Kunden stürmen Hofladen in Stuhr / Biohof verzeichnet ebenfalls vermehrten Andrang

Corona löst Run auf gesunde Produkte aus

Die Zutaten für ein starkes Immunsystem: Zitronen, Ingwer und Kurkuma verkauft Dominique Mahlstedt in ihrem Hofladen aktuell ungewöhnlich viel.
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Die Zutaten für ein starkes Immunsystem: Zitronen, Ingwer und Kurkuma verkauft Dominique Mahlstedt in ihrem Hofladen aktuell ungewöhnlich viel.

Stuhr –  Die Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischen Erzeugnissen stieg in den ersten drei Monaten der Corona-Pandemie erheblich an. Das ist das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung. Demzufolge müssten auch Biohöfe und Hofläden aus der Region stärker frequentiert worden sein. Die Kreiszeitung hat sich in Stuhr umgehört und nachgefragt, ob und inwieweit die örtlichen Betriebe von dem Run auf Bio-Nahrungsmittel profitieren.

Biolandwirt Dennis Potthast vom Biohof Varrel kann einen vermehrten Kundenandrang während der Krise bestätigen: „Ja, wir haben schon gemerkt, dass die Verbraucher nun mehr auf gesunde Ernährung achten.“ Potthast begründet seine Annahme unter anderem mit dem vermehrten Zulauf, den er beispielsweise an seinem Hofhäuschen beobachten kann. Denn dort können sich Kunden des 41-Jährigen Bio-Eier abholen. Auf die Frage, ob er dadurch mehr Umsatz gemacht hat, antwortet er: „Das kann man so nicht sagen, denn wir haben immer nur ein gewisses Kontingent zur Verfügung – eben so viel, wie die Hühner auch produzieren.“

Darüber hinaus können Endverbraucher über den Biohof Varrel Bio-Gallowayfleisch erwerben. „Wir bieten das bisher um die vier Mal pro Jahr an. Die Tendenz ist jedoch steigend. Das liegt aber nicht nur an Corona, die Menschen sind eben auf den Geschmack gekommen“, erklärt er.

Potthast, der seit 15 Jahren seinen Hof an der Delmenhorster Straße betreibt und seine Produkte seit sechs Jahren mit dem Bio-Siegel schmücken darf, hat darauf keine direkte Antwort parat. „Das ist schwer zu sagen, da ich die Endverbraucher noch nicht nach ihrer Motivation gefragt habe. Aber Menschen, die vorher keine Bio-Erzeugnisse gekauft haben, wollen vielleicht gerade jetzt etwas Gutes für sich, ihre Gesundheit und die Umwelt tun“, vermutet er. Bioprodukte seien ohne schlechtes Gewissen verzehrbar, da beispielsweise die Flächen nur organisch gedüngt würden, eine Unkrautregulierung nur mechanisch erledigt werde und keine bedenklichen Mittel dafür zum Einsatz kämen. Er und seine Familie setzen daher am Esstisch ausschließlich auf Lebensmittel mit dem Biosiegel.

Auch Mahlstedts Hofladen in Stuhr wird aktuell täglich von zahlreichen Kunden gestürmt. „Vorher haben wir am Wochenende allein gearbeitet, jetzt müssen wir aber zu zweit ran, um den Andrang bewältigen zu können“, berichtet Dominique Mahlstedt, die gemeinsam mit ihrem Mann Andree das kleine Geschäft an der Friedrichstraße 3 betreibt.

Ihre Kunden hätten es während der Pandemie besonders auf frisches Obst- und Gemüse abgesehen. „Möhren und Rote Beete sind aktuell sehr beliebt“, erklärt die 39-Jährige. Doch der absolute Renner sei derzeit die Kombination aus Zitronen, Ingwer und Kurkuma, denn daraus könne man sich einen gesunden Ingwershot zaubern. „Der soll das Immunsystem stärken und ist gut für die Zellen“, sagt Mahlstedt, die den Laden seit elf Jahren führt.

Aber warum kaufen die Menschen gerade jetzt solche Produkte vermehrt ein? „Ich denke, viele wollen sich während der Krise besonders fit halten“, vermutet sie. Den aktuellen Kundenansturm begründet die Stuhrerin mit der dazugewonnenen Zeit. Durch Homeoffice und Kurzarbeit hätten die Menschen mehr Zeit, um sich selbst etwas zuzubereiten und würden viel mehr ausprobieren – speziell junge Leute würden vermehrt den Hofladen aufsuchen. Zudem sei ihr aufgefallen, dass viel mehr ihrer Kunden derzeit vegan oder vegetarisch einkaufen würden.

Um ihr Sortiment dem Kaufverhalten der Menschen während der Pandemie noch stärker anzupassen, nahm Mahlstedt zu Beginn der Krise sogar Klopapier mit in ihr Sortiment auf. „Die Leute wollten nicht mehr in große Läden gehen“, sagt sie. Mittlerweile wurde dieses exklusive Produkt jedoch wieder aus den Regalen verbannt, „denn schließlich gibt es in den Discounter wieder genug davon“, meint die 39-Jährige schmunzelnd.

Bereits seit längerer Zeit – und nicht aus Corona-Gründen –  sei eine Erweiterung des Ladens geplant, daher bleiben die Türen in den ersten Tagen des neuen Jahres noch geschlossen. Am 15. Januar soll dann die Neueröffnung gefeiert werden.

Von Nala Harries

Bei Dennis Potthast können sich Kunden ihre Bio-Eier selbst aus einem kleinen Hofhäuschen nehmen.

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