Delmenhorster Klage liegt jetzt vor

Bauarbeiten für den Decathlon-Markt in Brinkum-Nord haben begonnen

Wann Decathlon in Brinkum-Nord öffnet, steht auch wegen der Corona-Krise nicht fest. Foto: Jantje Ehlers
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Wann Decathlon in Brinkum-Nord öffnet, steht auch wegen der Corona-Krise nicht fest.

Brinkum - Mehr als zwei Jahre nach Bekanntwerden der Pläne für einen Decathlon-Markt in Brinkum-Nord rollen auf dem Grundstück zwischen Teppick Kibek und dem Toom-Baumarkt die Bagger. An der Robert-Bosch-Straße möchte der Sportartikel-Discounter seinen nach eigener Auskunft mehr als 70 Filialen eine weitere hinzufügen. Wann die öffnen könnte, vermag der Konzern noch nicht zu sagen.

Auf Anfrage der Kreiszeitung teilte Ludger Niemann, Sprecher Unternehmensentwicklung, lediglich mit: „Leider ist die Entwicklung unserer Baustellen in diesen Zeiten kaum vorhersagbar. In Stuhr ist es ja zudem so, dass unser Vermieter Kibek baut. Wir können also zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen zu einem eventuellen Eröffnungsdatum machen.“ In einigen Monaten seien „hoffentlich“ konkretere Aussagen möglich.

Als Bauherr tritt allerdings nicht Kibek, sondern die F.S.M Grundstücksgesellschaft Brinkum mit Sitz in Hamburg auf. Ihr gehört das Grundstück, sie hat bereits das Gebäude für Kibek gebaut. Wegen Corona kann aber auch Geschäftsführer Frank Sachau nicht mit einem Zeitplan dienen. „Das lässt sich schlecht abschätzen. Wir haben mit der Corona-Krise auch am Bau zu tun.“ Noch gehe es gut voran. Eine Fertigstellung im Herbst sei zwar schön, doch im Moment sei alles offen. Das Investitionsvolumen beziffert Sachau mit sechs bis sieben Millionen Euro. Darin nicht enthalten sind die Erschließungskosten. Die Zufahrt auf das Grundstück müsse noch geändert werden.

Seit dem Ratsbeschluss am 14. Februar ist der Bebauungsplan „Brinkum-Nord Sportfachmarkt“ rechtskräftig. Die Stadt Delmenhorst reagierte und stellte wie angekündigt einen Normenkontrollantrag beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. Die Nachbarkommune beklagt den Plan, weil sie einen Kaufkraftabzug befürchtet.

Der Antrag ist allerdings erst vor wenigen Tagen beim Oberverwaltungsgericht eingetroffen, wie Pressesprecher Heiko Leitsch auf Nachfrage mitteilt. Der Vorgang hat das Aktenzeichen 1KN63/20. Um einen Eilantrag handele es sich dabei nicht.

Die Antragsschrift werde nun der Gemeinde Stuhr zugestellt. Sie bekommt damit die Möglichkeit, auf die aus ihrer Sicht nicht zutreffenden Aussagen einzugehen. Gegebenenfalls äußere sich dann noch einmal die Stadt Delmenhorst. Es gehe darum, die Argumente für die gerichtliche Verhandlung vorzubereiten, sagt Leitsch. Allein das dauere bereits ein halbes Jahr. Durchschnittlich ziehe ein Jahr ins Land, bis das OVG eine Entscheidung getroffen habe. „Das hängt immer von der Komplexität des Vorgangs ab.“

Eine Antwort auf die Delmenhorster Beschwerde beim Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz steht nach Auskunft von Stuhrs Stadtplaner Christian Strauß ebenfalls noch aus. Eine Untersagung des Vorhabens durch das Ministerium sei zwar noch nicht gänzlich ausgeschlossen, doch damit rechnet Strauß nicht. „Der Sachstand ist ja in Hannover bekannt“, sagt der Planer. Der B-Plan sei rechtskräftig, die Baugenehmigung erteilt. Das Ganze sei nun ein „laufender Vorgang“.

Dass  auf dem Bauschild der 19. Dezember als Datum für die Baugenehmigung genannt ist, obwohl der Rat erst Mitte Februar grünes Licht für den Satzungsbeschluss gab, ist laut Hajo Giesecke kein Widerspruch. Der Fachbereichsleiter Bau, Recht und Ordnung verweist auf das Baugesetzbuch, das diese Möglichkeit ausdrücklich erlaube – und zwar „wenn ein Zustand im Planverfahren erreicht ist, der keine Änderung mehr erwarten lässt“. Der Bauantrag liege schon „sehr lange“ vor, fügt Giesecke hinzu.

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