Familienbetrieb

Unternehmen Säcke Hinrichs in Varrel blickt auf 100 Jahre Firmengeschichte

Die Geschäftsleitung der Firma Säcke Hinrichs.
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Die Geschäftsleitung der Firma Säcke Hinrichs im gut sortierten Hochregal-Warenlager: (v.l.) Daniel Kasperak (49) und seine Eltern, Gabriele und Oswald Kasperak (beide 82).

Stuhr-Varrel – „Mit uns sackens Sie’s!“ wirbt das Unternehmen Säcke Hinrichs und weist mit diesem Versprechen zusammen mit dem Firmennamen zugleich auf die Produkte hin, um die es geht. Seit vielen Jahren ist der Betrieb als Spezialist für Sackverpackungen aller Art tätig. Vor Kurzem blickten Geschäftsleitung und die knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine 100-jährige Firmengeschichte zurück, die am 15. November 1921 ihren Anfang nahm.

Mit einem kleinen Sackhandel, den der gelernte Bäcker Tönjes F. Hinrichs 1921 in Bremen ins Leben rief, legte dieser den Grundstein für die 100-jährige Erfolgsgeschichte der heutigen Säcke Hinrichs GmbH. Die sogenannte Bäckerkrätze, ein juckender Hautausschlag, verhinderte damals seinen Plan, eine Bäckerei zu betreiben. Mit der Gründung der Sackhandlung Tönjes Hinrichs sicherte sich der findige Unternehmer sein Einkommen und blieb so dem Metier treu. Fortan sammelte Hinrichs bei Bäckereien gebrauchte Mehlsäcke ein. In seiner alten Backstube wurden die Jutesäcke gereinigt, geflickt und anschließend den umliegenden Müllern aus der Region wieder zugeführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg startete Tönjes F. Hinrichs ab 1947 erneut. Inzwischen war Hinrichs Sohn Willy K. F. Hinrichs ins Unternehmen eingestiegen. Die Firma wuchs zu einem ansehnlichen Unternehmen. Deutlich mehr Lagerplatz erhielt der Betrieb ab 1950 in einem neuen Firmengebäude in der Großen Johannisstraße 171/173 in Bremen. Etwa 1 000 Quadratmeter standen nun zur Verfügung.

Nach dem Tode des Firmengründers übernahm sein Sohn Willy die alleinige Geschäftsführung. 1954 nahm dieser zusätzlich zu Papier- und Jute- auch Kunststoffsäcke in das Sortiment auf. Die Lücke, die sein Vater hinterlassen hatte, schloss ab 1958 Gabriele Kasperak. Die gelernte Industriekauffrau stieg in den folgenden Jahrzehnten von der einfachen Mitarbeiterin zur unverzichtbaren Assistentin des Firmenchefs Willy Hinrichs auf. Anfang der 1980er-Jahre ernannte er sie zu seiner Nachfolgerin. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Oswald Kasperak sorgte die dritte Generation für neue Impulse.

1924: Tönjes F. Hinrichs mit seiner Familie vor dem Firmengebäude in der Bremer Neustadt.

Unter dem Namen „Sackfabrik Hinrichs KG“ zog das Unternehmen von Bremen nach Stuhr in die Schulstraße. Jetzt waren es schon 4 000 Quadratmeter Fläche, die dem Unternehmen zur Verfügung standen. Am neuen Standort organisierte Oswald Kasperak eine Optimierung der Lagerhaltung für das erweiterte Sortiment. Mittlerweile teilten sich Willy Hinrichs, Gabriele und Oswald Kasperak die Geschäftsleitung. Der Mauerfall 1989 eröffnete dem Unternehmen neue Märkte und sorgte für ein weiteres Wachstum.

1993 starb Willy Hinrichs im Alter von 74 Jahren. Die Kasperaks waren nun alleine für die Unternehmensführung verantwortlich. Ihr Sohn Daniel Kasperak trat im Juni 1998 nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt in die Geschäftsführung ein und startete mit dem Aufbau eines internationalen Zulieferernetzwerkes.

2010 wurde in Stuhr-Varrel an der Delmenhorster Straße 330, unweit des alten Standortes, auf einem 12 000 Quadratmeter großen Grundstück eine neue, moderne Firmenzentrale mit drei Lagerhallen eingeweiht. Die Lagerkapazität stieg auf 3 000 Quadratmeter.

Von klein bis groß: Die Firma stellt viele verschiedene Sacktypen her wie diese Big Bags.

Verpackungsprodukte werden in vielen Branchen benötigt. Bei landwirtschaftlichen Betrieben, der Lebensmittelindustrie, den Entsorgungsbranchen, Werften, der Automobilindustrie und weiteren. Papiersäcke, Kunststoffsäcke, Big Bags, PP-Gewebesäcke, Säcke aus Naturgewebe und vieles mehr in verschiedenen Farben und Abmessungen sind Gegenstand des Handelsgeschäftes. „Wir haben für jede Ware die passende Verpackungslösung“, erklärt Daniel Kasperak. „Wir produzieren vor und stellen sicher, dass die Ware dank professioneller Logistik zum gewünschten Zeitpunkt bereitsteht.“ Die Vorratshaltung sei eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale der Säcke Hinrichs Gesellschaft, so die Geschäftsleitung.

„Es ist echt schwer neue Auszubildende für den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmanns zu bekommen“, bedauert Daniel Kasperak und würde sich über mehr Interesse seitens junger Leute an diesem vielfältigen Ausbildungsberuf freuen. „Einige Bewerber finden den Weg über ein einjähriges Praktikum zu uns“, hat er festgestellt. „Das ist so ein Zwischending zwischen Lehre und Studium. Nach einem Jahr in der Praxis sind die Bewerber dann noch ein Jahr in der Schule, können aber auf Wunsch nachmittags bei uns hier noch tätig sein“, erklärt Kasperak das Verfahren zur Nachwuchsförderung.

„Die Säcke Hinrichs GmbH soll auch zukünftig ein inhabergeführter Familienbetrieb bleiben“, so die Aussage seitens der aktuellen Geschäftsleitung. „Als ein Unternehmen, das sich in den vergangenen 100 Jahren immer wieder neu erfunden hat, ist das Handelsgeschäft auch auf die Zukunft bestens vorbereitet. Die Zukunft kann kommen!“

Das heutige Firmengebäude in Stuhr-Varrel an der Delmenhorster Straße 330.

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