3G-Regelung am Arbeitsplatz

Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Frau entnimmt Autofahrer einen Abstrich.
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Auf dem Parkplatz von Teppich Kibek müssen die Autofahrer für den Schnelltest nicht aussteigen. Archivfoto: Andreas Hapke

Wegen der 3G-Regelung am Arbeitsplatz benötigen ungeimpfte Arbeitnehmer täglich negative Corona-Tests. Die Nachfrage steigt, weshalb die Drive-through-Station bei Teppich Kibek in Brinkum-Nord wieder geöffnet hat.

Stuhr – Wer kein Impfzertifikat oder keine Genesenen-Bescheinigung erbringen kann, muss dem Arbeitgeber jetzt täglich einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Diese Regelung könnte dafür sorgen, dass Schnelltestzentren wieder Konjunktur haben – wie dies im Frühjahr 2021 der Fall gewesen war. Wie sieht es mit einer Wiederaufnahme des Betriebs aus? Die Kreiszeitung hat sich bei den damaligen Betreibern und Organisatoren umgehört.

In Brinkum-Nord etwa hat das Drive-through-Testzentrum bei Teppich Kibek an der Gottlieb-Daimler-Straße wieder eröffnet. Seit Montag können sich Autofahrer dort den Abstrich durch die Scheibe ihres Fahrzeugs nehmen lassen. Der Betreiber ist nach wie vor die Hautarztpraxis Achternstraße von Thomas Fechner aus Oldenburg. Vor Ort organisiert jetzt aber nicht mehr die Eventagentur von Maik Böse die Testungen, sondern der Unternehmer Stefan Franz aus Brake.

Franz ist nach eigener Auskunft Inhaber einer Event-agentur, eines Sportgeschäfts, eines Fitnessstudios und eines Solariums. Im April konzentrierte er sich außerdem auf den Aufbau von Testzentren im Landkreis Wesermarsch. Er habe bereits 15 Stationen unterhalten, als er sich darüber mit Fechner unterhalten habe. „Er ist ja auch mein Hautarzt“, erklärt Franz den Kontakt. Dadurch seien weitere fünf Testzentren hinzugekommen, darunter Teppich Kibek. Brinkum-Nord ist laut Franz eines von lediglich drei seiner Drive-through-Zentren.

„Darauf haben wir spekuliert“

Knapp 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt Franz in den Testzentren, davon rund 30 in Stuhr. „Wir haben den Betrieb zwar runtergefahren, als die Tests kostenpflichtig wurden, aber nicht komplett aufgegeben. Wir können ja nicht nur die guten Zeiten mitnehmen“, sagt Franz. „Die aktuelle Entwicklung hat sich abgezeichnet. Darauf haben wir spekuliert.“ Geöffnet hat der Drive through montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr.

Ohne Unterbrechung konnten sich die Bürgerinnen und Bürger seit vergangenen Winter im Schnelltestzentrum Varrel an der Varreler Landstraße 76 testen lassen. Betreiberin ist die Ambulante Krankenpflege von Gabriela Donath. Nach Auskunft ihrer Tochter Julia Donath war die Resonanz zwischenzeitlich abgeflaut, weil die Tests Geld gekostet hätten und mitunter nicht mehr verpflichtend gewesen seien. „Wir hatten aber auch Stammkunden, die dann dafür bezahlt haben“, sagt sie. Inzwischen sei die Nachfrage wieder groß. „Wir kriegen sehr viele Anrufe.“

Der Startschuss für das Testzentrum fiel im Dezember 2020. „Damals, als die Infektionszahlen hochgingen und das Weihnachtsfest mit der Familie plötzlich in Gefahr geriet“, berichtete Andrea Donath in einem Artikel der Kreiszeitung. Knapp ein Jahr später ist die Ausgangslage praktisch dieselbe – nicht nur im Hinblick auf das Fest der Liebe. Denn wie schon im Januar dieses Jahres muss der Pflegedienst seine Mitarbeiter nun wieder täglich testen, zwischenzeitlich waren es dreimal pro Woche.

In Varrel mit Terminvereinbarung

In Varrel ist eine Terminvereinbarung über www. schnelltestzentrum-varrel.de oder unter Telefon 04221 / 30512 unbedingt notwendig. Erreichbar ist die Nummer montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr. Getestet wird laut Julia Donath wochentags von 9 bis 10 Uhr, zusätzlich freitags von 16 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 11 Uhr.

Nicht wieder vertreten ist in Stuhr die mediaService Bremen, die Testungen im Vereinsheim des FTSV Jahn Brinkum und im Mehrgenerationenhaus Fahrenhorst angeboten hatte. „Insgesamt hat sich das zum Schluss nicht mehr gelohnt“, sagt Geschäftsführer Jan Patrick Wolters. Obwohl: Das FTSV-Vereinsheim (geschlossen seit 27. Juni) hätte er gerne behalten, weil es gut funktioniert habe. Dort sei aber die Gastronomie wieder eingezogen. Ausschließen möchte Wolters ein weiteres Engagement in Stuhr nicht: „Geplant ist das nicht, aber wenn die Gemeinde Bedarf hat, kann sie sich gerne bei mir melden.“ Bislang sei niemand auf ihn zugekommen.

Ob die Linden-Apotheke an der Bassumer Straße 32 künftig noch einmal testet, steht nach Auskunft einer Mitarbeiterin nicht fest. Seit Anfang Juli ist das nicht mehr der Fall. Bei der manibia Verwaltungs GmbH war gestern nicht zu erfahren, ob es eine Wiederauflage für ein Testzentrum an der Bremer Straße 107 geben könnte. Geschlossen ist es seit dem 23. Juni. Auf der Liste der niedersächsischen Standorte tauche Stuhr aktuell nicht auf, sagte eine Mitarbeiterin.

Suche nach geeignetem Standort

Einen neuen Anlauf für eine Teststelle in Stuhr hingegen möchte Mert Yüksel mit seiner Firma Medicon Solution aus Achim unternehmen. Schon Anfang August hatte er dies vorgehabt, doch dazu kam es mangels Nachfrage nicht mehr. „Wir befinden uns in Gesprächen mit dem Landkreis Diepholz und warten auf eine Rückmeldung“, sagt Mert Yüksel. Parallel suche er nach einem geeigneten Standort in Brinkum (Kontakt: info@mediconsolution.com).

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Unter der Homepage Arztauskunft Niedersachsen wird eine Übersicht der testenden Arztpraxen generiert. Bei den Suchkriterien müssen die Patienten unter Besonderheiten „Corona-Schnelltest“ auswählen.

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