In evangelischer Gemeinde Stuhr mitentwickelt

„Churchpool“-App vernetzt Kirchen und Mitglieder miteinander

„Churchpool“ heißt die App von Nils Bischoff und Bela Janauschek (vorne, v.l.). Hinter ihnen die Pastoren Nele Schomakers (Delmenhorst), Robert Vetter (Stuhr), Eike Fröhlich (Varrel) und Thomas Meyer (Delmenhorst).
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„Churchpool“ heißt die App von Nils Bischoff und Bela Janauschek (vorne, v.l.). Hinter ihnen die Pastoren Nele Schomakers (Delmenhorst), Robert Vetter (Stuhr), Eike Fröhlich (Varrel) und Thomas Meyer (Delmenhorst).

Mit den Mitgliedern vernetzen, chatten, Neuigkeiten per Push-Nachricht aufs Smartphone bekommen: Diese und andere Möglichkeiten bietet die App „Churchpool“ für Kirchengemeinden. Mitentwickelt wurde sie von einem jungen Stuhrer.

Stuhr – Was gibt es Neues in der Kirchengemeinde? Darüber informiert klassischerweise der gedruckte Pfarrbrief. Während Menschen mit gemeinsamen Interessen sich heutzutage häufig über die Gruppen-Funktion von Whatsapp oder Facebook austauschen, fehlte den Gemeinden ein solcher digitaler Kanal bislang. Nils Bischoff, 26, und Bela Janauschek, 25, haben diese Lücke mit der App „Churchpool“ geschlossen.

Sie erlaubt es den Kirchengemeinden, Neuigkeiten mitzuteilen und einen Austausch zu ermöglichen. Per „Churchpool“ können Gemeinden ein Profil anlegen und ihre Mitglieder auf dem Laufen halten. Die Nutzer können aber auch in thematischen Gruppen zusammenfinden und dort miteinander chatten.

Im Austausch mit Kirchengemeinden entwickelt

Bischoff ist Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Stuhr, Janauschek ist Bremer und Katholik. Ihr Projekt war also immer ökumenisch ausgerichtet. Beide haben sich beim Wirtschafts-Studium an der Jacobs University kennengelernt. Mit seiner Idee hatte Nils Bischoffs Pfarrer den Stuhrer Pastor Robert Vetter angesprochen. Sie haben, berichten die Entwickler, ihre „App in engem Austausch mit ihren eigenen und weiteren Kirchengemeinden entwickelt“.

Hohe Datenschutz-Standards

Ein Grund dafür war, dass Facebook und Whatsapp nicht von Kirchengemeinden genutzt werden dürfen. Die seien von ihrer Funktionalität her nicht nur ungeeignet, sondern Bistümern und Landerskirchen wegen datenschutzrechtlicher Bedenken sogar „grundsätzlich verboten“, so die Entwickler.

In der Praxis tun sich beispielsweise Eltern von Kindern aus derselben Kita- oder Konfirmanden-Gruppe gleichwohl über die großen Netzwerke zusammen. Mit „Churchpool“ haben Nils Bischoff und Bela Janauschek nach eigener Aussage eine Alternative entwickelt, die den – höheren – Datenschutz-Standards der Kirchen genügt. Und mit der die Gemeinden ihre verschiedenen Aufgaben und Aktivitäten bündeln können.

„Kirchen immer auch Gemeinschaft“

„Die Kirche muss sich nicht neu erfinden, sondern mehr zeigen“, befand Bischoff am Mittwoch bei der Vorstellung der App. Schließlich gebe es „unfassbar viele Inhalte“ – und mit „Churchpool“ nun eine Möglichkeit, diese auch auf dem Smartphone zu präsentieren. Bischoff möchte mit der App „die Leute untereinander vernetzen“. Schließlich sei „Kirche ja immer auch Gemeinschaft“.

Wer Kinder hat, die eine Kita in kirchlicher Trägerschaft besuchen, der informiert sich bislang nicht unbedingt auch über anstehende Gottesdienste. Und wer über Aktivitäten am Gemeindehaus Bescheid wissen wollte, musste bislang dort anrufen oder den Rundbrief lesen. „Churchpool“ soll alle Informationen bündeln und sie auf Wunsch per Pushnachricht aufs Mobiltelefon senden.

Erste gute Erfahrungen

Die verschiedenen Bereiche zu überbrücken und eine gemeinsame Plattform zu bieten – damit hat etwa Nele Schomakers gute Erfahrungen gemacht. Die Pastorin der St.-Stephanus-Gemeinde in Delmenhorst berichtete, „Churchpool“ sei für die Konfirmanden-Gruppe „ein echter Gewinn“. Und: „Die Bedienung ist intuitiv.“

Die „Churchpool“-App ist im Dezember 2020 erschienen. Bisher sind dort über 60 Gemeinden registriert. Nils Bischoff und Bela Janauschek sind inzwischen Geschäftsführer einer Firma, für die außer ihnen drei Entwickler und eine Werkstudentin arbeiten. Ihre App befindet sich weiter in Entwicklung. Der Schwerpunkt lag zu Beginn auf dem Smartphone. Eine Web-Version für die Nutzung vom Rechner soll aber ebenso folgen wie eine Chat-Funktion. Auch Gottesdienste im Livestream zu verfolgen, soll künftig über „Churchpool“ möglich sein.

Wo gibt es „Churchpool“?

Die App ist werbefrei, sie ist kostenlos in den Stores von Apple und Google verfügbar. Webseite: churchpool.com

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