Chor Agama probt im MGH

Wie ein „singendes Ballett“

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Der Chor Agama singt ab sofort regelmäßig im MGH und sucht noch männliche Mitstreiter.

Brinkum - Von Angelika Kratz. „Wir sind einmalig“, behaupten Annette Grummt, Monika Andres und Claudia Heilsing-Vöth, die Gründungsmitglieder des Chors Agama. Eine Kostprobe ihrer musikalischen Einzigartigkeit gab das Ensemble am Mittwochabend im Mehrgenerationenhaus (MGH). Sogar der plattdeutsche Stammtisch wechselte schließlich die Räume, um dem Gesang zu lauschen.

Im Jahr 2006 hatte sich der Chor nach einem Workshop mit Komi Amefiohoun in Harpstedt gegründet. Nun möchten die Mitglieder einen weiteren Schritt über die Gemeindegrenzen hinaus Richtung Bremen machen. Deshalb erklingen nun jeden ersten und dritten Mittwochabend in der ehemaligen Backstube des Schaumlöffelhauses mitreißende Melodien unter Leitung des ehemaligen Musikprofessors Komi Amefiohoun aus Togo.

Tradition und Moderne, Europa und Afrika treffen sich mit Tanz und Gesang zum Lob Gottes. „Wir sind kein Gospelchor, vielmehr vergleichbar mit einem singenden Ballett“, versuchten die Gründungsmitglieder ihr Ensemble zu beschreiben.

Der Name Agama bedeute Chamäleon, und wandlungsfähig wie das Tier möchte auch der Chor sein. Der spezielle Rhythmus und die Musik stammen aus vorkolonialer Zeit. Komi Amefiohoun passt sie an die europäische Musik an. Er übernimmt auch die Choreografie, denn Tanz und Trommeln gehören neben dem Gesang untrennbar dazu.

Die Teilnehmer hätten anfangs allesamt keine Ahnung gehabt, worauf sie sich einließen. Mittlerweile tragen die Chormitglieder bei ihren Auftritten nicht nur afrikanische Kleidung, sondern schlüpfen komplett in andere Rollen. „Das hier ist eine ganzheitliche Erfahrung“, schwärmen die Sängerinnen, die gerne auch Sänger begrüßen würden, von ihrer eigenen „Entkrampfung“.

Immer lockerer seien alle geworden, und das mag man bei der Kostprobe ihrer gesanglichen und tänzerischen Leistungen nur gerne glauben.

Auf Deutsch, Englisch, Französisch und „EWE“, eine der Landessprachen in Togo, wird lautstark und voller Lebensfreude gesungen. „Konfessionsfrei“, wie Komi Amefiohoun betont, Gottes Gesicht habe viele Facetten.

Komi Amefiohoun kam 2002 nach Deutschland. In Togo war er anerkannter Musikprofessor, aber sein politisches Engagement zwang ihn schließlich zur Flucht. Seine Ehefrau und seine Tochter kamen einige Jahre später nach Deutschland und mittlerweile besitzen alle drei die deutsche Staatsangehörigkeit.

Wer Lust hat, bei Agama mitzusingen, zu tanzen, zu lachen und den eigenen Alltag mit seinen Sorgen zu vergessen, ist zu den Proben im Brinkumer Mehrgenerationenhaus an der Bremer Straße 9 jeweils am ersten und dritten Mittwoch des Monats um 19.15 Uhr willkommen.

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