Testen, was das Zeug hält

Corona: Zwei neue Schnelltestzentren gehen in Stuhr-Brinkum in Betrieb

Eine Frau steht mit einem Teststäbchen an einem Auto.
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Reinfahren, testen lassen, rausfahren: Das ist auf dem Parkplatz von Teppich Kibek möglich. Die Anmeldung ist online nötig, das Ergebnis gibt es per E-Mail.

In der Gemeinde Stuhr haben zwei weitere Corona-Schnelltestzentren eröffnet: eines im Vereinsheim des FTSV Jahn Brinkum an der Langenstraße sowie ein „Drive through“ bei Teppich Kibek in Brinkum-Nord. Im „Drive through“ müssen die Autofahrer für den Test ihren Wagen nicht verlassen. 

Stuhr – Siegfried Vogel ist begeistert. Kurz vor dem Besuch seines Stammfriseurs in Brinkum kann er sich schnell noch mal testen lassen – um die Ecke im Vereinsheim des FTSV Jahn Brinkum an der Langenstraße 52. 15 bis 20 Minuten dauert es, bis er sein zertifiziertes, negatives Ergebnis schwarz auf weiß in die Hand gedrückt bekommt. „Das läuft optimal hier“, sagt Vogel.

Eine weitere Stuhrerin möchte ihre Tante im Altenheim besuchen und ist deshalb im „Brock‘s Haus“ vorstellig geworden. Sie und Vogel gehören zu den ersten Bewohnern, die das gestern eröffnete Testzentrum aufsuchen. Betreiber ist Jan Patrick Wolters, der eine solche Einrichtung unlängst im Stiftungshaus an der Turmstraße in Fahrenhorst ins Leben gerufen hat (wir berichteten). Darüber hinaus unterhält Wolters acht Zentren für kostenfreie Bürgertests in Bremen. Dort macht seine Firma mediaService Bremen mit der örtlichen Gastrogemeinschaft gemeinsame Sache.

Im Einbahnstraßensystem bewegt sich der Besucher von der Anmeldung zum Testraum. Die Probe entnimmt laut Wolters geschultes Personal aus dem vorderen Nasenraum. Am Ausgang wartet man auf das Ergebnis. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, jeder kann spontan zum Vereinsheim kommen. „Wir arbeiten an einer Erweiterung des Angebots, um es zu digitalisieren und eine App zur Verfügung zu stellen“, sagt Wolters.

„Wir wurden überrannt“

Er sieht Brinkum als Ergänzung zu Fahrenhorst. Während das Stiftungshaus dienstags und freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist, deckt das Vereinsheim die übrigen Tage zur selben Zeit ab. Nur am Sonntag sind die Türen geschlossen.

Unterdessen hat bei Teppich Kibek in Brinkum-Nord ein „Drive through“-Testzentrum eröffnet. Der Startschuss fiel am Montag. Seitdem stauen sich auf dem Parkplatz an der Gottlieb-Daimler-Straße die Autos, in denen die Fahrer während des Abstrichs sitzen bleiben können. Möglich ist das montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr.

„Der Bedarf ist groß“, sagt Maik Böse, dessen Eventagentur das Zentrum im Auftrag einer Ärztegemeinschaft betreut. „Bei Kibek war schon am zweiten Tag Bambule. Da haben 20, 30 Autos vor der Öffnung gestanden. Wir wurden überrannt. Dabei brauchen wir eigentlich eine Woche, um die Abläufe zu optimieren.“ Zwei Dutzend Autos standen auch am Mittwoch gegen 11 Uhr wieder auf dem Parkplatz.

Deshalb soll am Samstag ein weiteres Testzentrum bei Ikea eröffnen, in diesem Fall ein „Walk through“. Die englischen Begriffe verteidigt Böse mit einem Verweis darauf, dass mit der deutschen Übersetzung „Lauf rein“ auch nichts gewonnen wäre. „Bei Ikea machen viele Menschen von Click & Meet Gebrauch. Das können wir gar nicht alles mit einer Station abfedern.“ Es gebe auch einen großen Andrang von Leuten, die im Gewerbegebiet arbeiten würden. Einen dritten Standort planen er und seine Auftraggeber bei Mediamarkt in Groß Mackenstedt, ähnlich wie bei Kibek als „Drive in“.

Personalaufwand als Herausforderung

Für Böses Testzentren müssen die Bürger ihre Termine online auf der Homepage www.corona-test-stuhr.de buchen. Vor Ort zeigen sie den eingescannten oder ausgedruckten QR-Code vor. „Durch die digitalen Buchungen können wir die Schlagzahl erhöhen“, sagt Böse. Ihr Ergebnis erhalten die Getesteten per E-Mail.

Böse betreibt seine Oldenburger Agentur seit 20 Jahren. Weil er dem Veranstaltungsgeschäft nicht nachgehen kann, bringt er seine personellen Kapazitäten und sein Know-how jetzt für die Infrastruktur von Testzentren ein. Erfahrungen hat er bereits mit sechs solcher Einrichtungen in Oldenburg (3), Emden, Leer und Aurich (je 1) gesammelt. Vor zwei Monaten habe er damit angefangen, sagt er.

Freuen sich auf Besuch im FTSV-Jahn-Heim: Betreiber Jan Patrick Wolters (l.) und Mitarbeiter Oleg Völker.

Eine besondere Herausforderung für die Betreiber bildet laut Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier der große Personalaufwand. 50 Mitarbeiter benötigt Böse zum Beispiel für die Standorte Kibek und Ikea. Die meisten seien Quereinsteiger, die eine Woche in Sachen Hygiene und EDV angelernt werden müssten. Böse und Wolters setzen auch auf Schüler, die nach ihrem Abitur einen Job suchen.

Beide machen darauf aufmerksam, dass die Bürger sich mehrmals in der Woche testen lassen könnten. Darüber hinaus dürften dies auch Nicht-Stuhrer in Stuhr tun. Firmen allerdings könnten ihrer Testpflicht nicht in den Zentren nachkommen.

Laut Bürgermeister Stephan Korte hat Stuhr mit nunmehr sechs Testzentren (siehe Infokasten) eine gute Abdeckung erreicht. Zudem sei die Gemeinde im Gespräch wegen eines weiteren Standorts in Varrel.

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