Camping-Hype durch Corona

Wohnwagen-Händler aus Groß Mackenstedt erklärt, worauf es beim Kauf ankommt

Eine Luftaufnahme zeigt eine große Auswahl an Wohnmobilen und Caravans in Groß Mackenstedt.
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Eine große Auswahl an Wohnmobilen und Caravans gibt es in Groß Mackenstedt.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen zuzulegen, könnte in Groß Mackenstedt fündig werden. Wohnwagen-Händler Andreas Brandl hat eine große Auswahl parat und erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Groß Mackenstedt – Camping? Da denken manche immer noch an Menschen, die in Badelatschen, Tennissocken, Unterhemd und ausgewaschen Shorts über den Platz schlendern, in der linken Hand eine Dose Bier und in der rechten eine Rolle Klopapier. „Dieses Klischee stimmt schon lange nicht mehr“, sagt Andreas Brandl. Er muss es wissen: Der Stuhrer verkauft in Groß Mackenstedt Wohnwagen. Sein Geschäft zählt zu den größten in Nordwestdeutschland.

Rund 200 Caravans stehen auf dem Hof. Mittlerweile hätten alle gesellschaftlichen Schichten das Camping für sich entdeckt. Die Corona-Krise brachte noch einen zusätzlichen Schub, berichtet der Händler.

„Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Wohnmobil und Caravan“

In Zeiten der Pandemie dicht gedrängt am Büfett auf dem Kreuzfahrtschiff oder im Hotel zu stehen, das möchten Touristen gern vermeiden. Und spielen mit dem Gedanken, sich ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen zuzulegen, sagt Brandl. Seit rund drei Jahren bietet er nur noch letztere an. „Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Wohnmobil und Caravan“, verdeutlicht der Fachmann. Für Reisende, die sich für ein Wohnmobil entscheiden, sei der Weg oft das Ziel. Diese Camper wollten viel sehen und reisen von einem Ort nach ein paar Tagen weiter zum nächsten. Ganz anders die Wohnwagenbesitzer: Sie richten sich zwei oder drei Wochen an ihrem Ziel häuslich ein, bauen ein gemütliches Vorzelt und den Grill auf. Mit ihrem Auto fahren die Urlauber zum Supermarkt oder zum Stadtbummel, ohne jedes Mal Sack und Pack verstauen zu müssen. Eben auf diese Kunden spezialisiert sich der Stuhrer Betrieb in jüngster Zeit. In seinem Sortiment führt er sämtliche Modelle der fünf Marktführer.

Berät in Detail-Fragen: Andreas Brandl.

Manche Kunden kämen ganz unbeleckt nach Groß Mackenstedt, um sich in Sachen Wohnwagen beraten zu lassen. Die allermeisten hätten sich aber im Vorfeld durch Fachzeitschriften und im Internet über das Angebot gut informiert, sagt Brandl. „Unsere Beratung ist dann das i-Tüpfelchen.“ Wichtig sei, dass Zug- und Wohnwagen zueinander passen. Ein PS-schwacher Kleinwagen mit einem riesigen Caravan dahinter, „das klappt natürlich nicht“, sagt der Fachhändler. Und rät Interessenten, vor dem Kauf Details zu bedenken. Ein Beispiel: Wer für die Kinder ein Etagenbett einrichten möchte, übersieht leicht, dass der Nachwuchs in zwei oder drei Jahren vielleicht lieber in einem eigenen Zelt schlafen möchte oder gar nicht mehr mit den Eltern auf Reisen geht. Schließlich soll das neue Gefährt ja eine ganze Weile Familienmitglied bleiben und ist eine riesige Investition: Einstiegsmodelle kosten rund 15 000 Euro, für größere Modelle mit guter Ausstattung müssen die Kunden 25 000 oder gar 30 000 Euro auf den Tisch legen. Dafür brauchen die Reisenden auf keinen Komfort zu verzichten: Dusche, Klo, Klimaanlage und Satellitenfernsehen versüßen das Camperleben, ein eigener Herd sowieso. Und: Eine Flugreise in den Süden mit Kind und Kegel koste ja auch schon einige Tausend Euro, rechnet der Händler vor. So gesehen würde sich der Kauf eines Wohnwagens doch nach einigen Jahren amortisieren.

Vielleicht lieber ein gebrauchtes Modell?

Interessenten mit kleinerem Budget oder die noch nicht wissen, ob Caravaning wirklich die richtige Reiseform für sie ist, rät Andreas Brandl zu einem gebrauchten Modell. Die hätten zwar oft schon einige Jahre auf dem Buckel, seien aber meist noch in gutem Zustand und schon für eine vierstellige Summe zu bekommen.

Aufpeppen und individualisieren lassen sich sowohl neue und als auch gebrauchte Wohnwagen. Zubehör vom Gartenstuhl über das Vorzelt bis hin zu einer elektrischen Rangierhilfe bietet der Mackenstedter Fachbetrieb ebenfalls an. Geschulte Mitarbeiter bauen es ein und warten die Wohnwagen in einer eigenen Werkstatt. 25 Mitarbeiter zählt das Unternehmen heute.

Mit dem Caravan-Handel haben Brandls Eltern Mitte der 1980er-Jahre begonnen, zunächst nebenberuflich im Ortsteil Varrel. Anfang der 1990er-Jahre ist Andreas Brandl in den Betrieb eingestiegen und mit ihm an den heutigen Standort in Groß Mackenstedt gezogen. Die Zahl der Mitarbeiter ist im Laufe der Jahre kräftig gewachsen, fünf Fachleute beraten die Kundschaft, die aus ganz Norddeutschland nach Stuhr kommt. Dass das Unternehmen diesem Standort treugeblieben ist, sei selbstverständlich. „Er ist schließlich mein Heimatort. Die Gemeinde hat uns stets gut beraten und unterstützt.“

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