Digital und analog

Esra Oezen ist die neue Stipendiatin an der Künstlerstätte

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Die 31 Jahre alte Künstlerin Esra Oezen hat im November ihr Stipendium angetreten. Seitdem wohnt und arbeitet sie in der Künstlerstätte Heiligenrode.

Heiligenrode - Von Angelika Kratz. In Wolfsburg liegen die Wurzeln der neuen Stuhrer Stipendiatin. Esra Oezen ist die 50. Bewohnerin der Künstlerstätte Heiligenrode, die zehn Monate kostenlos Atelier und Wohnung sowie einen Beitrag für den Lebensunterhalt bekommt.

Erst einmal ankommen, müsse sie und den Kopf für Neues frei bekommen, sagt die 31-Jährige bei ihrer offiziellen Vorstellung. Nach ihrem Einzug Anfang November habe sie bislang lediglich ausgepackt und die Umgebung erkundet. „Ganz schön ruhig hier“, ist ihr erster Eindruck.

Nach dem Abitur studierte Oezen an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Sie machte ihren Bachelor im Kommunikationsdesign und den Masterabschluss im Bereich der Freien Kunst im Jahr 2014.

Bereits während des Studiums erhielt sie ein mehrmonatiges Stipendium als Preisträgerin des Kunstvereins Wolfsburg in Indonesien. Ein vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördertes Arbeitsstudium folgte nach dem Studienabschluss der Meisterschülerin von Corinna Schnitt im Künstlerhaus Lukas, dem sich nun ein weiteres Stipendium in der Gemeinde Stuhr anschließt.

„Es läuft gut“, sagt Esra Oezen, die sich künstlerisch in keine Schublade stecken lassen möchte. Sie liebe viele Spielarten und Ausdrucksformen der Kunst, aber besonders die analoge Fotografie in Schwarz-Weiß.

„Aber mal sehen, man weiß ja nie“

Der Blick in den grauen Himmel war zuvor ihr Thema, sie entwickelte die Filme selber, und später verfremdete sie sie digital. Mit der Malerei hat Esra Oezen bislang nichts zu tun. „Aber mal sehen, man weiß ja nie“, sagt sie. „Mal gucken“ ist die lockere Aussage einer jungen Künstlerin, die sich hinsichtlich ihrer bereits vielfachen Anerkennung in den Fachkreisen sicher ist, auch in Heiligenrode ihre künstlerischen Spuren zu hinterlassen.

Bis Mai des kommenden Jahres lebt und arbeitet Esra Oezen noch mit Heiligenrodes zweiter Stipendiatin, der gleichaltrigen Amina Brotz, unter einem Dach.

Andrea Mehlhop, Kulturbeauftragte der Gemeinde Stuhr, konnte hinsichtlich der Einordnung „Malerei“ und „Bildhauerei“ der jeweiligen Förderungen in früheren Jahren für Aufklärung sorgen. Hinsichtlich der Vielschichtigkeit heutiger Künstler und ihrer übergreifenden Techniken gebe es keine Unterschiede mehr, aber noch immer die Förderung von zwei jungen Künstlern, egal aus welchem Genre.

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