lassen die Gäste im Stuhrer Rathaus aufgewühlt zurück. - Foto: Ehlers

Stuhr - Vertreter von „terre des hommes“ und Amnesty International haben am Donnerstag im Rathaus eine unter die Haut gehende Lesung von Beppo Mayr im Rathaus begleitet.

Ihre Präsenz zeugte davon, wie aktuell das Thema Kindersoldaten ist. Es ist Gegenstand des neuen Werks des ehemaligen Musikpädagogen der KGS Brinkum. Was da als szenische Lesung mit Autor Beppo Mayr und Sabine Habekost abging, verschlug den Zuhörern die Sprache. Immerhin konnten die Gäste bei Auftritten des Gitarristen Stefan Hiller sowie Stefanie Meyer-Diekena und Marlene Rütern (beide Gesang; (alle drei ehemalige KGS-Schüler) etwas Luft holen.

Nach seinem ersten Roman „Verschleppt in der Sahara? In der Hand von Terroristen“ taucht Mayr wieder in die afrikanische Welt und deren Probleme ein. Nicht nur bei zahlreichen Reisen mit seiner Musical-AG hatte er hinter die Kulissen geschaut. Auch über zahlreiche private Kontakte hatte er sich Informationen geholt. „Blind – Kindersoldaten zum Töten gezwungen“ befasst sich wieder mit einem Tabu. Es knüpft gleichzeitig an das 2011 aufgeführte Musical „blind...“ an, das zur großen Überraschung von Mayr bei den Auftritten in Marokko auf großes Interesse gestoßen war.

Erzählt oder besser als Tatsachenbericht dramatisch vor Augen geführt wird die Rekrutierung von Fred und seiner Schwester als Kindersoldaten. Die beiden Geschwister mit deutschen Wurzeln durchleben eine Hölle voller Grausamkeiten. Beppo Mayr lässt kein Detail aus. Die Auszüge aus den einzelnen Kapiteln gehen bis zum Ertragbaren und öffnen die Augen für korrupte, skrupellose Systeme. Was eigentlich ganz weit weg von Stuhr passiert, rückt ganz nah heran und lässt so manchen Gast auf seinem bequemen Stuhl hin und her rücken. Mucksmäuschenstill wird es im Ratssaal, als sich das Gewehr eines Kindes auf die eigenen Großeltern richtet und sie tötet. „Wie schnell man lernt, Gefühle zu vergessen, wenn man selber überleben möchte“ oder die eigene Schwester retten will. Mayrs Roman ist kein Buch zum Abschalten. Vielmehr wühlt es auf und lässt nicht mehr zur Ruhe kommen.

Die Hälfte aus dem Erlös des Buchverkaufs und die bei der Lesung gesammelten Spenden gehen an ein Projekt von „terre des hommes“, das ehemalige syrische Kindersoldaten betreut. - ak

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