Stuhrer Gastronomen setzen auf Außer-Haus-Verkauf während der Feiertage

Der Festtagsschmaus ist gerettet

Das Weihnachtsmenü „To Go“ planen Sören Eilers und Chefin Tanja Meyer. Gäste bekommen vakuumierte Gerichte zum Erhitzen in der heimischen Küche.
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Das Weihnachtsmenü „To Go“ planen Sören Eilers und Chefin Tanja Meyer. Gäste bekommen vakuumierte Gerichte zum Erhitzen in der heimischen Küche.

Seckenhausen – Eigentlich wäre das Haus in diesen Tagen richtig voll: Letzte Adventsfeiern, und dann die Menüs an den beiden Weihnachtsfeiertagen und am darauffolgenden Sonntag. „Wir waren ausgebucht“, sagt Dieter Meyer, Inhaber des Gasthauses Kreuz-Meyer in Seckenhausen. „Eigentlich“, fügt er hinzu. Die Corona-Pandemie macht ihm wie allen seinen Kollegen einen Strich durch die Rechnung. Die Tür an der Hauptstraße bleibt dennoch ein Stück weit offen am Heiligen Abend, an den Weihnachtsfeiertagen und am Sonntag, 27. Dezember. Wie viele andere Gastronomen in der Gemeinde Stuhr setzt Meyer auf den Außer-Haus-Verkauf.

Allerdings geben Meyer und Sören Eilers, Neffe des Betriebsinhabers und Junior-Chef bei Kreuz-Meyer, die Gerichte nicht warm zubereitet heraus. Die beiden Gastronomen bereiten sie im Kombidämpfer vor und vakuumieren die Speisen. Die Kunden könnten sie in der heimischen Küche im Wasserbad einfach zwölf bis 15 Minuten erhitzen und ihren Lieben dann heiß und frisch servieren. „Das Festessen ist also auf jeden Fall warm“, sagt Dieter Meyer. Ein Vorteil, wenn die Fahrt vom Gasthaus nach Hause weiter ausfällt oder sich die Gäste verspäten. „Wir haben alle Gerichte ausprobiert“, betont Sören Eilers. Nicht, dass die Roulade erst lauwarm, der Rotkohl aber schon verkocht ist.

Auf der Abholkarte stehen alle Gerichte, die das Team bei Kreuz Meyer an den Festtagen ohnehin so oder in ähnlicher Form serviert hätte: Neben der Roulade finden Ente, Schweinefilet, Wild, Hühnerfrikassee und ein veganes Gericht darauf.

Noch bis heute müssen Kunden bestellen, abholen können sie die Gerichte jeweils zwischen 9 und 13 Uhr. Die Nachfrage sei gut, freuen sich die Seckenhauser Gastronomen, ausgleichen könne der Außer-Haus-Verkauf die aktuellen Ausfälle aber nicht. Schon von Ende November bis zum 23. Dezember treffen sich bei Kreuz-Meyer normalerweise Firmen und Vereine zu ihren Weihnachtsfeiern. Nicht so in diesem Jahr. Auch der Saal und die Gaststube, wo normalerweise an den beiden Feiertagen mittags und abends insgesamt mehrere hundert Gäste ihr Weihnachtsmenü verspeisen, bleiben leer.

„Normalerweise ist der Dezember unser umsatzstärkster Monat“, sagt Dieter Meyer. So ganz überraschend hat der neue Lockdown die Restaurantbetreiber aber nicht erwischt. „Wir haben schon im Oktober so etwas geahnt. Man kann ja zwischen den Zeilen lesen.“

Und das neue Jahr beginnt für die Seckenhauser und ihre Berufskollegen kaum besser: Denn die Kohlfahrtsaison fällt komplett aus. Schon in diesem März, nach dem Ausbruch der Krise, musste Kreuz-Meyer nach einem guten, vielversprechenden Saisonauftakt die erste Kohlfahrt absagen. So richtig in Schwung kam das Geschäft nach dem ersten Lockdown nicht wieder. In Sommermonaten feiern frischvermählte Paare gern ihre Hochzeit mit Freunden und Familien im großen Saal an der Seckenhauser Hauptstraße. „Das ging in diesem Jahr nur mit eingeschränkter Personenzahl, erst 50 und dann nur noch 30“, berichten Dieter Meyer und Sören Eilers.

Immerhin ein Standbein bleibt für den Traditionsbetrieb halbwegs stabil: Die Hotelzimmer sind gefragt, aber nur von Gästen, die geschäftlich reisen. In der Coronazeit seien nach wie vor viele Vertreter und Monteure unterwegs. Übernachtungen zu touristischen Zwecken, wie es im Behörden-Deutsch heißt, sind dagegen nicht gestattet. Bis zum Normalbetrieb sei es ein weiter und steiniger Weg: „Vor Ostern bessert sich die Lage für uns Gastronomen kaum“, befürchtet Meyer.

Von Burkhard Peters

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