Abgeschlossen mit Note 1,3

Technischer Systemplaner: Daniel Tecklenburg ist bester Azubi in einem komplexen Job

Zwei Männer betrachten eine Zeichnung.
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Mit seinem Chef Marcel Neubauer (hinten) geht Daniel Tecklenburg den Plan für eine Fassade durch. Der Bildschirm im Hintergrund zeigt, wie die aussehen könnte.

Die Firma Boetker Metall + Glas ist nach Auskunft ihres Geschäftsführers Marcel Neubauer „superstolz“ auf ihren Mitarbeiter Daniel Tecklenburg. Der hatte seine Ausbildung zum Technischen Systemplaner als Landesbester abgeschlossen. Er möchte beim Unternehmen bleiben und sich dort fortbilden.

Varrel – Daniel Tecklenburg wäre wohl auch ein guter Mechatroniker geworden. Zumindest hat er bei der Varreler Firma Boetker Metall + Glas einen überragenden Einstellungstest für eine Ausbildung in diesem Job hingelegt. Beworben hatte er sich allerdings als Technischer Systemplaner. Als solcher absolvierte er dann auch seine Lehre, was sich für ihn und das Unternehmen als lohnenswert herausstellen sollte: Tecklenburg wurde jetzt in diesem Beruf von der Industrie- und Handelskammer Hannover als landesweit bester Azubi ausgezeichnet. Er schloss mit der Endnote 1,3 ab.

„Mein eigentlicher Einstellungstest wurde damals abgesagt, doch ich hatte die Mailbox nicht mehr abgehört. Auf meine Nachfrage, wo denn wohl die Prüfung stattfinden würde, hat man mich zum Mechatroniker-Test geschickt“, erinnert sich Tecklenburg an den holprigen Auftakt in Varrel. Gewundert habe er sich schon, aber welcher Bewerber möchte schon am ersten Tag Zweifel anmelden? Inzwischen ist das eine Anekdote, die er im Gespräch mit der Kreiszeitung beinahe vergessen hätte zu erzählen.

Die Idee des Architekten umsetzen

Boetker Metall + Glas ist ein mittelständisches Metallbau-Unternehmen mit über 120 Jahren Erfahrung in der Fassadentechnik. „Wir sind einer der führenden Anbieter in der Fassadentechnik für Bauprojekte in Deutschland“, sagt Geschäftsführer Marcel Neubauer.

Für die Fassaden erstellt Tecklenburg die Werkplanung. Heißt: Er setzt die Idee, die der Architekt für die Ansicht des Gebäudes und den Einbau der Fenster hat, in eine detaillierte Zeichnung um. Er erstellt auch die Stückliste. Nach diesen Vorgaben fertigt die Firma dann die Fenster an. Deren Einbau erfolgt auf der Grundlage von Montageunterlagen, die ebenfalls vom Technischen Systemplaner stammen. Schließlich ist dieser auch für die Dokumentation des Auftrags verantwortlich. Was wurde gemacht und verwendet? Solche Informationen fließen darin ein. „Man fährt auch mal zur Baustelle, um Aufmaße zu nehmen. Den Rohbau gibt es nicht auf den Millimeter genau“, sagt Neubauer.

Daniel Tecklenburg hat nach seinem Abitur auf dem Gymnasium Sulingen ein Studium für angewandte Informatik begonnen, ist dort aber zwei Mal im selben Modul gescheitert. Damit stellte sich für ihn aufs Neue die Frage: Was mache ich jetzt? Weil die Ausbildungen schon begonnen hatten, musste er seine Entscheidung nicht überstürzen. Über die Internetseite der Arbeitsagentur stieß er auf die Stellenausschreibung bei Boetker Metall + Glas.

„Wichtig ist die Lust auf den Job“

Zu Beginn seiner Ausbildung habe er zunächst Montageunterlagen angefertigt, erzählt der 24-Jährige. Wie wird was zusammengebaut? Davon ausgehend habe er sich Schritt für Schritt an die Werkplanung herangetastet. „Man muss erst einmal verstehen, was in den Plänen enthalten ist“, sagt Tecklenburg. „Man fängt damit an, einfachere Teile zu konstruieren. Später kommen Kantungen hinzu, und dann man wird immer konkreter.“

Sich Sachen dreidimensional vorstellen zu können – dies sei eine Voraussetzung für den Job, sagt Tecklenburg. Außerdem müsse man in Mathe „okay“ sein, fügt Neubauer hinzu. „Und zeichenbegabt. Ansonsten bin ich da ganz offen. Wichtig ist mir Engagement. Lust auf den Job. Und zwar in der Art, dass er einem Spaß macht.“

Drei Monate ist Tecklenburg nach eigener Auskunft im Einkauf tätig gewesen, um auch diesen Bereich einmal kennenzulernen. „Er war auch mal in der Produktion, um die Sachen in der Hand zu halten. Wie fühlt sich ein Fensterprofil an? Welches Gewicht und welche Eigenschaften hat es?“, erklärt Neubauer. Hauptsächlich aber hat der Azubi in der Technik und der Entwicklung gelernt.

„Ich bin superstolz auf ihn“

Die Umsetzung von der Zeichnung in die Realität nennt Neubauer einen „komplexen Job“. Der Laie wisse nicht, was alles hinter der Gestaltung einer Glas- oder Blechfassade stecke. Früher habe dieser Beruf Technischer Konstrukteur oder Technischer Zeichner geheißen, so der Geschäftsführer.

Marcel Neubauer hat das Unternehmen Anfang 2020 in fünfter Generation übernommen. Er fände es „schön, wenn man junge Leute hat, mit denen man den Weg zusammen gehen kann“, sagt er. Bei Tecklenburg rennt er damit offene Türen ein, denn der möchte gerne bei Boetker Metall + Glas bleiben und sich dort weiterbilden. Ob zum Techniker oder in einem begleitenden Studium – Neubauer wäre für alles offen. „Daniel muss nur sagen, was er möchte. Wir würden ihn dabei unterstützen, auch finanziell.“

Über seine Auszeichnung von der IHK habe er sich gefreut, sagt Tecklenburg. Neubauer formuliert das etwas euphorischer: „Wir haben Daniel mit glücklichen Händen übernommen. Ich bin superstolz auf ihn.“

Von Andreas Hapke

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