Appell: Nicht zu früh anreisen

Impfstart in der Gemeinde Stuhr: Gut Varrel wird zur dezentralen Anlaufstelle

Seniorinnen und Senioren warten vor dem Gut Varrel in Stuhr auf ihre Corona-Impfung.
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Warten auf die Impfung: Vor dem Eingang des Gut Varrel bilden sich Schlangen. Die Wartezeit bereitet den wenigsten über 80-Jährigen Kummer.

In Stuhr ist am Freitag das dezentrale Impfen gestartet. Die Resonanz war positiv. Viel Lob gab es für den Förderverein Gut Varrel.

Stuhr – „Es ist ein schöner Tag“, sagt Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte gut gelaunt, während er lächelnd vor dem Eingang des Gut Varrel steht. Er blickt hinüber zu der Schlange der über 80-Jährigen. Diese warten nicht unweit von Korte geduldig auf ihre erste Impfung. 400 Menschen bekamen Freitag vom DRK-Impfteam des Landkreises Diepholz im zum Impfzentrum umfunktionierten Gut Varrel den Biontech-Impfstoff verabreicht. Samstag folgen noch einmal 300 Personen.

Stephan Korte war zufrieden mit dem ersten Impftag in der Gemeinde Stuhr. „Ich habe mich von Beginn an dafür eingesetzt, dezentral zu impfen“, meint er. „Gerade für diese Altersgruppe ist das einfach die beste Lösung.“ Für über 80-Jährige sei es insgesamt einfacher, wenn sie für eine Impfung möglichst kurze Wege vor sich haben. Dass dieser Weg der richtige sei, habe auch die Resonanz gezeigt: „Es gab sehr großen Zuspruch. Knapp 1 000 Menschen haben uns eine Rückmeldung gegeben.“ Deswegen sei Stuhr die einzige Gemeinde im Landkreis Diepholz mit insgesamt drei Impfterminen. „Wir kommen halt so oft es eben nötig ist“, kommentierte Simon Becker, der gemeinsam mit Theres Mattke die mobilen Impfteams des DRK leitet. „Wir hätten es wahrscheinlich auch an zwei Tagen geschafft, aber drei Termine entzerren die Warteschlangen, und über 80-Jährige sollen nicht so lange warten“, erklärte er.

Impfstart in Stuhr: Viel Lob für Helfer des Fördervereins Gut Varrel

Apropos Warten: Mussten Impfwillige eine gehörige Portion Geduld zum Gut Varrel mitbringen? Frank Schröder, erster Vorsitzender des Fördervereins Gut Varrel, gab Entwarnung: „In der Regel läuft es gut und flüssig.“ Nach etwa 20 bis 30 Minuten Wartezeit seien die meisten mit der Impfung an der Reihe gewesen. Großen Anteil am guten Ablauf habe laut Bürgermeister Korte der Förderverein. Gemeinsam mit zehn weiteren Vereinsmitgliedern pro Tag unterstütze Frank Schröder nämlich bei der Organisation im Haus und auf dem Gelände. „Wir sind engagiert und haben großen Spaß daran“, erzählt er.

Er habe sich darüber gefreut, dass das Veranstaltungszentrum als Impf-Standort gewählt wurde: „So herrscht hier wieder Leben.“ Deswegen habe Korte auch kaum Überzeugungsarbeit leisten müssen, als er Schröder seine Pläne mitteilen wollte – im Gegenteil. „Als ich ihn anrief, hat er mich gar nicht ausreden lassen“, erinnert er sich lachend. Laut Frank Schröder seien etwa 30 Vereinsmitglieder für Hilfsarbeiten am Gut Varrel infrage gekommen. „Bereits am ersten Abend habe ich 20 positive Rückmeldungen bekommen“, sagt er stolz.

Mein Mann ist blind. Ich weiß nicht, wie es für uns in Bassum geworden wäre. Hier ist für uns alles viel bekannter. Ich bin voll des Lobes.

Gertrud Thomsen

Auch das DRK schloss sich dem Lob des Bürgermeisters an. Sowohl Förderverein als auch Verwaltung hätten einen tollen Job gemacht, meint Theres Mattke. Mit elf Personen und drei Ärzten sei das DRK vor Ort. Das allein reiche aber nicht aus. „Wir vom DRK können mit noch so vielen Leuten herkommen, wenn die Gemeinde nicht vorbereitet ist, dann wird das dezentrale Impfen trotzdem zum Desaster. In Stuhr läuft es aber optimal“, sagt Simon Becker.

Zurück zum ersten Impftag: Trotz akribischer Planung waren Warteschlangen nie ganz zu vermeiden. „Es ist schon komisch“, meint Frank Schröder. „Manchmal staut es sich am Eingang, manchmal beim Arzt.“ Eine Regelmäßigkeit sei nicht zu erkennen. Zu individuell seien die Menschen, die für eine Impfung gekommen waren. Um die Zeit vor der Impfung für die Seniorinnen und Senioren entspannter zu machen, stellte der Förderverein Stühle und Bänke auf dem Gelände auf. Dass es ab und an zu längeren Wartezeiten gekommen war, führt Simon Becker darauf zurück, dass sich manche nicht an ihren zugeteilten Termin hielten und einige Zeit eher zum Gut Varrel kamen: „Dann sind mehr Leute zur selben Zeit hier, als wir geplant haben.“ Deswegen bittet er alle, die am zweiten oder dritten Tag ihre Impfung erhalten, erst dann zu kommen, wenn ihr Termin auch ansteht. „Dann dauert das Ganze auch wirklich nur 30 Minuten“, ergänzt Theres Mattke.

Großteil der Impfwilligen ist zufrieden mit dem Ablauf in Stuhr

Der Großteil der 400 über 80-jährigen Frauen und Männer aus Stuhr störte sich nicht daran, dass es hin und wieder zu Verzögerungen kam, zu groß war die Freude darüber, dass Stuhrer jetzt auch in Stuhr geimpft wurden und werden. Die Vorfreude auf die Impfung und die Sehnsucht nach dem Corona-Schutz taten ihr Übriges. Christel Wieting (86) meint: „Das Warten ist gar nicht schlimm. Hauptsache ist ja, dass wir dran kommen und dass es vorangeht.“

Ich habe mich sowieso auf eine Wartezeit eingestellt. Und wie ich das hier so sehe, dann geht es zügig voran. Die Zeit geht also in Ordnung.

Albrecht Busse

Gertrud Thomsen (81) kam mit ihrem 83-jährigen Mann für die Impfung aus Groß Mackenstedt zum Gut Varrel. Die Impf-Einladung der Gemeinde habe sie mit Begeisterung aufgenommen: „Mein Mann ist blind. Ich weiß nicht, wie es für uns in Bassum geworden wäre. Hier ist für uns alles viel bekannter. Ich bin voll des Lobes.“

Auch Albrecht Busse aus Moordeich freute sich, dass er sich seine Impfung quasi vor der Haustür abholen konnte: „Ich bin mit dem Fahrrad hier.“ Darüber, dass er ein bisschen warten musste, meckerte der 81-Jährige nicht. „Ich habe mich sowieso auf eine Wartezeit eingestellt. Und wie ich das hier so sehe, dann geht es zügig voran. Die Zeit geht also in Ordnung.“

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