Mit dem Erstlingswerk zur Buchmesse

Stuhrer Veterinärin schreibt mit zwei Kollegen Krimi über Wolfs-Rückkehr

+
Die Stuhrerin Jutta Gerecke mit ihren Kollegen Werner Kunst (l.) und Uwe Jark.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Mit dem Erstlingswerk sofort zur Buchmesse: Wovon viele Schriftsteller träumen, ist der Stuhrerin Jutta Gerecke und ihren beiden Kollegen jetzt gelungen. Mitte März präsentiert das Autorentrio in Leipzig seinen Krimi „Der Schafe Tod“, der bald im CW Niemeyer Verlag in Hameln erscheint.

Dass sie von null auf hundert durchstarten, hätten Jutta Gerecke, Uwe Jark und Werner Kunst nicht gedacht. „Wir haben uns noch nicht mal träumen lassen, dass wir einen Verlag finden“, sagt die 62-Jährige. „Da sind wir natürlich stolz drauf.“

Entstanden war die Idee in einer der Morgenrunden im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg, wo alle drei Autoren als Veterinäre arbeiten. Einer ihrer Kollegen sei Wolfsberater und habe oft über seine Erlebnisse in dem Ehrenamt erzählt, sagt Jutta Gerecke. „Da müsste man eigentlich ein Buch draus machen“, dachten sich die drei Tierärzte.

„Aus Jux und Dollerei“ angefangen

Gesagt, getan. Im Februar/März 2015 machten sie sich an die Arbeit. „Aus Jux und Dollerei“, wie die Stuhrerin betont. Anfang Herbst 2016 war der Premierenroman, der die Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen zum Thema hat, unter Dach und Fach. Ihre Unterschriften unter den Vertrag mit dem CW Niemeyer Verlag setzten die Autoren im Juni vergangenen Jahres. „Das war ein komisches Gefühl für jemanden, der mit Schreiben noch nicht so viel zu tun hatte“, erinnert sich Jutta Gerecke.

Die Geschichte spielt in der Lüneburger Heide, wo der Wolf Jahrzehnte nach seiner letzten Sichtung wieder auftaucht. Gerissene Lämmer und blutüberströmte Muttertiere auf dem Hof von Hermann Hemmling in Gravenstedt – Wolfsberaterin Henrike Schnabels hat es schwer, die aufgebrachten Dorfbewohner zu beruhigen. Ihr plötzliches Verschwinden und ein Toter im Wald stellen Kommissarin Sabine Lüschen vor ihre größte Herausforderung. „Eine Person, die dem Wolf überhaupt nicht wohlgesonnen ist, nimmt auch den Tod von Menschen in kauf“, verrät Jutta Gerecke.

Jeder hat ein Drittel geschrieben

An den 400 Seiten des Buchs sei jeder Autor zu einem Drittel beteiligt, trotzdem sei eine durchgehende Handlung dabei herausgekommen. „Wir hatten einen roten Faden und sind relativ chronologisch vorgegangen. Jeder hat mal ein Kapitel geschrieben und es dann den anderen zukommen lassen“, erzählt die Autorin. 

Viel Mailverkehr sei das gewesen. „Außerdem haben wir so manches Wochenende miteinander verbracht.“ Von unterschiedlichen Schreibstilen keine Spur: „Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass wir auf der Arbeit auch eine ähnliche Sprache für unsere Berichte verwenden.“

Den einen oder anderen „Bruch in der Zeitschiene“ habe es durch das abwechselnde Schreiben schon gegeben, sagt Jutta Gerecke. „Wir haben dann Kapitel umgestellt, und am Ende hat Werner Kunst die Übergänge geglättet.“ Kunst war zudem für die realistischen Recherchen zuständig und Uwe Jark für die bizarren Ideen, während Jutta Gerecke ihren Spaß an dunklen Charakteren und rührseligen Geschichten einbrachte. „Wir haben uns gut ergänzt.“ 

„Der Wolf gehört hierher“

Nur ein einziges Mal hätten sie sich über den weiteren Verlauf der Story gestritten, als der Lieblingscharakter von Uwe Jark sterben sollte. „Er hat mit dem Ausstieg gedroht, und die Figur blieb am Leben“, sagt Jutta Gerecke und lacht.

Was sie selbst von der Rückkehr des Wolfes hält? „Da haben wir natürlich auch darüber diskutiert. Ich persönlich habe vollstes Verständnis für die Sorgen der Landwirte, finde aber, dass der Wolf hierher gehört und man sich mit ihm arrangieren muss.“

Der zweite Band ist bereits in Planung. Verraten möchte Jutta Gerecke aber noch nichts. Nur soviel: Kommissarin Lüschen soll ein schärferes Profil bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag in London

Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag in London

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Meistgelesene Artikel

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine 60-Jährige verletzt

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine 60-Jährige verletzt

Highlands in Abbenhausen

Highlands in Abbenhausen

57-Jähriger stirbt bei Frontal-Crash auf Dreyer Südumgehung

57-Jähriger stirbt bei Frontal-Crash auf Dreyer Südumgehung

Gut bevölkert: Diepholzer Stadtfest erstmals auf dem Marktplatz

Gut bevölkert: Diepholzer Stadtfest erstmals auf dem Marktplatz

Kommentare