Diplom-Ökonom Jürgen Lisei referiert beim Wirtschaftsforum im Rathaus

„Was gespeichert wird, muss man nicht drucken“

Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier (l.) und Bürgermeister Niels Thomsen im Gespräch mit Referent Jürgen Lisei (r.).
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Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier (l.) und Bürgermeister Niels Thomsen im Gespräch mit Referent Jürgen Lisei (r.).

Stuhr - Von Sandra Bischoff. „Veränderungsprozesse sind nur zu bewältigen, wenn alle an einem Strang ziehen“, lautete das Fazit von Jürgen Lisei, Geschäftsführer der Brinkumer Firma Otto Theobald, beim elften Stuhrer Wirtschaftsforum am Donnertagabend. „Mittelstand und Druckindustrie im Wandel – Veränderungsprozesse erfolgreich gestalten am Beispiel der Otto Theobald GmbH aus Stuhr“ war sein Vortrag überschrieben. Das Unternehmen fungiert als Dienstleister für die Deutsche Post und darf als eine von zwei Firmen in Deutschland Wertzeichen drucken.

Knapp 140 Gäste, darunter Unternehmer, Vertreter der Wirtschafts-Interessengemeinschaft und Politiker, waren der Einladung ins Rathaus gefolgt.Bürgermeister Niels Thomsen erinnerte mit einer Gedenkminute an den kürzlich verstorbenen langjährigen Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen, Harald Krokat.

Thomsen erklärte, dass auch die Gemeinde vor Veränderungen und damit verbundenen Herausforderungen stehe. Eine Herausforderung sei zum Beispiel die Aufnahme von aktuell 103 Flüchtlingen. „Wir bieten den Menschen nicht nur eine Unterkunft, sondern nehmen uns ihrer an.“ Er sei stolz, ihnen ein Willkommen zu geben, das sie nicht abschrecke.

„Wer hat in den vergangenen drei Monaten einen Brief geschrieben?“, fragte Lisei das Publikum. Das hatte auf den Stühlen farbige Kuverts liegen und hielt für Ja, den grünen und für Nein den orangefarbenen Umschlag in die Höhe. Die Mehrheit stimmte mit Orange.

Als er 1989 in den 1952 von seinem Großvater gegründeten Betrieb eingestiegen sei, habe er ein Direktmarketing gestartet, berichtete der Diplom-Ökonom. „Wir haben alle Druckereien angeschrieben und so wuchs unser Kundenstamm von ehemals 500 auf 5000“, sagte der Chef des Unternehmens, das sich mit dem Druck von Briefumschlägen einen Namen gemacht hat. Rund 200 Millionen davon bedruckt das Unternehmen mit Sitz am Betsbruchdamm pro Jahr. 2008 übernahm der Stuhrer Betrieb eine Hamburger Kuvertdruckerei und 2014 den Kurvertierbetrieb Mailinghaus Stuhr.

Lisei ging in seinem Vortrag auf die Schwierigkeiten in der Druckbranche ein. Ein großes Problem sei die Verschiebung von Print zu Digital. „Meine Frau hat früher drei Bücher mit in den Urlaub genommen. Heute hat sie hundert Bücher auf ihrem handlichen E-Book-Reader immer dabei“, erklärte er. „Das Druckerhandwerk galt in der Vergangenheit als schwarze Kunst. Was heute digital gespeichert werden kann, muss man nicht mehr drucken.“

Zu Beginn seiner Tätigkeit in dem Familienbetrieb habe es dort gar kein Marketing gegeben, sagte Lisei. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über einen Online-Shop.

Auch wenn die Aussichten in der Druckbranche nicht rosig seien, versuche sein Unternehmen, das Beste daraus zu machen. Investitionen in neueste Technik sowie Weiterbildungen für die Mitarbeiter gehörten dazu. Ebenso bilde die Otto Theobald GmbH jedes Jahr einen jungen Menschen im kaufmännischen Bereich aus.

„Wir setzen auf unser Alleinstellungsmerkmal, nämlich die größte Auswahl an Produkten ab Lager und arbeiten mit sehr geringer Fehlerquote.“ Zudem wolle der Familienbetrieb nicht der günstigste Anbieter sein. „Über den Preis verkaufen kann schließlich jeder.“

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