Reduzieren und ausgleichen

Koopmanndruck aus Stuhr senkt CO2-Fußabdruck mit Aufforstung

Ein beschädigter Wald in Deutschland.
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Aufforstung und Umgestaltung: Um den CO2-Fußabdruck zu verringern, können Unternehmen in das Pflanzen von Bäumen und Mischwäldern regional und weltweit investieren.

Der Industriestandort Deutschland lebt von Unternehmen und vom Unternehmertum. Weil Produzieren ohne Emissionen eine Illusion ist, gibt es clevere Wege, um den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu reduzieren und zu kompensieren. Immer mehr Geschäftsleute beschäftigen sich mit Grüner Technologie - auch in Stuhr.

Stuhr – Der Druckspezialist Koopmann aus Stuhr ist laut eigener Aussage seit August klimaneutral. „Wir sind Vorreiter im Klimaschutz“, sagt Firmenchef Knut Winneckens selbstbewusst.

Im Vorfeld habe der energieintensive Druckerzeuger eine Analyse seines aktuellen CO2-Fußabdrucks vornehmen lassen. Laut „Greenhouse Gas Protocol“ (Standard zur Erstellung von Treibhausgasbilanzen) geht hervor, dass durch die Geschäftstätigkeit 2.921,2 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr anfallen. „Diese Emissionen – plus einen Sicherheitsaufschlag von zehn Prozent – kompensieren wir künftig“, sagt Winneckens.

Unvermeidliche Emissionen ausgleichen

Die „unvermeidlichen Emissionen“ will Koopmann mit Investitionen in Klimaschutzprojekte in Deutschland ausgleichen, so Winneckens. Das erfolgt beispielsweise in Kooperation mit „ClimatePartner“ und dem Verein Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Konkret werde so pro angefallener Tonne CO2 ein Baum gepflanzt, sagt der Geschäftsführer. Das ergebe nach derzeitigem CO2-Ausstoß rund 3.000 neue Bäume jährlich.

Vor der Kompensation galt es, zunächst alle anderen Möglichkeiten der Emissionsverringerung auszuschöpfen. Getreu dem ausgerufenen Leitbild: Vermeiden, reduzieren, kompensieren. Bereits 2011 stellte der Druckspezialist seine komplette Beleuchtung von Glühbirnen auf energiesparende LED um und reduziert damit seine Emissionen. „Das war damals ein Pilot mit der Firma Philips“, erinnert er sich. „Und zwar lange bevor es eine staatliche Förderung dafür gab.“

Heute verwendet Koopmanndruck sogar elektronische Messgeräte an jedem Verbraucher, um die energieintensiven Anlagen zu überwachen. „Wir können sehen, wenn jemand das Licht anlässt“, sagt Winneckens. Zwar erfordere neue und energieärmere Technik zunächst Investitionen. Die zahle sich jedoch aus, so der Geschäftsführer.

Umweltschutz hat für den Stuhrer Betrieb nämlich auch einen finanziellen Antrieb. „Die Energiekosten werden immer weiter steigen, da brauchen wir uns nichts vorzumachen“, sagt Winneckens. Auch aus wirtschaftlichen Zwängen sei das Stromsparen für sie daher sinnvoll.

„Für uns als mittelständisches Unternehmen liegt es in der Natur der Sache, dass wir vor der eigenen Haustür anfangen und hier vor Ort Verantwortung übernehmen. Die Kompensation war somit erst der letzte, aber zugleich logische Schritt.“ Ein Produktionsbetrieb werde trotz verschiedenster Maßnahmen immer Emissionen verursachen. Bei Koopmann seien dies hauptsächlich Emissionen, die im Zusammenhang mit Produktions- und Verbrauchsmaterial wie zum Beispiel Papier, Verpackungen, Farbe, Lack oder Toner entstehen.

Geschäftsführer Knut Winneckens schätzt, dass sein Unternehmen vor zehn Jahren noch rund doppelt so viel CO2 emittiert habe wie heute. Allein durch die Umstellung auf LED wurden 1121 Tonnen eingespart. Durch den Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter seien es noch einmal rund 1.200 Tonnen gewesen. Auch mit de Umzug vor 16 Jahren an die Lise-Meitner-Straße samt Neubau seien Einsparungen erfolgt.

Beim Thema Klimaschutz noch nicht am Ziel

Knut Winneckens wagt einen Ausblick: „Dass wir nun einen Teil unserer Emissionen kompensieren, bedeutet nicht, dass wir künftig untätig sind.“ Für die Zukunft plane das Unternehmen, die bereits installierte Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Betriebs zu erweitern. „Wir hatten uns auch mal mit Windkraft beschäftigt“ – konret mit sogenannten Vertikalturbinen, so der Geschäftsführer. Die Ergebnisse seien jedoch unbefriedigend gewesen und man habe von der Technik Abstand genommen. Künftig wolle das Unternehmen aber Öko-Gas beziehen. „In puncto Klimaschutz ist bei uns also noch lange nicht Schluss“, so Winneckens.

Was die Fahrzeugflotte von Koopmanndruck betrifft, habe sich laut Geschäftsführer das Unternehmen zukünftig auf E-Autos festgelegt. „Schritt für Schritt auf Fahrzeuge mit alternativem Antrieb umzustellen“, sagt Winneckens. Momentan laufe die Abstimmung mit dem Vertrieb, um Fragen zu klären, wo Leitungen liegen.

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