Schulausschuss der Gemeinde Stuhr

Zwischenbericht zum Stand der Digitalisierung an Schulen: „Ein Förderprogramm jagt das nächste“

Laptops im Unterricht: Nur einer kleiner Teil der Digitalisierung an Schulen.
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Laptops im Unterricht: Nur einer kleiner Teil der Digitalisierung an Schulen.

Die Gemeinde Stuhr arbeitet weiter an der digitalen Infrastruktur ihrer Schulen. Für alle Ausgaben des auf fünf Jahre angelegten Medienentwicklungsplans gilt: Knapp 40 Prozent muss die Gemeinde selbst tragen.

Stuhr – Nachdem im Zuge des von Bund und Ländern aufgelegten Digitalpakts im vergangenen Jahr erstmals Geld geflossen war, hat die Gemeinde mit der Umsetzung ihres Medienentwicklungsplans begonnen. Nach Auskunft von Ann-Kathrin Dannemann, Fachdienstleiterin Bildung, Jugend und Sport, erhielten die Schulen 2020 insgesamt 42 interaktive Displays mit Seitenelementen für analoges Arbeiten. Kosten: 295.000 Euro.

Wie Dannemann am Dienstagabend im Schulausschuss berichtete, war die Verwaltung in der zweiten Jahreshälfte 2020 mit einem Zusatz zum Digitalpakt beschäftigt: mit dem Sofortausstattungsprogramm, das dem Ausgleich sozialer Ungleichgewichte dienen sollte. Stuhr standen plötzlich 130.750 Euro für die Anschaffung mobiler Endgeräte zur Verfügung. „Für Schüler, die keine Möglichkeit haben, an eigenen Geräten zu lernen“, sagte Dannemann. Aufgrund der angespannten Marktlage seien zwei Ausschreibungen für Laptops zunächst erfolglos gewesen, für Ipads habe es lange Lieferfristen gegeben. Erst die Verlängerung des Programms bis 30. Mai dieses Jahres habe den Durchbruch gebracht. Eine Lieferung von Ipad- und Laptopwagen stehe zwar noch aus. „Doch insgesamt haben wir das gut umgesetzt.“

Der Medienentwicklungsplan sieht für dieses Jahr den Kauf weiterer 42 digitalen Tafeln vor, zunächst ohne Seitenelemente für analoges Arbeiten. „Die Beschaffung ist auf den Weg gebracht. Lieferung und Installation erwarten wir in den Sommerferien“, kündigte Dannemann an. 200.000 Euro blättert die Kommune dafür hin.

Darüber hinaus greife ab Mitte Mai eine neue Förderrichtlinie für den Kauf von digitalen Endgeräten für Lehrer. „Ein Förderprogramm jagt das nächste“, stellte Dannemann fest. Von der Richtlinie profitiere Stuhr mit 147.000 Euro, womit der Kauf von 300 Geräten abgedeckt wäre. Da gelte es, kurzfristig zu handeln. „Wir sind in die Vorbereitungen eingestiegen. Laptops oder Tablets? Da befinden wir uns in Rücksprache mit den Schulen“, sagte Dannemann. Die „immer noch angespannte Marktlage“ erschwere das Vorgehen.

Vorrangig sei jedoch die Anschaffung der interaktiven Tafeln. „Das ist das, was die Schulen brauchen.“ Der Bedarf liege bei 145 Geräten an allen sieben Schulen. Inklusive der für dieses Jahr bestellten Tafeln seien es bereits 84. Damit seien mehr als 50 Prozent der Schulen mit digitalen Tafeln ausgestattet.

Mit dem W-Lan-Ausbau in den Schulen will die Kommune noch in diesem Jahr beginnen. Dannemann: „Wir sind da auf einem guten Weg.“

Was den Anschluss der Schulen an die schnelle Datenautobahn angeht, verwies Dannemann auf entsprechende Bestrebungen des Landkreises. „Für alle Schulen wird ein Glasfaseranschluss geplant. Doch da müssen wir uns noch in Geduld üben.“ Seitdem die KGS Brinkum die niedersächsische Bildungscloud nutze – eine Kommunikationsplattform mit einem externen Server – habe sie gute Anbindungsmöglichkeiten. „Die Schule kommt an dieser Stelle gut zurecht“, bekräftigte Dannemann.

Parallel dazu beschäftigt sich die Verwaltung mit verschiedenen Möglichkeiten, den IT-Support an den Schulen zu gewährleisten. Dazu werfe das Rathaus auch einen Blick auf andere Kommunen. „In diese Ideen müssen wir jetzt mit den Schulen einsteigen“, sagte Dannemann.

„Wie sieht es an der KGS Moordeich mit dem W-Lan-Ausbau aus?“, fragte Leiter Jürgen Böckmann. Dies könne ein Dreivierteljahr in Anspruch nehmen, antwortete Dannemann. Die baulichen Maßnahmen, das Verlegen der Leitungen – all dies sei von Schule zu Schule verschieden. Dann komme es noch darauf an, ob mehrere Firmen parallel daran arbeiteten oder nur eine Firma. Die könnte die Schulen nur nacheinander abarbeiten. „Und geht das im laufenden Betrieb?“ Auch das sei an jeder Schule anders. Ob dies auf eine Fertigstellung im Frühjahr/Sommer kommenden Jahres hinauslaufe, wollte Böckmann noch wissen. Dannemann schloss das nicht aus: „Kann sein.“

Damit die Vernetzung und die Betreuung der Netze an den Schulen nicht zum Problem werde, brauche es schlaue Köpfe, sagte Böckmann. „Meine Befürchtung ist, dass die ersten Geräte schon wieder defekt sind, wenn es in dieser Frage keine Lösung gibt.“ Fachbereichsleiterin Kerstin Frohburg verwies auf „interne Besprechungen. Wir sind mit Nachdruck dabei, dass mit Ihnen als Schule zu erörtern.“

Ulf Schneider, Besucher der Sitzung, reichen die Maßnahmen zur Digitalisierung der Schulen nicht. „Ich höre nur interaktive Boards. Für mich ist Digitalisierung mehr, als eine Tafel in einen Fernseher zu verwandeln. Das mag an Grundschulen reichen, nicht aber an weiterführenden Schulen.“ Er habe drei Kinder, die in die Schule gehen, und würde sich mit seiner beruflichen IT-Erfahrung als „Sparringspartner“ zur Verfügung stellen.

Sie teile die Ansicht, dass sich Digitalisierung nicht nur im Einsatz interaktiver Boards erschöpfe, sagte die Erste Gemeinderätin Bettina Scharrelmann. Sie schloss nicht aus, weitere externe Berater in den entsprechenden Arbeitskreis aufzunehmen. Ann-Kathrin Dannemann bot Schneider an, einen Blick in den Medienentwicklungsplan zu werfen. „Der ist kein Geheimnis.“

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