Claudia und Jörg Schleese verbringen ihren Sommer im heimischen Garten

„Das ist wie eine Ferienwohnung“

Claudia und Jörg Schleese in dem Garten, den sie seit vier Jahren bewirtschaften. - Foto: Hapke

Stuhr - Von Andreas Hapke. Bei gutem Wetter kann man sich den Weg zum Haus von Claudia und Jörg Schleese sparen. Erfolgversprechender ist, man besucht sie um die Ecke. Ihr Garten an der Stuhrer Landstraße ist nur fünf Minuten entfernt. „Manchmal kommen wir hier gar nicht mehr weg. Das ist wie eine Ferienwohnung, wie Urlaub“, sagt Jörg Schleese.

Seit vier Jahren besitzt das Ehepaar eine Scholle im Kleingärtnerverein Stuhr. Die treibende Kraft beim Gartenkauf war Claudia Schleese. „Meine Goßeltern hatten eine Parzelle, meine Eltern hatten eine Parzelle. Ich bin damit groß geworden, habe meine Kindheit und Jugend dort verbracht“, erklärt sie. Folgerichtig musste irgendwann mal eigener Grund und Boden her.

Und den beackern die Schleeses nach Herzenslust: Ob Kartoffeln, Mangold, Bohnen, Radieschen, Rosenkohl, Rote Beete, Weißkohl, Kohlrabi, Möhren, Zwiebeln, Erbsen, Zuckerschoten oder Mais: „Wenn die Erntezeit beginnt, sind wir Selbstversorger“, sagt Claudia Schleese. „Das reicht bis in den späten Herbst hinein, mit eingefrorenen Sachen sogar bis in den Winter.“

Die Tomaten gedeihen in einem eigens dafür aufgestellten Gewächshaus. Zucchini gibt es nur deshalb nicht, weil das Ehepaar sie zu Hause anbaut.

Hinzu kommt, dass Claudia Schleese mit Hingabe Früchte einweckt. Auch davon wachsen reichlich auf dem langgezogenen Grundstück: Kirschen, zwei Sorten Äpfel und die ganze Beerenpalette – von Stachel- über Blau- bis zu Himbeeren. Die Bewässerung der wichtigen Beete ist mit einer Zeitschaltuhr geregelt.

Längst hat auch Jörg Schleese den Garten als Betätigungsfeld entdeckt. Irgendjemand muss schließlich die Steinplatten in den Boden einlassen, um das Grundstück vor Hasen zu schützen; oder den Zaun aus 120 unterschiedlich großen Buntstiften errichten, der den Acker vom Blumenbeet trennt. Augenmaß ist dem Schilder- und Lichtreklameherstellermeister zu wenig. „Er muss alles vorher am Computer berechnen“, sagt Claudia Schleese und grinst. Doch auch über die Natur weiß der 46-Jährige inzwischen viel. „Sie hat die Ahnung mitgebracht, aber jetzt kennen wie uns beide aus“, sagt er.

„Wir sind beide Perfektionisten“

In der Laube, die bei Gelegenheit auch renoviert werden soll, zeigen die beiden Fotos vom ursprünglichen Zustand des Gartens Nummer 40. „Anbauflächen gab es hier nicht, das war alles nur Rasen. Trotzdem war uns sofort klar, dass wir diese Parzelle haben wollten“, erzählen sie. „Da kann man was draus machen“, lautete seinerzeit ihre Einschätzung.

In den ersten drei Jahren hätten sie gar nicht so viel geschafft. „Aber es ist verrückt, was wir in diesem Jahr schon alles erreicht haben.“ Das Jubiläum des Kleingärtnervereins im Juni habe gewiss eine Rolle gespielt. „Da befindet man sich schon im Wettbewerb mit den anderen Gartenbesitzern, auch wenn man sich das nicht eingestehen möchte.“

Zwischendurch, wenn es stressig wurde, hätten sie auch mal geflucht und gestritten, berichtet Claudia Schleese. „Wir sind beide Perfektionisten“, fügt sie hinzu. Doch es habe sich gelohnt. „Jetzt kommen wir hier rein und freuen uns: Ja, das ist unser Garten.“ Die gute Nachbarschaft unter den Kleingärtnern tut ihr Übriges.

Das nächste Projekt der Schleeses ist eine Outdoor-Küche mit Kräuterspirale, Feuerstelle, Gasgrill und Steinkamin. „Dann gibt es hier Ofenbrot und Pizza. Da freuen wir uns drauf“, sagt Claudia Schleese.

Nur allzu gerne hätte die 43-Jährige auch ein Bienenvolk, doch da habe der benachbarte Pferdehof seine Bedenken geäußert.

Meistens bleiben die Schleeses so lange in ihrem Garten, bis es dunkel ist. „Und dann geht es zu Hause noch eine Stunde an den Schreibtisch“, sagt Claudia Schleese, die als Sonderpädagogin arbeitet. Oft kommt Jörg Schleese an Wochenenden schon um 7 oder 8 Uhr auf die Parzelle, „es gibt ja immer etwas zu tun“. Der Plan sei aber, sich irgendwann mal in dem Garten zu entspannen. Es soll Leute geben, die allein aus diesem Grund eine Parzelle besitzen.

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