Colja Beyer hat im Januar seine Stelle für Stuhr und Weyhe angetreten

Diplomgeograf legt als Klimaschutzmanager los

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Colja Beyer hat Anfang Januar seine Stelle als Klimaschutzmanager für Stuhr und Weyhe angetreten.

Stuhr/Weyhe - Von Andreas Hapke. Der Klimaschutz in Stuhr und Weyhe hat ein Gesicht bekommen: Seit Anfang des Jahres bekleidet Colja Beyer die von beiden Rathäusern ausgeschriebene Stelle des Klimaschutzmanagers. Seinen Arbeitsplatz hat der 43-Jährige im Gebäude des Abwasserverbands, also „knapp auf Weyher Boden“, wie Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen bemerkt.

Beyer ist Diplomgeograf und hat die Aufgabe, die im Klimaschutzkonzept der beiden Gemeinden verankerten Ziele in Angriff zu nehmen. Seine Stelle ist auf drei Jahre befristet. „Natürlich kann er in dieser Zeit nicht alles verwirklichen“, sagt Stuhrs Umweltbeauftragter Marc Plitzko.

Nun ist es nicht so, dass die Kommunen in der Vergangenheit nichts in Sachen Klimaschutz unternommen hätten. „Doch wir brauchen noch einmal die Betrachtung von außen. Jemanden, der ein Netzwerk aufbaut. Wir wollen konsequent an die Umsetzung des Konzepts gehen“, sagt Thomsen. Er spricht von einem „weiteren, wichtigen Mosaikstein“.

Als sein übergeordnetes Ziel nennt Beyer, den Ausstoß klimarelevanter Gase zu reduzieren, so wie es die Bundesregierung ausgegeben hat. Schließlich fördert der Bund seine Stelle mit 65 Prozent. „Es geht um die Reduktion von Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020, und zwar im Vergleich zu 1990“, erklärt Beyer und führt Einsparpotenziale in der Wärme- und Stromversorgung an. Als Schwerpunkte hat er sich deshalb im ersten Jahr seines Wirkens Bauen und Modernisieren vorgenommen, im zweiten Jahr die klimafreundliche Mobilität.

Kurzfristig möchte Beyer die Mitgliedschaft Stuhrs im Klimabündnis vorantreiben, Weyhe ist schon dabei. Er möchte einen Internetauftritt erstellen und ein Controlling einführen, das heißt für die Umsetzung der Ziele CO2-Bilanzen erstellen. Zudem wolle er Förderquellen erschließen.

Bei allem sei er offen für Ideen, sagt Beyer. Das schließt auch den Kontakt zu Vereinen und Organisationen ein, die sich bislang um den Umwelt- und Klimaschutz verdient gemacht haben, etwa „Stuhr plus“.

Zusätzlich zu den Handlungsfeldern, die das Konzept vorgibt, möchte Beyer in der Bevölkerung das Bewusstsein für den Klimaschutz schärfen. Dazu hat er sich unter anderem die Umweltbildung auf seine Fahnen geschrieben. Beyer denkt an Arbeitsgruppen an Schulen, um den Nachwuchs an die Thematik heranzuführen. Erfahrungen in der Umweltbildung hat er bereits während seiner Studienzeit gesammelt, als Ausstellungsmitarbeiter in der Bremer Botanika.

Beyer hat sein Diplom 2008 am Institut für Geografie der Uni Bremen erworben. Anschließend war er für zwei Landesämter für Bergbau, Energie und Geologie tätig – in Bremen als studentische Hilfskraft und in Hannover als wissenschaftlicher Mitarbeiter. In Hannover wirkte er am Projekt „Klimaberichterstattung – organische Böden“ mit. Zuletzt, bis September vergangenen Jahres, war seine Mitarbeit an der Uni Bremen bei der Erstellung eines Wärmeatlasses für die Gemeinde Oyten gefragt.

Nach eigener Auskunft wollte sich Beyer beruflich schon immer für den Klimaschutz engagieren. Dies sei auch nach dem Abitur bereits sein Ziel gewesen, als er sechs Jahre lang als Gärtner in Deutschland, Portugal, Irland, Australien und den USA jobbte. Der gebürtige Nordener lebt mit seiner Ehefrau und seinem dreijährigen Sohn in Bremen-Kattenesch.

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