Bundestagskandidaten im Porträt

Alexander Carapinha Hesse stellt Sicherheit in den Fokus

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Locker und zielstrebig: Alexander Carapinha Hesse will möglichst viele Stimmen für die Liberalen gewinnen – und führt einen engagierten Bundestagswahlkampf.

Stuhr - Von Anke Seidel. „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen“ lautet ein Spruch von Konfuzius. „Mein Vater hat ihn mir ins Poesie-Album geschrieben“, sagt Alexander Carapinha Hesse.

Seitdem begleitet dieser philosophische Satz den FDP-Bundestagskandidaten. Der 33-Jährige hat den Listenplatz 26 und weiß, dass seine Chancen auf einen Einzug in den Bundestag sehr begrenzt sind. Trotzdem kämpft er engagiert und voller Optimismus für seine Partei.

„Die FDP ist keine Unternehmer-Lobbyisten-Partei!“, stellt der liberale Kandidat sofort klar. „Wir wollen keine unkontrollierte freie Marktwirtschaft.“ Die Liberalen hätten einen „kompletten System-Neustart“ vollzogen – und Rückhalt in der Bevölkerung: „Aus Gesprächen mit Bürgern weiß ich, dass die FDP im bundesparlamentarischen Spektrum vermisst wird.“

Wie würde er sich selbst beschreiben? „Ich bin ein zielorientierter Mensch“, sagt Alexander Caraphina Hesse. Den klangvollen Namen in der Mitte – sein erster Nachname – hat er von seiner portugiesischen Mutter. Geboren ist Alexander in Bremen, aufgewachsen in Stuhr-Varrel – und dort fest verwurzelt im Vereinsleben. Seit 2016 ist er Ratsmitglied in der Gemeinde Stuhr, arbeitet im Ausschuss für Jugend, Freizeit und Kultur sowie im Schulausschuss mit.

Politischer Exkurs zu den Piraten

Er verschweigt nicht, dass er eineinhalb Jahre Mitglied der Piraten-Partei war: „Das war ein politischer Exkurs.“ Die aufstrebende junge Partei habe sich damals um Internet- und Netzsicherheit gekümmert: „Das war mein Thema.“

Heute sagt der 33-Jährige: „Sicherheit darf nicht zum ungezähmten Reglementierer der Freiheit werden.“ Entscheidend sei eine rechtsstaatliche Balance, deren Grenzen der FDP-Bundestagskandidat so beschreibt: „Freiheit braucht – Sicherheit darf!“ Der Schutz der Privatsphäre sei elementar.

Es war der ehemalige Bundestagsabgeordnete Jürgen Timm, der Carapinha Hesse für die Liberalen gewonnen hat. „Ihn kenne ich schon, seit ich zwölf Jahre alt war“, sagt der 33-Jährige. Timm habe er auch immer wieder im Wahlkampf geholfen, blickt er zurück – und bezeichnet den heute 80-Jährigen als „Freund und Mentor“.

Nach dem Wehrdienst folgte das Studium

Stein für Stein – wie von Konfuzius beschrieben – hat der 33-Jährige seinen Lebensweg gebaut. Erst machte er den Realschulabschluss, dann das Abitur. „Ich wollte Bundeswehr-Offizier werden, aber das hat nicht geklappt.“ 

Deshalb begann er nach seinem zweijährigen Wehrdienst im Fliegerhorst Diepholz ein Studium der Politik- sowie Rechtswissenschaften und belegte genauso einen Studiengang im Bereich Staats- und Verwaltungswissenschaften (Komplexes Entscheiden). Mit seinem Master-Abschluss ist er nun in einer Bremer Berufsgenossenschaft als Sachbearbeiter für die Feststellung von Berufskrankheiten zuständig und steuert das Heilverfahren.

Zusätzlich zu dieser Aufgabe schultert er zurzeit im Schnitt zehn Stunden wöchentlich für den Wahlkampf. Dazu komme noch die Internet-Arbeit, sagt der 33-Jährige: „Da gibt es immer viele Fragen.“

Dass er bei der Podiumsdiskussion der Gewerkschaften Verdi und IG Metall nicht erwünscht war, führte im Netz zu einer heftigen Diskussion: „Es hagelte Kommentare.“

Grundsätzlich intensiv vorbereitet

Auf Podiumsdiskussionen bereitet er sich grundsätzlich intensiv vor: „Es ist wie fürs Abiturlernen – man lernt und lernt und lernt. Und dann kommt Mathe  ...“ Als Kandidat sei man Zehnkämpfer, der über alle Themen Bescheid wissen müsse. Alexander Carapinha Hesse findet es schade, wenn Diskutanten das mit einer vorgefertigten Meinung quittieren: „Man findet doch nie eine Partei, mit der man zu hundert Prozent übereinstimmt.“

Er will mit seinem Thema „weltbeste politische Bildung für jeden“ überzeugen und steht für ein modernes Einwanderungskonzept – ähnlich, wie es das kanadische Modell vorsehe: „Wir können uns da inspirieren lassen.“

Und was macht Alexander Carapinha Hesse, wenn er nicht Politik macht? „Gartenarbeit mache ich grundsätzlich gern. Wenn Zeit dafür ist und wenn man ein Ergebnis sieht.“ Jetzt ist er gespannt auf das Ergebnis am 24. September.

Die Serie:

In unserer Serie „Kandidaten im Porträt“ stellen wir die sechs politischen Bewerber um ein Bundestagsmandat im Wahlkreis Diepholz/Nienburg I vor – in der Reihenfolge der Parteistimmen-Ergebnisse bei den Bundestagswahlen 2013, weil fünf von sechs Kandidaten neu sind. Im ersten Teil stellt sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig vor. Die CDU hatte 2013 in diesem Wahlkreis 37,51 Prozent der Parteistimmen geholt – das war damals der Spitzenplatz.

1. Axel Knoerig will im Wahlkampf „in die Tiefe gehen“

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3. Alexander Carapinha Hesse stellt Sicherheit in den Fokus

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