„Ein Tun, ohne zu denken“

Rita Wolff stellt in der Volksbank aus

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„Sichtbar – Unsichtbar“ nennt Rita Wolff ihre Ausstellung, die zurzeit in der Volksbank zu sehen ist.

Stuhr - Von Angelika Kratz. Zu einem Ausflug an die See oder eine Wanderung durch einen lauschigen Birkenhain lädt Rita Wolff mit ihrer Ausstellung „Sichtbar – Unsichtbar“ in die Stuhrer Volksbank ein. Die überwiegend abstrakten Werke inspirieren die Fantasie des Betrachters. Neugierig ließen sich die vielen Gäste der Vernissage am Dienstagabend aus dem Alltag entführen. Dem setzt Rita Wolff mittlerweile täglich mit Pinsel und Acrylfarbe ein kreatives i-Tüpfelchen auf. Ein Luxus, der dem neuen Lebensabschnitt als Rentnerin zu verdanken ist.

Die Freude am Malen entdeckte sie bereits in ihrer Kindheit. Während ihres Berufslebens war das ihre beste Entspannungsmethode, sagt Wolff. Wie Susanne Schröder, Privatkundenberaterin der Volksbank, in ihrer lockeren und sehr persönlich gehaltenen Begrüßungsrede verriet, besuchte die Künstlerin in den 1980er-Jahren Malkurse, um die Aquarelltechnik zu erlernen.

Ein Perspektiv- und zugleich Materialwechsel war für Wolff der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 „Gerd Richter Painting“ von Corinna Belz. Angetan von dessen Leidenschaft wurde Rita Wolff klar: „Das muss ich auch machen“. In der Sommerakademie von Johann Nussbäcker in Norden kam ein weiterer Impuls hinzu und weckte endgültig die schlummernden, kraftvollen Potenziale der Malerin. Längst sei das tägliche Malen zu einem Drang geworden, wusste Susanne Schröder aus ihrem intensiven Gespräch mit Rita Wolff. Jedes ihrer Bilder bestehe aus mehreren Schichten, und oft erhielte die untere Ebene neuen Schliff und gelegentlich auch eine neue Aussage. Die Auseinandersetzung mit der Leinwand sei „ein Tun, ohne zu denken“, also ein innerliches Los- und Fließenlassen.

„Das hätte ich selber nicht besser sagen können“, dankte die Künstlerin der Vorredner und zeigte sich sehr erfreut, über den großen Andrang. „Danke, dass ihr alle gekommen seid, sonst wäre es langweilig geworden.“

Die Gäste schauten auf die noch vorhandenen roten Punkte, mit denen die noch zum Verkauf stehenden Bilder markiert wurden, darunter Arbeiten wie „Großstadt am Abend“, „Licht des Sommers“ und ein Sonnenuntergang ohne kitschiges Pathos. Im Stil der realistischen Malerei hatten sich vier Freundinnen und der geliebte Kater Fritz unter die abstrakte Richtung gemischt.

„Das Bild finde ich toll, ich weiß aber noch nicht, wohin wir es hängen, lass' uns mal in eine stille Ecke gehen, denn ich habe schon was ausgesucht“, bat ein Ehemann seine Gattin. Bereits bei ihrer ersten Ausstellung im Mehrgenerationenhaus in Brinkum war Rita Wolff hinsichtlich der für einen Hobby-Künstler großen Kauffreude angenehm überrascht gewesen. „Vielleicht kaufen wir die ganze Reihe“, gab es einige Schritte weiter hinter vorgehaltener Hand zu hören. Die Naturfreundin und Mitarbeiterin des Nabu klettert eben nicht nur auf die Leiter, um Nistkästen zu säubern, sondern zeigt auch am Boden, wie sie ihrer Begeisterung für die Natur Ausdruck geben kann.

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