Mehr-Generationen-Haus: Klönschnack-Telefon kommt bei Helfern und Gästen gut an

„Den Leuten fehlt der soziale Kontakt“

Sitzt am Klönschnack-Telefon: Heidi Siedekum, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Mehr-Generationen-Hauses in Brinkum.  
Foto: RAINER JYSCH
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Sitzt am Klönschnack-Telefon: Heidi Siedekum, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Mehr-Generationen-Hauses in Brinkum. Foto: RAINER JYSCH
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Brinkum – Immer dienstags und mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr laufen im Mehr-Generationen-Haus (MGH) in Brinkum die Telefonleitungen heiß. „Klönschnack-Telefon“ nennt sich das Gesprächsangebot, das in Coronazeiten den fehlenden persönlichen Kontakt – soweit möglich – ersetzen soll.

„Anrufer mit Gesprächsbedarf zu einem Thema, das sie momentan interessiert oder bewegt, dürfen sich gerne telefonisch unter 0421/ 80 60 98 74 bei uns melden“, sagt MGH-Leiterin Daniela Gräf.

Momentan ist das MGH für Besucher geschlossen. Das liegt nicht nur am Corona-Virus, sondern auch an den Umbaumaßnahmen, die augenblicklich das Geschehen in der früheren Backstube des Schaumlöffel-Hauses dominieren. Aktuell nutzt auch Heidi Siedekum, ehrenamtliche Mitarbeiterin des MGH, die Telefonleitung, um sich aktiv mit anderen Ehrenamtlichen auszutauschen oder sich einfach nach dem Wohlergehen des Menschen am anderen Ende der Leitung zu erkundigen. Auch mit früheren Gästen der Einrichtung hat sie gesprochen. „Die meisten Leute interessiert, was in der Backstube los ist. Von außen sieht man ja nicht, was hier so passiert“, berichtet sie aus vielen telefonischen Unterhaltungen. „Den Leuten fehlt der soziale Kontakt. Sie sind glücklicherweise gesund, aber die Gespräche mit anderen Menschen vermissen sie.“ Einige der Angerufenen seien zu Beginn etwas reserviert. „Das ändert sich aber schnell im Verlauf des Gesprächs und aus Zurückhaltung wird Redefluss“, erzählt Siedekum. „Sie freuen sich einfach über das Interesse, das ihnen entgegengebracht wird.“

Auch Versicherungsberaterin Simona Frank hat ihre ehrenamtliche Tätigkeit im MGH ins Telefon verlegt. Einmal pro Woche hatte sie eine feste Sprechstunde in Sachen Rentenversicherung für Versicherte und Rentner. Nun gibt sie Ratschläge unter 0175/97 10 874.

Als Ersatz für die EDV-Treffs und -kurse im MGH können sich Ratsuchende mit Computer-Fragen oder Handy-Problemen telefonisch von 8.30 bis 13.30 Uhr im MGH melden. „Wir vermitteln dann einen unserer ehreamtlichen EDV-Spezialisten, der versuchen wird, dem Anrufer kostenlos telefonisch weiterzuhelfen“, heißt es in einer Mitteilung des MGH. „Man merkt dann doch, dass die Menschen Redebedarf haben“, weiß Heidi Siedekum zu berichten. „Viele sind ja auch gut vernetzt, haben einen Anrufbeantworter und dann sabbel ich da was drauf.“

Eine Frage taucht immer wieder auf: Wann wird das Haus endlich für Besucher wieder geöffnet? Dazu Daniela Gräf: „Wir müssen mal abwarten, wie sich das weiterentwickelt. Wir sind da auch von behördlichen Auflagen und Lockerungen abhängig. Eine genaue Prognose ist da praktisch nicht möglich.“

Von Rainer Jysch

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