Claudia Mahr und Annika Schamberger geben ihre Premieren-Stunde

Das erste Mal Unterricht – zwei Lehrerinnen berichten

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Annika Schamberger steht als Lehrerin im Vorbereitungsdienst das erste Mal vor einer Schulklasse.

Heiligenrode - Von Ove Bornholt. Montagmorgens, 8.10 Uhr: Für die 2b und 3c der Grundschule Heiligenrode in Stuhr beginnt die erste Stunde. Kurz nach den Ferien bricht gestern der dritte Schultag an, doch für zwei Lehrerinnen ist diese Stunde alles andere als Routine – Claudia Mahr und Annika Schamberger geben ihre erste Unterrichtsstunde. Dabei lernen sie sofort, dass nicht alles nach Plan läuft.

Die beiden 24-Jährigen sind Lehrerinnen im Vorbereitungsdienst, wie es im Amtsdeutsch heißt. Seit gestern unterrichten sie für die kommenden zwei Jahre die Grundschüler in Heiligenrode und drücken selbst nebenbei im Studienseminar Syke die Schulbank. Als einen fließenden Wechsel von der lernenden zur lehrenden Rolle bezeichnet Claudia Mahr diese Zeit. „Man kann an der Uni nicht auf alles vorbereitet werden“, ergänzt Annika Schamberger. Gemeinsam mit vielen anderen Jung-Lehrern starten sie in diesen Tagen in eine spannende Zeit.

Kurz nach ihrer ersten Stunde stürmt Mathe- und Musiklehrerin Claudia Mahr aus der Klasse und geht zielstrebig zur Treppe und damit zum Lehrerzimmer, um kurz darauf mit Kopien wieder vor „ihrer“ 2b zu stehen, der sie gerade die erste Mathe-Doppelstunde ihres Lebens gibt. Offenbar hatten nicht alle Schüler das gleiche Buch vor sich liegen.

Aber von solche Pannen lässt sich die gebürtige Bremerin, die in Oldenburg studiert hat, nicht aus der Ruhe bringen. Sie sei nicht nervös gewesen, sagt sie mit einem Lächeln. „Das werde ich erst, wenn ein Unterrichtsbesuch ansteht.“ In regelmäßigen Abständen stoßen erfahrene Lehrer zum Unterricht dazu und beurteilen ihre jungen Kollegen.

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Mahr muss nun schnell wieder in ihre Klasse, die Pause ist vorbei. Das bemerkt ein paar Minuten später auch die Englisch- und Sachkundelehrerin Annika Schamberger, die einige Räume weiter inmitten ihrer 3c sitzt, der sie gerade ihre erste Englisch-Stunde gegeben hat.

„Aufregend, aber ein bisschen chaotisch“, meint sie, wühlt in ihrer Tasche und schaut, wann und wo sie die nächste Stunde hat. Jetzt, wie sie feststellt, woraufhin die junge Frau winkend die Klasse verlässt.

Kinder: „Good morning Miss Schamberger“

„Die Kinder haben mich gleich mit ‚Good morning Miss Schamberger‘ begrüßt“, erzählt sie. Am Ende vergangener Woche hatten sich Claudia Mahr und Annika Schamberger ihren Klassen schon vorgestellt.

Ein turbulenter erster Schultag also für die beiden 24-Jährigen, die in Bremen wohnen, der durchaus an ihre ersten Tage als Schüler erinnert. „Es war sehr wuselig, alles war total aufregend“, so Schamberger. „Jetzt ist auch alles neu. Uns erwartet unbekanntes Terrain.“ Sie freut sich wie auch Claudia Mahr auf tolle Schüler sowie eine spannende, aber auch anstrengende Zeit. Und sicherlich werden die beiden jungen Frauen noch so manches Mal zum Kopierer stürmen oder ihre Klasse suchen.

Beide verstehen sich als Lehrer aus Berufung. So verhält es sich auch mit ihren Fächern. Sachunterricht sei das coolste Fach an der Grundschule, meint Schamberger. Vor allem, weil es so vielseitig sei und von Physik bis Geschichte vieles verbinde. Sie verbrachte drei Monate in Australien und betont, dass es wichtig sei, früh englisch zu lernen.

Claudia Mahr machte mit dem Fach Musik ihr Hobby – Geigespielen und Singen im Orchester – zum Beruf. „Gerade Schüler, die zum Beispiel in Mathe nicht so gut sind, blühen in Musik auf.“ Bleibt zu hoffen, dass beide noch viele Jahre Schüler aufblühen lassen – der erste Tag lässt sie offenbar nicht an ihrer Berufswahl zweifeln.

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