Isu-Abend zum Thema Datenschutz

DSGVO: Bußgeld von bis zu 20 Millionen Euro droht

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Haye Hösel (M.) von der Firma Hubit hält beim Isu-Dämmerschoppen im Gasthaus Nobel einen Vortrag zum Thema EU-Datenschutz-Grundverordnung. Links daneben Isu-Vorsitzender Werner Heinken, rechts Volker Twachtmann (2. Vorsitzender).

Stuhr - Von Rainer Jysch. Dass der Gesetzgeber bei der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) keinen Spaß versteht, darüber gab es am Montagabend beim gut besuchten Dämmerschoppen der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu) im Gasthaus Nobel keine Zweifel. Haye Hösel, Gründer und Inhaber der in Brinkum-Nord angesiedelten Firma Hösel Unternehmensberatung für Informationstechnologie, kurz: Hubit, referierte anschaulich zum sehr komplexen Thema.

Der zertifizierte Datenschutzbeauftragte gab detaillierte Informationen über das, was sich für alle Unternehmen und Institutionen, die personenbezogene Daten verarbeiten, ändern wird und was es zu beachten gilt.

„Es ist grundsätzlich verboten, personenbezogene Daten zu verarbeiten, es sei denn, ich habe die Erlaubnis dazu. Es ist erforderlich, die Einwilligung nachweisen zu können. Insgesamt haben sich die Nachweispflichten deutlich erhöht“, erklärte der Referent. „Jeder Betroffene hat das Recht auf Auskunft“, berichtete er weiter. „Und das Unternehmen muss Auskunft erteilen, zukünftig innerhalb einer Frist von einem Monat.“ Der Betroffene kann verlangen, dass falsche Daten berichtigt werden. „Datenschutz heißt auch, dass die Daten richtig verarbeitet werden.“ Neben weitreichenden Informationspflichten von Unternehmen besteht seitens der betroffenen Personen unter anderem das Recht auf Widerruf der Einwilligung; auch Einschränkungen bei der Verarbeitung ihrer Daten können sie verlangen.

Unternehmen, Vereine, Schulen und sonstige Institutionen ab zehn Mitarbeitern, die mit personenbezogenen Daten betraut sind, müssen einen Datenschutzbeauftragten benennen. „Die neuen Regeln gelten aber für alle.“

Übergangsfrist läuft am 25. Mai ab

Dazu gehört auch ein Bußgeld, das bei Verstößen mit bis zu 20 Millionen Euro droht. „Als Strafe kann auch ein Betrag von höchstens vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden“, stellte Hösel klar. „Gewinne, die durch Verstöße erzielt wurden, werden durch die Aufsichtsbehörden eingezogen.“

Bereits vor zwei Jahren ist die DSGVO in Kraft getreten. Die Übergangsfrist läuft nun am 25. Mai 2018 ab. Von da an ist die Verordnung in allen EU-Mitgliedsstaaten anzuwenden.

Ziel ist, die personenbezogenen Daten von natürlichen Personen besser zu schützen. Auf die Neuerungen ging der Referent im Einzelnen ein und gab anhand von Beispielen konkrete Hinweise. „Nicht alles ist neu. Wir haben ja bereits das Bundesdatenschutzgesetz“, so Hösel. „Häufig haben sich nur die Begrifflichkeiten geändert.“ Ziel sei ferner ein einheitliches Datenschutzrecht in der gesamten EU, „damit die Unternehmen, die über die Grenzen hinweg agieren, es einfacher haben“, erklärte er.

Neu im Zusammenhang mit der DSGVO sind auch die weitreichenden Dokumentationspflichten, darunter auch über die Umsetzung der erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz sensibler Daten. Bei Nichteinhaltung droht ein Bußgeld.

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