Drei Schülerinnen der KGS Brinkum wollen sich weiter um Neuankömmlinge kümmern

Facharbeit als Einstieg in dieUnterstützung von Flüchtlingen

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Die Schülerinnen Mariella Konsek (vorne l.) und Julia Schröder backen mit Migrantenkindern Kekse. Flüchtlingskoordinatorin Ute Sydow (hinten, Mitte) freut sich über das Engagement der Jugendlichen.

Brinkum - Von Sandra Bischoff. „Das hat unglaublich viel Spaß gemacht“, sagt Julia Schröder. „Man bekommt so viel Dankbarkeit zurück, einfach unglaublich“, stimmt Mariella Konsek zu. Gemeinsam mit Nathalie Ciesla haben sich die beiden im Seminarfach Französisch zum Thema „Soziale Arbeit in der Region“ mit der Flüchtlingshilfe befasst.

Dass sich in ihrer Seminararbeit alles um dieses Thema drehen sollte, war den Mädchen schnell klar. „Es ist einfach super aktuell.“ Zu allererst sammelten die Schülerinnen Fakten. Wie viele Flüchtlinge sind zurzeit in Stuhr? Wo kommen sie her? Wie gelangen sie überhaupt in die Gemeinde?

Aber bei der trockenen Theorie sollte es nicht bleiben: Die Zwölftklässlerinnen, die die KGS Brinkum besuchen und im kommenden Jahr ihr Abitur machen wollen, nahmen Kontakt zur Flüchtlingskoordinatorin Ute Sydow auf und boten konkret Unterstützung an. Sie besuchten die Unterkünfte an der Allerstraße, wo sie mit den Kindern Fahrrad fuhren, begleiteten eine Kinderbetreuung im Brinkumer Frauentreffpunkt „Sie(h) da“, erklärten dem Nachwuchs dort den richtigen Einsatz der Zahnbürste und gingen schließlich mit einigen Flüchtlingsmüttern und ihren Sprösslingen schwimmen. „Alle haben während dieser drei Stunden gestrahlt: die Mütter, die Kinder und die drei Mädchen“, sagt Ute Sydow schmunzelnd.

Die Unternehmungen mit den Menschen aus Syrien, Eritrea und Somalia haben die Mädchen mit anderen Augen auf das Thema Flüchtlinge schauen lassen. „Wenn man die Bilder im Fernsehen sieht, bekommt man den Eindruck, dass es sich um eine große Masse handelt. Aber es sind Individuen, die alle Schreckliches erlebt haben“, sagt Mariella. Es sei erschreckend gewesen, die Geschichten zu hören, berichten die Schülerinnen. „In solchen Momenten wird einem bewusst, wie gut es uns geht.“

Die Seminararbeit ist zwar abgeschlossen, aber das Engagement der Mädchen soll noch nicht beendet sein. Nathalie und ihre Familie haben beispielsweise eine Patenschaft für ein Flüchtlingspaar übernommen.

Julia und Mariella wollen sich bei weiteren Angeboten mit den Neuankömmlingen einbringen. Ute Sydow hofft, dass das Beispiel der Mädchen Schule macht und mehr Jugendliche in die Flüchtlingsarbeit einsteigen.

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