Collage der Stuhrer Künstlerin Karin Hirschgänger bei Themenabend der CDU enthüllt / Erinnerung an Mauerfall

Deutsche Einheit: Nicht alles ist glatt gelaufen

Eine Collage von Karin Hirschgänger (3.v.r.) erinnert an die deutsche Einheit. Foto: Jantje Ehlers

Stuhr - Von Heiner Bütemeyer. Der Gemeindeverband Stuhr der CDU hatte zu einem Themenabend anlässlich der 30 Jahre eingeladen, die seit dem Mauerfall vergangen sind. Vorsitzender Ralph Ahrens begrüßte unter den Gästen auch den Landtagsabgeordneten Volker Meyer.

Zu Beginn der Veranstaltung erinnerte Ahrens daran, dass die deutsche Einheit schon immer ein Thema in der CDU gewesen sei und es auch bleiben werde. Dabei gehe es nicht nur um eine formelle Vereinigung, sondern ebenso um eine inhaltliche. Der 9. November sei ein Meilenstein und ein Aufbruch in eine neue Zeit gewesen. Er stellte den Anwesenden die Stuhrer Künstlerin Karin Hirschgänger vor, die zwar seit 1972 in Stuhr lebt, aber in Berlin aufgewachsen ist und einige persönliche Gedanken über die Wiedervereinigung formulierte. Sie kannte Berlin noch als „Vier-Sektoren-Stadt“ und erinnert sich: „Was war das für ein Moment, als es hieß: Die Mauer ist weg!“ Aber es sei nicht alles so glatt verlaufen, wie man es sich vor 30 Jahren vorgestellt habe. „Meine Verwandten im Erzgebirge fühlen sich nicht so vereinigt“, berichtete sie.

Sie hatte eine Collage angefertigt, die an diesem Themenabend enthüllt wurde. Großflächig zeigt sie menschliche Silhouetten mit einem erhobenen Zeigefinger und darunter Zeitungsseiten mit Berichten über den Mauerfall. Besonders der erhobene Zeigefinger soll signalisieren, dass auch Fehler gemacht wurden. Viele Menschen seien mit der neuen Realität überfordert gewesen, sie seien auch von ihren Brüdern und Schwestern im Westen teilweise „über den Tisch gezogen“ worden.

Der Landtagsabgeordnete Volker Meyer, der einer Enquete-Kommission angehört, von der die Verbindungen zwischen der Stasi und in Niedersachsen lebenden Spionen untersucht werden, berichtete von Gesprächen mit Opfern der DDR-Justiz, von denen viele ihr Leben lang traumatisiert bleiben werden. „Die DDR war ein Unrechtstaat, ohne Wenn und Aber“, erklärte er.

Die Wahlerfolge der AfD seien jedoch ein Zeichen dafür, dass die Politik auch danach Fehler gemacht habe. In einigen Regionen seien inzwischen tatsächlich die versprochenen blühenden Landschaften entstanden, es gebe aber auch immer noch strukturschwache Gebiete.

Grundsätzlich sei man allen Menschen, die damals den Mut hatten, auf die Straße zu gehen, zu großem Dank verpflichtet. Der „Arabische Frühling“ sei ein Beweis dafür, dass es vor 30 Jahren auch ganz anders hätte kommen können, erklärte Ahrens. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass es ein unfassbares Wunder ist, dass der Mauerfall damals so unblutig verlaufen ist.

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