Duale Ausbildung geplant

Stuhrer Rat beschließt neue Kita-Satzung - für mehr Erzieher und verlässliche Betreuung

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Die Gemeinde kann sich keine Erzieher backen. Daher sollen geänderte Zeiten, mehr Personal und verschärfte Vergabe-Kriterien für Plätze in der Ganztagsbetreuung die Jobs in den Kindertagesstätten attraktiver machen.

Stuhr - Von Katharina Schmidt. Was die Betreuung von Kindern angeht, hat die Gemeinde Stuhr große Pläne. Sie will mehr als 40 neue Erzieher-Stellen in den kommunalen Kitas und Krippen schaffen.

Nicht zuletzt, damit sich in Zeiten des Fachkräftemangels genügend Bewerber finden, sind Änderungen im Betreuungsangebot geplant, die den Job attraktiver machen dürften – dazu zählen verkürzte Öffnungszeiten und Drittkräfte. Eine entsprechende, von vielen Eltern kritisierte Neufassung der Kita-Satzung hat der Rat am Mittwochabend beschlossen. Darüber hinaus wollen die Kitas der Gemeinde bei der dualen Erzieher-Ausbildung mitmischen.

Wer Erzieher werden will, muss bisher eine - nicht bezahlte - schulische Ausbildung machen. Das soll sich ändern. Eine entsprechende Reform startete das Land Niedersachsen zum Schuljahr 2018/2019. Der Schulausschuss des Landkreises Diepholz hat die Verwaltung Ende November beauftragt, Kommunen und sonstige Träger von Kitas zu befragen, ob dort die Bereitschaft besteht, in Kooperation mit der Fachschule Sozialpädagogik der BBS Syke Ausbildungsplätze einzurichten. Dass das für die Kitas der Gemeinde Stuhr der Fall sei, berichtete Kerstin Frohburg, Leiterin des Fachdienstes Bildung, Jugend und Sport bei der Verwaltung, bei der Ratssitzung auf Anfrage von Finn Kortkamp (CDU).

Frohburg war es auch, die vor dem Beschluss über die Neufassung der Satzung noch einmal auf wesentliche Änderungen für Eltern einging. Dazu gehört, wie bereits berichtet, dass eine Betreuung nach 16 Uhr nicht mehr vorgesehen ist. Freitags soll um 15 Uhr Schluss sein. Zudem müssen Eltern künftig mehr Wochenarbeitsstunden vorweisen, um Anspruch auf verlängerte Betreuung zu haben. Es gibt allerdings eine Bestandsschutzregelung.

Joachim Döpkens lehnt Satzung ab

Gegen die Satzung stimmte lediglich Joachim Döpkens von der „Besser“-Fraktion. „Die Betreuungszeiten werden massiv eingeschränkt“, kritisierte er. Das bereite berufstätigen Eltern Probleme.

Sein Fraktionskollege Gerd-Wilhelm Bode enthielt sich. Er führte aus, dass seine Fraktion hinsichtlich der Satzung gespalten sei. Es gebe sowohl Kritiker als auch Befürworter in den Reihen von „Besser“. Er enthalte sich, da er sich gegen niemanden in seiner Fraktion stellen wolle. Zudem sehe er Probleme, das Kita-Konzept umzusetzen und zu finanzieren.

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Alle anderen Ratsmitglieder sprachen sich für die Neufassung aus. „Das ist eine sehr optimale Lösung, die wir gefunden haben“, sagte Kristine Helmerichs, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Hätte man ein Wunschkonzept aufstellen können, hätte man die Betreuung natürlich ausgeweitet. „Aber wenn wir uns realistisch umsehen, finden wir kaum noch Menschen, die sich für den Beruf des Erziehers interessieren.“ Die Situation der vergangenen Jahre sei nicht haltbar. Ständig seien die Betreuungszeiten wegen Personalmangels ausgefallen. „Keine Zuverlässigkeit kann nicht die Alternative sein“, betonte Helmerichs.

Kita-Satzung schließt Schlupflöcher

Alexander Carapinha Hesse (FDP) merkte an, dass der Beschluss der neuen Satzung nicht davon entbinde, die Situation in den Kindertagesstätten weiter im Blick zu haben und zu schauen, wo Verbesserungen möglich sind.

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Die Gemeinde hat die Neufassung der Satzung genutzt, um ein paar Schlupflöcher zu schließen. Nun finden sich Formulierungen, die ausschließen, dass Eltern für Kinder das Anrecht auf einen Betreuungsplatz ermogeln, indem sie für den Nachwuchs einen Wohnort angeben, der nicht dem sogenannten „ständigen Aufenthaltsort“ entspricht.

Die gesamte Neufassung der Kita-Satzung ist über das Ratsinformationssystem auf der Internetseite der Gemeinde Stuhr (www.stuhr.de) einsehbar. Sie ist bei den Unterlagen zur Ratssitzung am Mittwoch zu finden.

Weitere Beschlüsse des Rates:

  • Bebauungsplan Tannenstraße: Die Mitglieder des Rates haben einstimmig den Entwurf des Bebauungsplans Tannenstraße als Satzung beschlossen. Die Neuaufstellung des Plans soll 14 neue Wohneinheiten ermöglichen (wir berichteten).
  • Beitritt zur Europa-Union: Die Gemeinde Stuhr tritt dem Kreisverband Diepholz der Europa-Union bei. Dafür haben sich alle Mitglieder des Rates ausgesprochen. Sie waren sich einig, dass es gerade der jetzigen Zeit wichtig sei, sich klar zu Europa zu bekennen. Die Europa-Union Deutschland wurde am 9. Dezember 1946 in Syke gegründet, der Kreisverband im Jahr 1981. Der Verein hat zum Ziel, internationale Begegnungen und Toleranz zu fördern. Dies geschieht insbesondere durch Veranstaltungen zum Thema Europa und die Unterstützung der Europa-Woche. Die Ratsmitglieder beschlossen zudem, als Mitglieder der Gemeinde Kristine Helmerichs in die Mitgliederversammlung des Vereins zu entsenden.
  • Bürgerstiftung: Uwe Schweers wird weiterhin als Mitglied der Gemeinde Stuhr in das Kuratorium der Bürgerstiftung Stuhr entsandt.

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