„Bluegrass Jamboree“ in Stuhr

Drei begeisternde Auftritte und ein rauschendes Finale

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Der Auftakt des „Bluegrass Jamborees“ in der Varreler Gutsscheune: „Lulu Wiles“ aus Boston, Massachusetts (USA) mit (v.l.) Ellie Buckland, Isa Burke und Mali Obomsawin.

Varrel - Von Rainer Jysch. Die meisten der rund 400 Zuhörer waren beim diesjährigen „Bluegrass Jamboree“ eindeutig Stammgäste. Bereits zum neunten Mal gastierte Impresario Rainer Zellner am Sonnabend in der Varreler Gutsscheune mit einer Auswahl von amerikanischen Musikern zum „Festival of Bluegrass & Americana Music“, wie die Konzertreihe offiziell heißt.

Bis Mitte Dezember touren die Künstler noch im „Banjo-Bus“ durch deutsche Lande. Am Tag fünf war Stuhr die nördlichste Station der Reise. 22 Auftritte, jeden Tag in einer anderen Stadt, sind nach dem eng getakteten Terminplan zu bewältigen. Inzwischen hat es sich weit über die Grenzen der Gemeinde herumgesprochen, dass die Auftritte der Bluegrass-Gruppen Garant für exzellente, handgemachte Musik und einen unterhaltsamen, vergnüglichen Abend sind. „Stuhr gehört von der Besucherzahl her zu den drei größten Veranstaltungen der Tour“, sagte Zellner am Rande des Konzerts.

„Im Bluegrass finden sich Elemente der Folk-Musik irisch-schottischer Auswanderer wieder, aber auch Gospelklänge sowie Elemente spiritueller Musik“, erklärte Zellner die Hintergründe. Erfunden hat die einzigartige Mischung Bill Monroe im Kentucky der 1940er-Jahre. Mit seiner Band „The Blue Grass Boys“, benannt nach der dortigen bläulichen Färbung des Grases, legte er den Grundstein für das bis heute so erfolgreiche Musikgenre.

„Lulu Wiles“ zum Auftakt

Den Auftakt übernahm erstmals ein Trio namens „Lulu Wiles“. Die drei Damen aus Boston, Ellie Buckland und Isa Burke (beide Gitarre, Geige) sowie Mali Obomsawin (Bass), sind bereits seit einigen Jahren eine im Nordosten der USA sehr gefragte Americana-Folk-Gruppe. Mit elegant ineinander verschlungenen Stimmen und Beherrschung der Instrumente verstand es das Trio hervorragend, die Eigenkompositionen seines Debüt-Albums zu präsentieren. 

Darunter auch ein sarkastisch gemeinter Song, der sich auf die derzeitige politische Führungsriege der USA bezieht. Das Trio verabschiedete sich mit einem a cappella gesungenen Lied und unterstrich dabei nochmals eindrucksvoll das Gesangspotenzial der „Lulu Wiles“.

Mit der „Lonesome Ace Stringband“ aus dem kanadischen Toronto betraten bekannte Gesichter die Bühne. Bereits 2013 begeisterten sie das Stuhrer Publikum als ein Teil der fünfköpfigen „Foggy Hogtown Boys“: Chris Coole (Banjo), Max Heinemann (Bass) sowie John Showman (Fiddle), der in perfektem Deutsch den Auftritt moderierte. 

Allen drei Musikern gelang es, mit ihrem Oldtime-Spiel die Zuhörer im Handumdrehen für sich zu gewinnen, zumal sie das Publikum animierten, die Refrains mitzusingen. Der Wohlklang der Stimmen und der virtuose Instrumenteneinsatz prägten die teilweise sehr schnell gespielten Stücke der „Northern Bluegrass“-Szene.

Fünf Freunde bieten Partyspaß

Den Abschluss bildete die „Lonely Heartstring Band“: fünf Freunde, die sich nach einem Partyspaß mit Beatles-Liedern gegründet haben sollen. Zellner kündigte sie als moderne Bluesgrass-Band an, die auch in der Lage ist, Jazz und Pop, aber auch die alte Musik zu spielen: George Clements (Gitarre), Patrick M’Gonigle (Fiddle), Matt Witler (Mandoline), Gabe Hirshfeld (Banjo) und Charles Clements (Bass). Insbesondere George Clements begeisterte durch einfühlsame Gesangsbeiträge, auch Gabe Hirshfeld glänzte mit seinem grandiosen Banjo-Spiel.

Einen kleinen Höhepunkt präsentierte die Gruppe mit George Harrisons „Something“, das durch die außergewöhnliche Instrumentierung echten Beatles-Fans besonders gefallen haben dürfte.

Wie immer bildete der gemeinsame Auftritt aller Künstler den Abschluss des gut dreistündigen Konzerts. Veranstalter Rainer Zellner lässt es sich nicht nehmen, beim rauschenden Finale die professionellen Musiker auf seiner Mandoline zu begleiten. Mit den programmgemäß drei Ergänzungen war das stehend und stürmisch applaudierende Publikum allerdings noch nicht zufrieden und nötigte den Musikern weitere Zugaben ab.

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