Hong Kong Chinese Orchestra bietet zum Jahr der Ratte Konzert auf höchstem Niveau

Eine Kultur voller Anmut und Dynamik

Im interaktiven Teil des Programms trommeln Orchester, Dirigent und Publikum.

Varrel - Von Uwe Goldschmidt. In Hong Kong wurden im Chinese Orchestra Auditorium Konzerte aufgrund der dortigen aktuellen Gesundheitslage abgesagt, in der Gutsscheune Varrel und anderen Aufführungsorten in Europa konnte das Orchester aus der Chinesischen Sonderwaltungszone bisher aber alle Konzerte darbieten. Am Donnerstagabend wurde das Thema Coronavirus beim Neujahrskonzert nicht erwähnt, auch wenn auf den auf Facebook veröffentlichten Probenfotos einige Mitwirkende einen Atemschutz trugen.

Das Konzert ging wie in den Vorjahren auf höchstem Niveau über die Bühne, auch wenn mehr Plätze als gewohnt an diesem Abend unbesetzt blieben.

Die Ratte ist das angesehenste Zeichen des chinesischen Horoskops. Sie symbolisiert Intelligenz, Weitblick, übertriebene Leidenschaft und Skrupellosigkeit. Bei Ratte-Geborenen soll es sich um kreative und gut organisierte Menschen handeln, die häufig sehr beliebt sind. Aus dem Betrachtungswinkel des Horoskops also beste Voraussetzungen für das Orchester, das zuletzt 2011 in Stuhr begrüßt wurde und nun das neue Jahr, welches in China am 24. Januar beginnt, mit einem bemerkenswerten Konzert feierte. Zeitgenössische Kompositionen und traditionelle Melodien aus dem Reich der Mitte boten einen Einblick in eine zum Teil fremde Kultur voller Schönheit, Anmut, Dynamik und Kraft und gossen ein Feuerwerk der Emotionen in ebenso exotische wie faszinierende Töne.

Schon die Instrumentierung war für westliche Augen und Ohren ungewöhnlich: Statt Geigen und Bratschen dominierten die Röhrenspießlauten Erhu und Gaohu das Bild, in den hinteren Orchesterreihen fanden sich unter anderem Saiteninstrumente wie die Ruan oder die Pipa, Bambusflöten (Dizi) oder die Sheng aus der Familie der Mundorgeln. Seit seiner Gründung 1977 wurde das Hong Kong Chinese Orchestra unter anderem mit den Titeln „Führendes Orchester in traditioneller chinesischer Musik“ und „Kulturbotschafter von Hong Kong“ ausgezeichnet.

Das Orchester trat in Stuhr mit rund 90 Aktiven auf die Bühne und bot einen opulenten Anblick. Die professionellen Musiker sollen sich auch als Brückenbauer zwischen West und Ost verstehen, die sich präsentieren, um althergebrachte Musik in moderne Formen zu bringen.

Das Stuhrer Programm spiegelte dies wider. Mitunter konnte man mit geschlossenen Augen fast glauben, einem deutschen Klangkörper zu lauschen. Die Musiksprache war vertraut, versehen mit großen Bögen und enormer Dynamik. Diese Variationen waren bereits im ersten Werk des Programms „Trommeln zur Feier des Ernterekords“ zu spüren, das mit sonoren und brillantem Klang der Blasinstrumente beginnt und seine Fortsetzung in Trommeln- und Gongpassagen findet. Ein Höhepunkt des Abends dürfte die Komposition für Pipa und Orchester „König Chu legt seine Rüstung nieder“ gewesen sein, die auf einer antiken Melodie basiert und die Zhang Ying als Solistin an der Pipa mitreißend interpretierte.

Das alles kann chinesische Musik sein. Ein bemerkenswerter Einblick und ein hervorragender Auftakt für ein neues Jahr, dem die Ratte hoffentlich gerecht wird. Dem Hong Kong Chinese Orchestra unter der musikalischen Leitung von Yan Huichang gelang es auf jeden Fall bereits, sodass das Publikum sich auch zu Recht mit kräftigem Applaus und stehenden Ovationen bedankte.

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