Keine treffen seit 2019

Deutsch-französischer Partnerschaftsverein Stuhr hofft auf 2022

Die Doppelspitze des deutsch-französischen Partnerschaftsvereins: Martina Heathcote und Jürgen Timm. Archivfoto: Ehlers
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Die Doppelspitze des deutsch-französischen Partnerschaftsvereins: Martina Heathcote und Jürgen Timm. Archivfoto: Ehlers

Der deutsch-französische Partnerschaftsverein hat bei seinem jüngsten Treffen im Rathaus seine Doppelspitze bestätigt: Jürgen Timm bleibt Vorsitzender, Martina Heathcote seine Stellvertreterin. Auf Nachfrage der Kreiszeitung spricht sie von einem unspektakulärem Treffen, und das aus naheliegendem Grund: Fahrten nach Frankreich oder Besuche aus dem Nachbarland sind pandemiebedingt seit 2019 nicht mehr möglich.

Stuhr – „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder mit den Franzosen in Kontakt treten können“, sagt Martina Heathcote. Sonst bestehe die Gefahr, dass der Austausch einschlafe. Sie selbst sei noch im Herbst in Frankreich gewesen – bei einem Treffen des Förderkreises für das deutsch-französische Jugendwerk, dessen Vorsitzende sie hierzulande ist. „Die Franzosen sind da genauso ratlos wie wir. Man verfolgt alles im Fernsehen und hört nichts voneinander“, hat Martina Heathcote in privaten Gesprächen festgestellt.

Viel war für 2021 geplant, alles musste coronabedingt abgesagt werden

Dass Franzosen in Stuhr waren, geht auf den November 2019 zurück. Seinerzeit feierte der Förderkreis für das deutsch-französische Jugendwerk in der Gutsscheune Varrel sein 60-jähriges Bestehen. Der Landkreis hatte diese Initiative gegründet, um dem Jugendaustausch einen ehrenamtlichen Rahmen zu geben. Ebenfalls seit 2019 habe es auch keinen französischen Praktikanten mehr in Stuhr gegeben.

„Es wäre mal wieder an der Zeit, dass wir mit einer offiziellen Delegation dorthin reisen“, sagt Martina Heathcote. Was die Vereine angeht, werden „die ersten zarten Austauschmaßnahmen für 2022 geplant“. Die Vereine hätten in diesem Jahr viel organisiert, doch dann sei alles abgesagt worden.

Fahrt nach Frankreich für Juli 2022 geplant

„Als Gastgeber stellen sie super Programme auf die Beine, damit sich die Franzosen hier wohlfühlen. Da steckt viel Herzblut drin“, sagt Heathcote. Doch auch die Unterbringung der Teilnehmer in Gastfamilien benötige viel Vorlaufzeit. „Das ist schon zu normalen Zeiten ein Kraftakt.“ Hinzu komme, dass die jungen Leute durch die ganze Welt jetten. „Da liegt Frankreich nicht ganz so im Trend.“ Und dann wären da noch die Ferienzeiten, die sich oft nicht decken würden. „So ein Austausch will gelebt sein“, stellt Martina Heathcote fest.

Das weiß auch Alexander Carapinha Hesse, Vorsitzender des Tus Varrel. Seiner Auskunft nach unterhält der Verein eine „rege Freundschaft“ zu der französischen Gemeinde Teloché und peilt für kommendes Jahr eine Reise dorthin an. „Eigentlich wollten wir 2020 nach Frankreich, haben das aber auf dieses Jahr verschoben. Doch auch da mussten wir der Realität ins Auge sehen.“ Heißt: Verlegung auf 2022, Umsetzung unsicher. Noch vierte oder schon fünfte Welle? Oder geht dazwischen was? „Das alles hat was von einem Blick in die Glaskugel“, sagt Carapinha Hesse.

Carapinha Hesse: Online-Kontakte können physische Treffen nicht ersetzen

Immerhin gibt es bereits einen konkreten Termin: Der Bus soll am 22. Juli in Varrel losfahren und am 29. Juli wieder zurückkommen. „Dafür suchen wir übrigens noch jugendliche Teilnehmer“, wirft Carapinha Hesse ein.

Sollte es auch im kommenden Jahr nichts werden, „dann planen wir für 2023 oder 2024. Denn planen ist Hoffnung. Und die Hoffnung, dass wir unsere französischen Freunde wiedersehen, lassen wir uns nicht nehmen“, sagt der TuS-Vorsitzende. Er macht nach eigener Auskunft seit 1998 beim Frankreich-Austausch mit.

Zurzeit stehe er mit seinem Gastvater, bei dem er schon während seines studentischen Praktikums in Teloché untergebracht war, regelmäßig via Skype, Facebook und Whatsapp in Kontakt. Die physischen Treffen könne das natürlich nicht ersetzen. „Der Austausch mit den Franzosen ist eine Bereicherung – nicht nur für Varrel, sondern für ganz Stuhr“, findet Carapinha Hesse.

Verein möchte zum Frühjahrs- und Gewerbemarkt in Brinkum

Die Liebe von Martina Heathcote zu Frankreich geht sogar auf das Jahr 1981 zurück. Seitdem hat sie das Land nicht mehr losgelassen. Auch sie hat noch Kontakt zur damaligen Gastgeber-Familie. Nur allzu gerne würde sie zur Überbrückung eine Videobotschaft nach Frankreich übermitteln. „Einfach mal Grüße zum neuen Jahr rüberschicken und sagen: Uns geht es gut, in Verbindung mit Impressionen aus Stuhr.“ Nicht überall gehe es in der Pandemie so zu wie in Bayern. Doch dies seien die Bilder, welche die Franzosen vor den Bildschirmen mitbekommen würden. Heathcote denkt an einen Film oder ein Fotoalbum. „Wir müssen noch jemanden finden, der die Zeit und die Möglichkeit hat, das zu schneiden. Das muss nicht perfekt sein.“

Als Termin für 2022 hat der Partnerschaftsverein den Brinkumer Frühjahrs- und Gewerbemarkt im Blick. „Da präsentieren wir uns immer zusammen mit der Gemeinde und den anderen Stuhrer Partnerschaftsvereinen“, sagt Heathcote.

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