Eifersucht, Missgunst und Intrigen

Musical „Blutsbrüder“ feiert Premiere

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Dass die Blutsbrüder auf denselben Typ Frau stehen, macht ihre Beziehung zueinander nicht leichter. 

Stuhr - Von Dagmar Voss. Es ging schon auf 23 Uhr zu, als das begeisterte Premieren-Publikum seine Ovationen beendete. Sie galten dem Ensemble des Spielraumtheaters, das „Blutsbrüder“ auf die Bühne des ausverkauften Rathauses gebracht hatte, ein Musical mit starkem Inhalt. Mal sozialkritische, mal amüsante Töne, dargeboten von Laiendarstellern mit viel Herzblut und Spielfreude.

„Blutsbrüder“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Wilhelm „Beppo“ Eugen Mayr und dem Spielraumtheater Seckenhausen, die sich das Musical von Textautor und Komponist Willy Russel als erste Aufführung für eine möglicherweise länger dauernde Kooperation ausgesucht hatten. Die jungen engagierten Erwachsenen in dem Musical-Team arbeiteten in ihrer Freizeit begeistert mit, um dieses Theaterstück möglichst perfekt auf die Bühne zu bringen.

Immer mal wieder hat Beppo Mayr, langjähriger Leiter der Musical-Gruppen an der KGS Brinkum, heikle Themen in seinen Produktionen aufgegriffen. Dieses Mal geht es um das politische Thema der Bildungs-Chancengleichheit – oder eher -ungleichheit.

In dem Stück aus den 1960er-Jahren befasst sich der erklärte Kommunist Russel mit dem kapitalistischen System und seinen Ungerechtigkeiten. Die Handlung ist auch heute noch aktuell und spielt im englischen Liverpool.

Dramatische Geschichte zwischen zwei Frauen

Schon zum Auftakt erfährt der aufmerksame Zuschauer, wie es ausgehen wird. Aber bis dahin entwickelt sich eine dramatische Geschichte zwischen zwei Frauen aus ungleichen Verhältnissen. Mrs. Johnstone – eine der schwierigsten Rollen des Stücks, mit hervorragender Stimme gegeben von Jessica Knief – ist arm, alleinerziehend mit fünf Kindern und erwartet Zwillinge. Schweren Herzens beschließt sie, eines der beiden Babys der kinderlosen Mrs. Lyons (Debbie Beringer), bei der sie als Putzfrau arbeitet, zu überlassen. Mrs. Johnstone ist sehr abergläubisch, das macht sich Mrs. Lyons zunutze: „Wenn sie erfahren, dass sie Zwillinge sind, werden sie beide sterben.“ Damit will die Lyons verhindern, dass die Johnstone über das weggegebene Kind plaudert.

Die beiden Söhne Eddie (Stefan Gerding) und Mickey (Lars Michalsky) wachsen also in höchst unterschiedlichen Verhältnissen auf und wissen nichts von der Existenz des jeweils anderen. Per Zufall lernen sie sich kennen und schließen schon jung Blutsbrüderschaft. Sie treffen in den Folgejahren immer wieder aufeinander.

Wie sie in unterschiedlichen Milieus und mit verschiedenen Wertvorstellungen aufwachsen, Missgunst und Eifersucht dabei eine Rolle spielen, stellt den Großteil des Stückes dar.

Brüder verlieben sich in dieselbe Frau

Dann verlieben sie sich auch noch in dasselbe Mädchen, Linda (Rena Hambsch-Müller), und geraten nicht nur deswegen, sondern auch aus Neid auf das Leben des jeweils anderen immer öfter aneinander; bis zum bitteren Ende, zu dem es allerdings auch dank der Intrigen einer missgünstigen Mrs. Lyons kommen kann.

In einer der Nebenhandlungen wird die Ehe von Mrs. Lyons und ihrem Mann (Dirk Beckmann), ein Industrieller, der nichts von dem „falschen“ Sohn weiß, durch die wachsende Hysterie der Gattin zerrüttet. Zudem landet Mickeys Bruder Sammy (Mitja Stolle) immer wieder im Gefängnis. Dazu gesellt sich eine Erzählerin (Catharina Zogmayer, ebenfalls mit Klasse-Stimme), die immer wieder auf Gefahren hinweist: „Der Teufel kennt jetzt deine Nummer  . . . er wird dich finden.“ Und das alles gut musikalisch untermalt von der Live-Band um Mayr (Keyboard), Thilo Schomann (Keyboard), Jonas Jaeschke (Gitarre) und Mark Schelenz (Drums).

Weitere neun Aufführungen in der Region sind geplant, unter anderem am Freitag, 21. Oktober, im Syker Theater. Karten gibt es in den Geschäftsstellen der Kreiszeitung. An der Abendkasse kostet ein Ticket 14 Euro (ermäßigt: 12 Euro). Weitere Infos gibt es im Internet.

www.spielraum-stuhr.net

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