Das Chinese Traditional Orchestra begrüßt auf Gut Varrel das Jahr des Affen

„Herz und Seele weit öffnen“

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Das Ensemble präsentiert musikalische Höhepunkte chinesischer Orchesterstücke.

Varrel - Von Angelika Kratz. Zum zwölften Mal in Folge hat sich am Donnerstagabend ein Orchester aus dem Reich der Mitte zum chinesischen Neujahrskonzert auf Gut Varrel eingefunden. Das Chinese Traditional Orchestra begrüßte mit dem Publikum das Jahr des Affen.

Bevor das Ensemble den Instrumenten – zumindest für europäische Ohren – zweieinhalb Stunden lang zum Teil ungewohnte Töne entlockte, ehrte der chinesische Botschafter zwei verdiente Männer. Richard Hanning, ehemaliger Leiter des Shanty-Chors Brinkum, und der ehemalige Stuhrer Kulturbeauftragte Edgar Wöltje hatten die Reihe damals nach Stuhr geholt, als eine Lücke im Tourplan eines hochkarätigen chinesischen Orchesters klaffte. Mittlerweile ist aus der Notlösung ein kultureller Höhepunkt weit über die Gemeindegrenzen hinaus geworden.

Nach dem inoffiziellen Teil füllten die über 50 Musiker des ältesten chinesischen Orchesters unter Leitung ihrer Dirigentin Hong Xia die Bühne in der nahezu ausverkauften Gutsscheune.

Die Moderation übernahm wie gewohnt charmant der aus dem Fernsehen bekannte Journalist Gerhard Schmitt-Thiel. „Für Chinesen hat die Musik eine ganz andere Bedeutung als für uns, sie bedeutet Sprache, Tanz, Freude und Glück“, erläuterte er. Man müsse „nicht mit dem Kopf verstehen, sondern Herz und Seele weit öffnen und somit Freude und Glück empfinden“.

Das Ensemble brachte Frühlingsmusik mit, und wer seiner Fantasie freien Lauf ließ, konnte klare Bäche hören und die Blüten riechen. Imaginäre Schmetterlinge flogen durch die Gutsscheune, und das Leben zeigte sich von der besten Seite. Bambusflöte und Orchester berichteten, wie die Liebe auf die Welt gekommen ist. Diese entstand bei den Viehzüchtern auf dem Land – und mit einem hinreißenden Flötensolo untermalt, mochte man das nur allzu gerne glauben. „Herrlich, unglaublich, einfach schön“, kamen die Kommentare von Anke und Wolfgang Stadtmüller aus der Nähe von Ganderkesee. Nicht nur sie waren begeistert von den ungewöhnlichen, aber so tief in die europäische Seele gehenden Tönen von Instrumenten wie Erhu, Pipa oder Guzheng, der Sheng, der Dizi oder Suona. Fast mühelos leicht, mit einem kleinen Lächeln begleitet, zeigten die Solisten ihr meisterhaftes Können und trommelten sich in die Seele des Publikums.

Von nur einem Höhepunkt des Konzerts zu sprechen, wäre eine Untertreibung, aber sicherlich war das traditionelle chinesische Orchesterstück mit dem Titel „Wie viel weißt du über chinesische Blas- und Saiten-Instrumente?“ eine besondere Attraktion eines wundervollen Programms. Musik braucht keine Worte, dennoch brachte sich ein kleiner Chor aus sechs Sängern zum Abschluss bestens mit ein und setzte noch ein i-Tüpfelchen oben drauf.

Die Forderung nach einer Zugabe blieb nicht aus. Wiener Operettenmelodien und „Die Berliner Luft“ gab es obendrauf. „Wir kommen wieder“, versprachen Anke und Wolfgang Stadtmüller.

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