Christa Zwanziger entwirft Leserlernbuch für Kinder ab fünf Jahren

Brücken bauen für die Buchstaben

Die pensionierte Grundschullehrerin Christa Zwanziger will Kindern mit dem Leselernbuch den Spaß an den Buchstaben vermitteln.
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Die pensionierte Grundschullehrerin Christa Zwanziger will Kindern mit dem Leselernbuch den Spaß an den Buchstaben vermitteln.

Heiligenrode - Von Sandra Bischoff. Kinder liegen Christa Zwanziger am Herzen. Und sie spielerisch ans Lesen und Schreiben heranzuführen. Deshalb hat die pensionierte Grundschullehrerin ein Sachbuch geschrieben.

„Das Leselernbuch ist keine klassische Fibel, sondern ein zusätzliches Hilfsmittel zum Lesenlernen“, sagt die Heiligenroderin. Die Idee dazu kam ihr vor einigen Jahren, als sie bemerkte, dass ihre Nachhilfeschüler immer häufiger Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung und der Erfassung von Texten hatten.

„Ich habe oft den Eindruck, dass die Kinder denken, sie brauchen nicht mehr schreiben zu können, weil sie einen Computer haben, aus dem die Buchstaben herauskommen“, sagt die 78-Jährige, die fast 30 Jahre in Heiligenrode unterrichtete. Vor kurzem habe sie von einem Mathelehrer gehört, dass er seinen Schülern die Textaufgaben vorlesen müsse, weil sie das nicht könnten. „Kinder beherrschen das Lesen und Schreiben heutzutage nicht mehr so gut wie die Grundschüler früher“, ist sich die Pädagogin sicher.

Das mit robuster Ringbindung daherkommende Buch soll nicht nur zum Buchstaben kennenlernen und Lesen einladen, sondern den Nachwuchs auch animieren, mitzuarbeiten und direkt ins Buch zu schreiben. Um die Anfänger zu unterstützen, verbindet Zwanziger jeden Buchstaben mit einem Merkwort, der Apfel steht für A, der Clown für C. „Wenn die Kinder mit jedem Buchstaben etwas verbinden, können sie sich besser erinnern und die Buchstaben besser einsetzen.“ Die kurzen Sätze sind sowohl in Druckschrift als auch in Schreibschrift, der vereinfachten Ausgangsschrift, abgedruckt.

Aber damit fängt das Problem laut Zwanziger schon an. „Nicht alle Schulen lehren diese Schrift noch, Hamburg verzichtet ganz darauf, in anderen Gebieten wiederum wird eine andere Form der Schreibschrift gelehrt.“ Kinder, besonders Grundschüler, sollten Freude am Lernen entwickeln. „Erwachsene dürfen sie deshalb nicht stoppen und müssen ihnen erlauben, mit unterschiedlichen Methoden Wissen zu erlangen“, sagt Zwanziger.

Auch nach 20 Jahren im Ruhestand sei sie noch immer interessiert am Thema Leseförderung. „Am liebsten würde ich an die Schulen gehen und mich dort einbringen“, sagt sie.

Rund zwei Jahre hat sie an ihrem Sachbuch gearbeitet, das sich an Kinder ab fünf Jahren richtet. Das Werk erscheint im hessischen Klecks-Verlag. „Die Schulbuchverlage wollten es ungern herausbringen, die haben schließlich ihr eigenes Programm.“ Die Illustrationen in dem Werk stammen von der zwölf Jahre alten Mara Busch aus Melchiorshausen.

Noch befindet sich das Leselernbuch im Druck. Voraussichtlich in zwei Wochen soll es im Buchhandel für 18,20 Euro sowie bei der Autorin selbst (E-Mail chzwanziger@web.de) erhältlich sein.

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