Heike Lüske-Krüger bietet Nana-Kurs im MGH Brinkum an

„Der Busen kann am Po hängen“

Bei Heike Lüske-Krüger stehen die selbst gebauten Nanas im ganzen Haus. Foto: Heinfried Husmann

Stuhr - Von Janna Silinger. Wer Farben liebt, für den sind die Werke von Niki de Saint Phalle eine Offenbarung, findet Heike Lüske-Krüger. Insbesondere die bunten Nanas, abstrakte Frauenkörper mit üppigen Rundungen, strahlen „Lebensfreude, Weiblichkeit und Selbstbewusstsein“ aus. Lüske-Krüger hat 2002 in einem Seminar eine dieser Plastiken erstellt. „Das hat mich total gepackt“, erzählt die Sykerin. Nur zwei Jahre später habe sie ihren ersten Nana-Kurs gegeben.

Nun startet ein solches Angebot im Mehrgenerationenhaus in Brinkum. Dort möchte Lüske-Krüger Interessierten an drei aufeinanderfolgenden Terminen ermöglichen, eigene Figuren aus Draht und Gips zu erstellen und diese zum Schluss zu bemalen. Vorkenntnisse brauche niemand, denn „jeder kann eine Nana machen“, ist Lüske-Krüger überzeugt. Außerdem gebe es im Bereich der Gestaltung keine Vorgaben. „Der Busen kann am Po hängen. Das ist völlig egal. Schönheit ist relativ.“

Zwar seien für den Anfang Badeanzug oder Kleid eine simple Idee für die Bemalung, doch auch dabei könne jeder frei entscheiden. Lüske-Krüger zeigt eine Skulptur, die sie selbst gestaltet hat. In Reizwäsche, mit Weihnachtsmütze. „Das ist schon sehr frech“, sagt die lächelnd.

Sie habe inzwischen überall im Haus Figuren stehen. Die größte misst etwa 180 Zentimeter. Standard sind rund 35 Zentimeter. So groß sollen auch die Werke sein, die im MGH erstellt werden.

Die Arbeit von Niki de Saint Phalle im Allgemeinen fasziniert sie. Die vielen Farben, die Formen – und eben auch die Frauenfiguren, die weltweit zu finden sind – in New York, Paris oder Hannover.

Trotzdem weiß Lüske-Krüger, dass auch Niki de Saint Phalle eine Schattenseite hatte. Die Künstlerin, die 2002 mit 72 Jahren an Krebs gestorben ist, wurde als Kind von ihrem Vater sexuell missbraucht. Das habe sie in ihrer Kunst verarbeitet und häufig Werke erstellt, in der sie mit dem anderen Geschlecht „abrechnet“. Die französisch-schweizerische Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle (Catherine Marie-Agnès Fal de Saint Phalle) kam 1930 in einem Vorort von Paris zu Welt. Ihr Vater war Franzose, ihre Mutter kam aus den USA, wo Niki einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte. Nach ihrer Hochzeit 1955 wurde sie auch in der Schweiz eingebürgert. In Deutschland wurde sie durch die Nanas am Leibnizufer in Hannover berühmt. Zu Beginn waren die Figuren umstritten, inzwischen sind sie ein Wahrzeichen der Stadt. Im Jahr 2000 wurde Niki zur Ehrenbürgerin ernannt, woraufhin sie dem Sprengel Museum viele ihrer Werke schenkte, die dort besichtigt werden können. Weiterhin gestaltete sie die „Grotte“ in den Herrenhäuser Gärten.

Nikis Geschichte sei auch im Kurs immer mal wieder Thema. Eingeladen sind alle – Männer, Frauen, Erwachsene, junge Menschen. Der Kurs startet im MGH an der Bremer Straße 9, am Freitag, 18. Oktober, 17.30 bis 20.30 Uhr, geht weiter am Samstag, 19. Oktober, 14 bis 18 Uhr, und endet mit dem Bemalen der Figuren am Sonntag, 20. Oktober, 10 bis 17 Uhr. Interessierte werden gebeten, sich unter 0173/7223551 anzumelden. Die Gebühr beträgt 80 Euro inklusive Materialkosten.

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