DRK-Ortsverein Brinkum wählt Nachfolger für Erika Ocker

„Wohltuend, nicht mehr drei Termine am Tag zu haben“

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Erika Ocker gibt am Dienstag den Vorsitz im DRK-Ortsverein Brinkum ab.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Daran werden sich viele Bewohner Stuhrs erst einmal gewöhnen müssen: Erika Ocker hört endgültig auf als Vorsitzende des Ortsvereins Brinkum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Zuletzt hatte ihr designierter Nachfolger Matthias Duden diesen Posten bereits kommissarisch bekleidet. Seine Wahl in der Jahreshauptversammlung am kommenden Dienstag dürfte reine Formsache sein. „Aus gesundheitlichen Gründen habe ich diese Entscheidung gefasst. Ich kann das nicht mehr“, sagt Ocker. Und sie sagt es ohne einen Hauch von Wehmut. „Ich bin den Druck los. Es ist wohltuend, nicht mehr drei Termine am Tag zu haben.“ Dieses Gefühl habe sie verspürt, nachdem sie kürzlich ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte – bei der Übergabe eines Defibrilators an das DRK-Seniorenheim in Barrien.

Als Erika Ocker das Amt der Vorsitzenden 1970 übernahm, sollte es nicht mehr als ein Jahrzehnt in dieser Funktion werden. „Meine Tante war zuvor 32 Jahre lang an der Spitze, und ich dachte: Meine Güte, wie kann man das denn so lange machen?“ Man kann sogar noch länger: 46 Jahre und damit mehr als die Hälfte ihres Lebens hat die Brinkumerin die Geschicke des Ortsvereins geleitet.

Ocker ist jetzt 81 Jahre alt und kann sich immer noch aufregen wie ein Rohrspatz, wenn in einer Oper das Bühnenbild nicht zum Stück passt. Das sagt nicht nur etwas über ihre private Leidenschaft aus, sondern auch eine Menge über ihren Anspruch: „Was man macht, das macht man richtig.“ Wohl deshalb hat sich unter ihrer Führung einiges getan im Ortsverein: 1972 etwa begann die Seniorenarbeit, 1978 gründete sich das Jugendrotkreuz neu, 1982 legte der Handarbeitskreis los. Den Kauf des alten Feuerwehrhauses an der Hermannstraße für das Jugendrotkreuz und die Bereitschaft im Jahr 2008 wertet Ocker als ihre größte Errungenschaft. „Die brauchten dieses Domizil. Bis dahin fanden die Vorstandssitzungen in meinem Wohnzimmer statt“, erinnert sie sich. Damals habe sie zum ersten Mal gedacht, dass sie aufhören könne, doch ein Nachfolger sei nicht in Sicht gewesen. Die Eröffnung des DRK-Ladens „Roter Faden“ an der Syker Straße folgte 2014. Die Frequenz der Blutspenden erhöhte sich von anfangs zwei auf vier Mal pro Jahr. „Wir haben einiges geschafft“, stellt Ocker rückblickend fest.

Bei der Rekrutierung der für diese Aufgaben nötigen Mitarbeiter ging Ocker nicht gerade zimperlich vor: „Wer mir den kleinen Finger gereicht hat, war bis zum Oberarm drin.“ Gleichwohl war das Miteinander von einem respektvollen Umgang geprägt. „Ohne das geht es nicht. Sie können die Menschen nicht herumkommandieren. Dann laufen sie Ihnen weg.“ Ocker ist das nicht passiert, davon zeugen die insgesamt rund 60 Helfer im Ortsverein.

Trotz des Stresses habe sie ihr Ehrenamt immer als ein Stück Lebensqualität empfunden. Und darauf möchte sie auch künftig nicht verzichten. Wenn Ocker sagt „Jetzt mache ich nur noch das, was mir Spaß macht“, dann bezieht sich auch das auf ihr Engagement im Brinkumer DRK. Beim Handarbeitskreis wolle sie ebenso vorbeischauen wie im „Roten Faden“. Besuche, „zu denen ich nicht gekommen bin“, stehen auch auf ihrer Liste. „Wenn es erwünscht ist, werde ich dem Vorstand unter die Arme greifen, etwa bei der Suche nach neuen Helfern.“

Es steht also nicht zu befürchten, dass Ocker jetzt in ein Loch fällt – zumal sie sich für den Verbleib in ihrem Haus entschieden hat, was ja auch mit Arbeit verbunden ist. „Ich genieße meine Freiheit, so lange es noch geht“, sagt sie.

• Zu seiner Generalversammlung lädt das DRK für Dienstag, 8. März, 19.30 Uhr, ins „Bremer Tor“ ein.

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