Ehemalige Brinkumerin Hedda Plecher hat ihren ersten Roman veröffentlicht

Death-Metal-Band gibt Konzert in Groß Mackenstedt

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Hedda Plecher mit einem Exemplar ihres Erstlingswerks „Death Metal“.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Unfreiwillig schlüpft Trip Kaputnik in die Rolle des Schlagzeugers bei „Demolition Squad“, einer Death-Metal-Band. Sein Auftrag lautet: sterben und einen Bericht darüber abgeben. Eine ganz schön abgedrehte Geschichte, die Hedda Plecher in „Death Metal“ erzählt. Es ist der Debütroman der in Brinkum aufgewachsenen Autorin.

Die Fantasie ging zuweilen schon als Grundschülerin mit ihr durch. „Meine Mutter musste meine Geschichten aufschreiben, als ich das selbst noch nicht konnte. Manchmal habe ich sie damit in den Wahnsinn getrieben.“ Sie erinnert sich an ihre eigene Version von Karius und Baktus, „erschienen in einer Auflage von einem Exemplar, wahrscheinlich längst vergriffen“. Bereits damals deutete sich an, dass Schreiben für Hedda Plecher mal eine Herzensangelegenheit werden würde.

Später, während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik in Koblenz, schrieb sie für ein Satire-Online-Magazin und für die Aids-Hilfe, trat außerdem mit eigenen Texten als Poetry-Slammerin auf. „Ich wollte wissen, wie die Leute auf meine Geschichten reagieren; ob sie an den selben Stellen lachen, die ich komisch finde“, erklärt die 36-Jährige.

Den Roman hat sie in Hamburg geschrieben, wo sie für eine Firma als Übersetzerin, Projektkoordinatorin und in der Daten-Recherche tätig ist. Die Anfänge von „Death Metal“ gehen auf das Jahr 2007 zurück, acht Jahre vor der Veröffentlichung. „Geplant war das damals nicht. Es war einfach eine neue Idee und hat Spaß gemacht“, erzählt sie. „Ich wusste auch noch nicht, dass Trip Kaputnik der Drummer bei ,Demolition Squad‘ werden würde.“ Der Protagonist selber wäre lieber als Chirurg, Müllmann oder – natürlich – Schriftsteller aufgetreten. „Jetzt muss ich rocken, um zu sterben. Schöne Scheiße“, lautet sein Kommentar zu der Rolle, die Plecher ihm zugedacht hat.

Ihrer Ansicht nach gibt es wenige Bücher über Death Metal. „Dem habe ich nun entgegengewirkt.“ Erst habe sie gedacht, die Zielgruppe sei damit relativ überschaubar. Aber wie sich herausgestellt habe, könnten sich auch Hip-Hopper erfreuen an dem „ersten Death-Metal-Roman der deutschen Nachkriegsgeschichte“. So jedenfalls ordnet der Verlag das Erstlingswerk Hedda Plechers ein.

Die Autorin hat ihr Abitur an der KGS gemacht, zählte zum Pfadfinderstamm Marco Polo und war beim FTSV Jahn Brinkum aktiv. Sie ist immer noch in dem Ortsteil verankert. Regelmäßig besucht sie dort Eltern oder Freunde. Klar, dass auch ein Kapitel in Stuhr spielt, genauer in Groß Mackenstedt. Dort geben „Demolition Squad“ ein Konzert im Gemeindehaus – ein Neuanfang, nachdem die Band Plattenlabel und Management verloren hat. Dass die Combo „Sleaze Death Metal mit Grindcore-Anleihen und Jungle-Einflüssen“ spielt, ist ebenso frei erfunden wie alles andere in dem Roman.

Fakt hingegen ist, dass es eine Fortsetzung geben wird. Hedda Plecher feilt bereits an dem zweiten Teil einer angedachten Trilogie. Als hauptberufliche Autorin sieht sie sich aber auch in Zukunft nicht, mit einer Einschränkung: „Sollte ich es auf die Spiegel-Bestseller-Liste schaffen, wäre das natürlich eine Überlegung wert.“ Auf jeden Fall dürfte es nicht wieder acht Jahre dauern, bis es etwa Neues von der Brinkumerin zu lesen gibt.

• „Death Metal“ ist im Oi Jazz Verlag erschienen. Der Roman hat 318 Seiten, ISBN 978-3-9817019-2-0.

www.oijazz.org

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