Förderprogramm „Leader“

Geschenkte Million: Stuhr und Weyhe machen gemeinsame Sache

Voller Zuversicht und Vorfreude auf das Förderprogramm „Leader“: (v.l.) Weyhes Stadtplaner und Erste Gemeinderätin, Max Serzisko und Ina Pundsack-Bleith, der Umweltbeauftragte und der Bürgermeister Stuhrs, Marc Plitzko und Stephan Korte, sowie Gerd Reesas vom Bremer Büro „plan-werkStadt“.
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Voller Zuversicht und Vorfreude auf das Förderprogramm „Leader“: (v.l.) Weyhes Stadtplaner und Erste Gemeinderätin, Max Serzisko und Ina Pundsack-Bleith, der Umweltbeauftragte und der Bürgermeister Stuhrs, Marc Plitzko und Stephan Korte, sowie Gerd Reesas vom Bremer Büro „plan-werkStadt“.

Die Gemeinden Stuhr und Weyhe beschreiten den Weg zu einer gemeinsamen Entwicklungsstrategie und bewerben sich um die Aufnahme in das Förderprogramm „Leader“. Voraussetzung ist die Erarbeitung eines Regionalen Entwicklungskonzepts bis März 2022.

Stuhr / Weyhe – Nach dem Ausstieg aus der Win-Region wollen die Gemeinden Stuhr und Weyhe ab 2023 im Förderprogramm „Leader“ gemeinsame Sache machen. Bis dahin gilt es, die Voraussetzungen für eine Teilnahme zu schaffen. Den Auftakt bildet eine Online-Veranstaltung am Donnerstag, 16. Dezember (siehe Infokasten). Für gemeinsame Projekte könnten die Kommunen innerhalb von fünf Jahren eine Million Euro abgreifen, 100 000 Euro pro Jahr und Kommune.

„Stuhr und Weyhe haben eine ausreichende Größe und sind sich in vielen Bereichen ähnlich“, begründet Bürgermeister Stephan Korte diesen Schritt und nennt Natur und Umwelt, die direkte Nachbarschaft zu Bremen sowie vergleichbare Probleme im Nahverkehr als Beispiele.

Mit der Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 von Huchting über Stuhr nach Leeste verfolgten die Gemeinden bereits ein großes Ziel.

Auch Weyhes Erste Gemeinderätin Ina Pundsack- Bleith hob auf die Gemeinsamkeiten der beiden Kommunen ab. „Wir sind nicht nur Nachbarn, sondern gute Nachbarn und haben schon viele Projekte umgesetzt.“ Sie spricht von der Zusammenarbeit bei der Straßenbahn, im Abwasserverband Stuhr-Weyhe sowie bei den Strom- und Gasnetzen.

Beide Verwaltungsspitzen betonen die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Win-Region, wollen nun aber „noch maßgeschneiderte und passgenauere Projekte für Stuhr und Weyhe umsetzen“.

Höhere Bahnsteigkante für die Linie 8

Es gehe zu diesem Zeitpunkt nicht um konkrete Vorhaben wie eine „höhere Bahnsteigkante für die Linie 8“, sagt Korte, sondern um die Entwicklung zukunftsfähiger Strategien. Der Bau der Straßenbahn gehe über die Abwicklung von Pendlerverkehren hinaus, Klimaschutz und Freizeitgestaltung spielten eine große Rolle. „Für mich ist das Thema Lebensqualität immer wichtig.“

Der auf fünf Jahre verteilte Zuschuss von einer Million Euro erlaube ohnehin keine großen Investitionen, sagt Gerd Reesas vom Bremer Büro „plan-werkStadt“. Es werde keine Infrastruktur an sich gefördert. Vielmehr drehe es sich um die Frage: Wie könnte Infrastruktur mit ortsinternen Inputs ausgestaltet werden? „Leader“ diene der Förderung unterstützenswerter Strukturen in der Wirtschaft und im Vereinsleben. Als einen Schwerpunkt der Handlungsfelder bezeichnet Weyhes Stadtplaner Max Serzisko den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Er spricht außerdem von der umweltfreundlichen, klimaschonenden Mobilität, von der Stärkung der Ortsmitten im Zusammenhang mit der Linie 8 und die Unterstützung des sozialen Lebens in den Vereinen – etwa durch kleine Projekte, für die es in den Vereinen kein Geld gibt.

Nachhaltigkeit oder eine hohe Beteiligung von Frauen

Die Firma „plan-werkStadt“ arbeitet laut Mitinhaber Reesas gerade an dem Regionalen Entwicklungskonzept (REK), einem „dicken Wälzer“, der Voraussetzung für eine Beantragung der Förderung sei. Die Kommunen würden darin Kriterien festlegen, die später für gemeinsame Projekte gelten müssten. Nachhaltigkeit oder eine hohe Beteiligung von Frauen könnten solche Kriterien sein. Dieser Katalog soll die lokale Aktionsgruppe in die Lage versetzen, selbst zu bestimmen, welche Maßnahmen sie für förderfähig halten, sagt Reesas.

Zu der Gruppe zählen Vertreter der Kommunen und der Zivilgesellschaft, zum Beispiel Multiplikatoren aus Vereinen. Ihre Größe steht noch nicht fest. „Zwischen 15 und 50 Personen“, sagt Reesas. Die Mitglieder würden nicht alleine gelassen, sondern von einem Regionalmanagement betreut. Dieses übernehme den „Formalkram“, die Hintergrundarbeit und die Moderation.

„Uns ist bewusst, wie wichtig die richtigen Personen für die lokale Gruppe sind“, sagt Ina Pundsack-Bleith. „Wir sind sicher, dass wird die richtigen Personen finden.“

Die von der Gruppe beschlossenen Projekte werden zu 80 Prozent gefördert, 20 Prozent müssen die Gemeinden zuschießen. Über die Verteilung der Zuschüsse wird wohl kein Streit ausbrechen. „Darüber“, ist sich Korte sicher, „werden wir uns schon verständigen.“ Laut Reesas treten Stuhr und Weyhe nicht gegen die Win-Region an. Deren Inhomogenität kollidiere aber mit dem Ansatz des „Leader“-Programms, dass ähnliche Kommunen mit ähnlichen Problemen zusammenfinden sollten.

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