Firmen Brüne-Meyer und Hansemann

Coffee to go: Bäcker ordern eigene Mehrwegbecher

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Für viele unverzichtbar: der Coffee to go für die Pause zwischendurch. In Stuhr soll es ihn bald auch aus Mehrwegbechern geben.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Coffee to go steht bei den Bundesbürgern hoch im Kurs, weshalb jährlich Milliarden von Einwegbechern im Müll landen. Die Bäckereien Brüne-Meyer und Hansemann wollen aus Gründen des Umweltschutzes gegensteuern.

Bei ihnen besteht einerseits schon seit längerem die Möglichkeit, sich Kaffee in ein mitgebrachtes Gefäß füllen zu lassen. Andererseits haben beide Firmen jetzt eigene Mehrwegbecher in Auftrag gegeben. Schon im Februar sollen Kunden diese kaufen können und im Gegenzug Vergünstigungen erhalten.

Hört man sich bei den Bäckern in Stuhr um, dann brummt das Geschäft mit dem schnellen Heißgetränk. Unterschiedliche Erfahrungen haben die Filialen hingegen mit dem Wunsch der Kunden gemacht, sich den Mitnehmkaffee in das eigene Trinkgefäß füllen zu lassen. Eine Frau habe das eine Weile lang praktiziert, berichtet eine Mitarbeiterin bei Brüne-Meyer an der Syker Straße in Brinkum. 

Wesentlich häufiger komme es da schon vor, dass Kunden auf den Plastikdeckel verzichteten. Bei Hansemann an der Jupiterstraße nehmen laut einer Mitarbeiterin Anfragen nach dem Befüllen des mitgebrachten Bechers zu. „Das kommt dann ausschließlich von Frauen“, sagt sie.

Branchenlösung wäre großartig

So oder so: Carsten Wittek (Hansemann) und Markus Meyer (Brüne-Meyer) nehmen im kommenden Monat die Mehrwegbecher in ihr Programm auf. Beide setzen auf Kunststoffgefäße. Meyer hätte am liebsten Porzellanbecher angeschafft, „weil der Kaffee daraus am besten schmeckt. Doch der wäre für den Kunden mit mindestens zehn Euro auch die mit Abstand teuerste Variante.“ 

Ob eine gewisse Anzahl an Befüllungen gratis ist oder der Kaffee im Mehrwegbecher generell etwas günstiger wird, darauf hat sich Meyer noch nicht festgelegt. Am liebsten hätte er es gesehen, wenn es ein „branchenweites System geben würde“. So aber müsse er selbst tätig werden.

„Erstaunlich“ findet es Carsten Wittek, „was im Jahr so an Pappbechern weggeht. Wir wollen weg vom Turbobecher und den Müll verringern“, sagt er. Aus welchem Material das Trinkgefäß sein soll, damit hat sich auch Carsten Wittek länger auseinandergesetzt. „Porzellanbecher gehen zu schnell kaputt, und über Becher aus Bambus habe ich inzwischen nichts Gutes gelesen“, sagt er. Also hat auch er sich für Kunststoff entschieden.

Anreize für Mehrweg schaffen

Wittek will einen permanenten Anreiz schaffen, auf seinen Mehrwegbecher umzusteigen, zum Beispiel über einen Kaffee gratis und zehn Cent pro Getränk Rabatt. Das Potenzial sei wegen der vielen Stammkunden da.

Keinen Bedarf für die Anschaffung eigener Mehrwegbecher sieht dagegen Peter Badberg, Inhaber der Klosterbäckerei in Heiligenrode. So lange das keine Pflicht werde, wolle er das nicht in Angriff nehmen. Grund: Bislang würden kaum Kunden ihr eigenes Gefäß befüllen lassen. „Wer seinen Becher mitbringt, bekommt darin aber seinen Kaffee“, sagt er.

320.000 Einwegbecher pro Stunde im Verkauf

320.000 Einwegbecher gehen in Deutschland stündlich über den Tresen, hat die Deutsche Umwelthilfe ermittelt, das sind pro Tag 7,6 Millionen und pro Jahr 2,8 Milliarden Stück. Ein ansehnlicher Müllberg. Dass der verantwortungsvollste Umgang mit Abfall seine Vermeidung ist, weiß auch das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. 

Es hat eine Handlungsempfehlung für Bäcker und Gastronomen herausgegeben, damit diese die Mindeststandards der Lebensmittelhygiene-Verordnung einhalten.

Sie beinhaltet unter anderem die Auswahl eines geeigneten Bereichs für die Annahme mitgebrachter Becher, dessen bedarfsgerechte Reinigung sowie die Sichtkontrolle der mitgebrachten Gefäße. Sollten diese verschmutzt sein, dürfen sie nicht befüllt werden. Der Becher darf außerdem nicht in Kontakt mit der Kaffeekanne oder -maschine kommen. Mitarbeiter müssten entsprechend instruiert sein.

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