„Das ist kein Kavaliersdelikt“

Sportfischer ärgern sich über Wilderei

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Wer legal angeln möchte, kann seine Dokumente auch über den SFV Bremen-Stuhr erwerben.

Stuhr/Bremen - Der Sportfischerverein (SFV) Bremen-Stuhr hat es in den vergangenen zwei Jahren verstärkt mit Fischwilderei zu tun. Dies teilt Pressewart Thomas Schöntaube mit. „Wir beobachten immer häufiger Schwarzangler an unseren Gewässern“, sagt Schöntaube und fügt hinzu: „Viel zu oft wird gesagt, das sei ein Kavaliersdelikt. Diese Aussage gibt eigentlich nicht die wahre Härte dieser Verhaltensweise wieder. Nein, es ist eine Straftat, die leider zu selten und zu gering geahndet wird.“

Zu den Gewässern des SFV zählen unter anderem die Ochtum, der Silbersee sowie der Brinkumer und der Hohenhorster See. Laut Schöntaube treffen die Fischereiaufseher auch dort oft Kinder und Jugendliche an. „Diese werden aufgeklärt und auf die Möglichkeiten im Verein hingewiesen.“ Anders sehe es bei Erwachsenen aus. „Die werden beim Schwarzangeln genauer kontrolliert“, berichtet Schöntaube. Das Strafgesetzbuch lasse jedoch ein breites Spektrum an Sanktionen zu: „Neben einer empfindlichen Geldstrafe und dem Entzug der Angelausrüstung droht mitunter eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren wegen Fischwilderei.“

Angeln sei ein schöner und immer beliebterer Sport, stellt Schöntaube fest. Dies bedeute, dass auch immer mehr Leute versuchen, ohne entsprechende Dokumente wie Angelschein und Fischereierlaubnis ihren Fang zu machen. „An privaten Gewässern ist das Diebstahl, an öffentlichen Gewässern nennt man das Fischwilderei.“ Um das einzudämmen, ruft der SFV seine Mitglieder im neuesten Newsletter zur Wachsamkeit auf: „Bitte habt ein offenes Auge an unseren Seen und Flüssen. Informiert uns unverzüglich, wenn euch etwas auffällt.“

Schwarzangler kümmerten sich wenig oder gar nicht um Schonzeiten, Mindestmaße, Tier- oder Naturschutz. „Alles, was sich in den Fanggerätschaften verfängt oder anbeißt, wird rausgeholt. Dabei werden mitunter die verschiedensten tierquälerischen Methoden angewendet“, sagt Schöntaube. Zuweilen würden die ungebetenen Gäste Angelschnüre mit mehreren Haken, Ködern und Gewichten oder Reusen und Stellnetze im Wasser auslegen. Die Folge laut Schöntaube: „Tiere, die hier anbeißen oder sich verfangen, verenden qualvoll. Die Reusen sind meist versteckt angebracht. Die Fische bleiben hier oft tagelang in Gefangenschaft und werden nur noch tot rausgezogen. Nicht selten verfangen sich auch Wasservögel in den ausgelegten Angelschnüren.“ Zur Beute der Schwarzangler zählten auch Jungfische, die keine Gelegenheit hatten, abzulaichen und sich zu vermehren.

Interessierte ab 14 Jahren können den Angelschein in entsprechenden Lehrgängen beim SFV erwerben. Wer jünger ist, darf unter Aufsicht von Erwachsenen angeln, die im Besitz eines gültigen Angelscheins und einer Fischereierlaubnis sind.

Laut Schöntaube kümmern sich SFV-Mitglieder um die Pflege der Vereins- und Pachtgewässer sowie um einen ausgewogenen Bestand. In „vielen freiwilligen Arbeitsstunden“ säuberten sie die Ufer der Gewässer von Unrat, zudem schnitten sie Pflanzen und Bäume zurück. Schöntaube: „Vor allem der Bestand hat Priorität. Über Beobachtung und Fanglisten wird ein Neubesatz mit ausgewählten Jungfischen geregelt. Die Kosten liegen bei mehreren tausend Euro im Jahr.“ Weitere Infos gibt es im Internet.

ah

www.sfv-bremen-stuhr.de

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