Bau trotz Corona gut gelaufen

Decathlon öffnet schon bald in Brinkum – Delmenhorst findet das nicht so prickelnd

Das Gebäude für die neue Decathlon-Filiale an der Gottlieb-Daimler-Straße in Brinkum-Nord sieht bezugsfertig aus. Im Inneren verrichten noch Elektriker ihren Job. Auf dem Außengelände montieren Arbeiter einen Zaun, andere schließen die letzten Lücken in der Pflasterung des Parkplatzes.

  • Der Sportfachmarkt Decathlon kommt nach Brinkum-Nord.
  • Die Eröffnung ist für das erste Halbjahr 2021 geplant.
  • Die Stadt Delmenhorst hat allerdings etwas gegen die Ansiedlung von Decathlon.

Brinkum-Nord - „Das Gebäude ist in Kürze fertig. Wir werden es demnächst an Decathlon übergeben“, sagt Frank Sachau. Er ist Geschäftsführer der F.S.M. Grundstücksgesellschaft Brinkum mit Sitz in Hamburg, die das Haus für den künftigen Sportfachmarkt hochgezogen hat. Decathlon ist ein Beispiel dafür, dass es die Baubranche ganz passabel durch die Pandemie geschafft hat. „Eine Fertigstellung im Herbst wäre schön“, hatte Sachau zum Start der Arbeiten im April dieses Jahres gesagt. Genau so ist es auch gekommen. „Der Bau ist trotz Corona gut gelaufen.“

UnternehmenDecathlon
HauptsitzVilleneuve-d'Ascq, Frankreich
GründerMichel Leclercq
Umsatz12,8 Milliarden USD (2017)

Decathlon Brinkum: Genaue Eröffnung noch nicht klar

Wann genau der Markt in Brinkum öffnet, vermag Decathlon nicht zu sagen. „Leider haben wir noch kein Eröffnungsdatum, da es noch diverse Kleinigkeiten zu regeln gibt. Stand jetzt werden wir im ersten Halbjahr 2021 eröffnen“, teilt Ludger Niemann, Sprecher Unternehmensentwicklung, mit. Die F.S.M. Grundstücksgesellschaft Brinkum hatte schon für Teppich Kibek gebaut und anschließend an das Geschäft vermietet. Dies wird auch bei Decathlon der Fall sein. Über die Laufzeit des Mietvertrags wollte Sachau keine Angaben machen.

So sieht der neue Sportfachmarkt im Gewerbegebiet Brinkum-Nord aus.

Nach wie vor ist beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein Normenkontrollantrag der Stadt Delmenhorst anhängig, die durch das Stuhrer Vorhaben unter anderem einen Kaufkraftabzug befürchtet. Der Vorgang mit dem Aktenzeichen 1KN63/20 ist inzwischen so weit gediehen, dass die Schriftsachen zwischen den Parteien ausgetauscht sind, wie Stadtplaner Christian Strauß berichtet. Seiner Ansicht nach stützt die aktuelle Rechtsprechung die Position der Gemeinde.

Decathlon in Brinkum: Delmenhorst scheitert mit Eilantrag

Damit meint Strauß nicht nur „Urteile in vergleichbaren oder ähnlich gelagerten Fällen“, sondern auch den kürzlich gescheiterten Eilantrag Delmenhorsts beim Verwaltungsgericht Hannover. Laut der vierten Kammer verletzt die Stuhrer Baugenehmigung die Nachbarstadt nicht in ihren Rechten. Für Delmenhorst hingegen steht fest, dass die Genehmigung des Vorhabens „unter Verletzung des sogenannten interkommunalen Abstimmungsgebotes und der Ziele des Landesraumordnungsprogramms“ erteilt worden ist, wie es in einer Mitteilung des Gerichts heißt. Decathlon beeinträchtige durch die zu erwartenden Umsatzverschiebungen in städtebaulich relevanter Weise die Funktionsfähigkeit der Delmenhorster Innenstadt und gefährde so ihren Versorgungsauftrag im bereits vorgeschädigten Segment der Sportbekleidung und -artikel. Dieser Argumentation folgte das Gericht nicht.

Für den Parkplatz sind noch Restarbeiten zu erledigen.

Decathlon in Brinkum: Delmenhorst befürchtet Beeinträchtigung

Laut Mitteilung stützte die Kammer ihre Entscheidung auf die im Vorfeld von Stuhr eingeholten gutachterlichen Prognosen. Diese ließen keine hinreichend schwere Beeinträchtigung der Planungshoheit der Stadt Delmenhorst erwarten. Insbesondere betrage die schlüssig prognostizierte Umsatzauswirkung auf den Einzelhandel in Delmenhorst lediglich 0,2 Millionen Euro pro Jahr. Dies entspreche rund 7,5 Prozent des branchenspezifischen Umsatzes und bewege sich unterhalb der Schwelle, bei der mit städtebaulichen Auswirkungen zu rechnen sei.

Delmenhorst habe nicht ausreichend belegen können, dass seine Innenstadt durch die Gesamtzahl der Einzelhandelsbetriebe in Stuhr beeinträchtigt werde. Es liege vielmehr nahe, „dass der gemessen an dem Nachfragepotenzial geringe Umsatz des Einzelhandels mit Sportartikeln und -bekleidung in Delmenhorst durch die ungünstige Lage zwischen den gut angebundenen Ortszentren der Stadt Bremen und der Stadt Oldenburg sowie die hohe Anzahl von Berufspendlern“ bedingt sei. Das Gewerbegebiet in Brinkum-Nord hingegen sei für die Delmenhorster eher von untergeordneter Bedeutung.

Unabhängig davon prüfe das Oberverwaltungsgericht Lüneburg noch „vollumfängliche Prüfung“ die Stuhrer Bauleitplanung zum Sportfachmarkt. Dies geht laut Pressesprecher Heiko Leitsch über die vom Verwaltungsgericht untersuchte Baugenehmigung hinaus. Für Sachau aber macht dieses Verfahren jetzt „keinen Sinn mehr“. Er gehe davon aus, dass alles geklärt sei.

Ebenso offen ist laut Strauß noch die Delmenhorster Beschwerde beim Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Die ausstehende Antwort findet der Stadtplaner jedoch „nicht weiter verwunderlich“. Er glaube nicht, dass sich das Ministerium positionieren werde, da es sich um dieselben Themen wie in der gerichtlichen Überprüfung handele.

Rubriklistenbild: © andreas hapke

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