Zuhörer erleben in der Varreler Gutsscheune einen Musikgenuss in Fünf-Sterne-Qualität

Domchor gibt Benefizkonzert

Sopranistin Corinna Reynolds verzaubert das Publikum. - Foto: Ehlers

Varrel - Von Angelika Kratz. Einen nachhaltigen Musikgenuss mit Fünf-Sterne-Qualität hat am Samstagabend das Publikum in der Varreler Gutsscheune erlebt. Während im vergangenen Jahr die Fangemeinde des Bremer Domchores das Benefizkonzert zu Gunsten der St.- Pankratius-Stiftung der evangelischen Kirchengemeinde im Rathaus verfolgte, öffneten sich nun die Tore der Gutsscheune.

Der große und für die musikalische Stimme tolle Raum zeigte sich klanglich tatsächlich viel besser geeignet, als die begrenzte Akustik im Rathaussaal. Dafür eignet sich die Gutsscheune nicht für Moderatoren, die ohne Mikrofon Anssagen machen.

Entsprechende Aufmerksamkeit herrschte somit bei den gut 120 Gästen.

Die hatten die Reduktion des ansonsten größeren Klangkörpers mit seinem Kammerchor und dessen 20 Sängerinnen und Sängern mit erwartungsfreudigem Applaus bedacht. Stimmlich einfach perfekt aufgestellt zeigte er unter der Leitung von Tobias Gravenhorst, wie wunderbar Chormusik sein und alle Fasern eines musikalisch begeisterten Menschen erreichen kann.

Tobias Gravenhorst ist erst der sechste Leiter in der 150-jährigen Geschichte des Bremer Domchores, der zu den renommiertesten Kantoreien in Deutschland gehört.

Mitgebracht hatte der Kammerchor Eindrücke aus dem Orient. Wie die Märchen aus 1000 und einer Nacht steckten diese auch voller Erotik. „Wir lassen uns bezaubern“ lud Horst Bellmer als Vorsitzender der Stuhrer Kirchenstiftung die Zuhörer ein.

Der Dialog der Kulturen steht momentan auf dem Programm des Bremer Domes mit europäischer und orientalischer Musik. „Alles andere als weltlich, teilweise bis unter die Gürtellinie gehend“, warnte Tobias Gravenhorst vorab. Sehr wortbezogen seien die Texte nicht immer einwandfrei zu übersetzen, ging der Blick auf den Konzertanfang. Den gestalteten Motetten und deftige Sauflieder eines Orlando di Lasso aus dem 16. Jahrhundert. Die Händler im damaligen Venedig sprachen mit einem Blick auf Wein oder die schönen Frauen wie Lucia Klartext. „Vielleicht waren es Stücke die in Hinterhöfen oder Heuschobern gesungen wurden.“ Bei der schönen Lucia blieb der Liebesruf indes ungehört.

Die deutsche Romantik des 19. Jahrhunderts beschrieben Robert Schuhmann, Clara Schuhmann und Felix Mendelssohn im folgenden Programmblock mit der Sopranistin Corinna Reynolds und Peter Knaak am Piano. Die Lieder gingen bis zum Bosporus, und die schöne Suleika wurde zur Verführerin schlechthin. Der werbende Galan kam nicht so richtig an, und so kam es erst im dritten und abschließenden Teil des wunderbaren Konzertes zur Erfüllung menschlicher Begierde.

Bariton Carsten Krüger war zudem eine weitere Bereicherung des Abends und passte perfekt zur Sopranistin Corinna Reynolds und den Stimmen des Chores. Vom goldenen Horn spannte sich der Bogen bis hin zum türkischen Liederspiel, dessen übersetzter Gedichtzyklus von Tobias Gravenhorst norddeutsch, dennoch verständlich kommentiert wurde.

Dringend notwendig wurde die Zugabe mit dem Abendlied. „Bleib bei uns“ wünschte sich das begeisterte Publikum eine weitere Fortsetzung mit dem Domchor im kommenden Jahr.

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