„Alles auf den Prüfstand stellen“

Bürgerstiftung Stuhr: Neuer Vorstand,
neue Krippen-Leitung

Der Vorstand der Bürgerstiftung erhält Verstärkung durch Hermann Hattermann (r.). Dem Gremium gehörten bis dato Thomas Schaumlöffel (l.), Angelika Hohenecker, Ulrike Dunkhase-Niemeyer und Hanno Niemeijer an. In der Mitte die neue Leiterin der Krippe Löffelchen, Birte Lehnert.
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Der Vorstand der Bürgerstiftung erhält Verstärkung durch Hermann Hattermann (r.). Dem Gremium gehörten bis dato Thomas Schaumlöffel (l.), Angelika Hohenecker, Ulrike Dunkhase-Niemeyer und Hanno Niemeijer an. In der Mitte die neue Leiterin der Krippe Löffelchen, Birte Lehnert.

Mit Unterstützung durch das neue Vorstandsmitglied Hermann Hattermann geht die Bürgerstiftung Stuhr ihre künftigen Aufgaben an. Das Gremium möchte unter anderem die Krippe Löffelchen attraktiver machen, für Eltern und Mitarbeiter. Neue Leiterin der Krippe ist Birte Lehnert.

Stuhr – Auf der Suche nach einer personellen Unterstützung für ihren bis dato Vorstand ist die Bürgerstiftung Stuhr fündig geworden: Hermann Hattermann verstärkt jetzt das Gremium, das nach eigener Auskunft immer mehr Aufgaben bewältigen muss. Vor allem die Kinderkrippe Löffelchen im Mehrgenerationenhaus (MGH), dessen Träger die Bürgerstiftung ist, benötigt mehr Zuwendung. Auch sie wartet mit einer Personalie auf: Birte Lehnert hat zum 14. Juli die Gründungsleiterin Sandra Tsopanelis abgelöst.

„Die Arbeit ist während der Pandemie nicht weniger geworden, sondern hat sich verschoben“, sagt Thomas Schaumlöffel, geschäftsführender Vorstand der Bürgerstiftung. „Wir haben festgestellt, dass es seitens des Vorstands mehr Betreuungsbedarf gibt. Nicht nur, aber auch wegen der Krippe.“ Deren pädagogisches Konzept möchte die Bürgerstiftung anpassen, um – wie Hattermann es formuliert – „am Krippenmarkt“ konkurrenzfähig zu sein. Jede Einrichtung suche Personal.

„Impulse von innen und außen umsetzen“

„Wir wollen die Krippe auf ein neues Niveau heben“, sagt Schaumlöffel. Hattermann spricht von einer „Verbesserung des Dienstes, den wir an den Kindern bereitstellen; von einem „ansprechenderen und moderneren Konzept für Eltern und Kinder“. Dazu wolle die Stiftung enger mit den Kitas zusammenarbeiten, sich besser mit ihnen austauschen. An deren Konzepte müsse sich das Löffelchen annähern. Bei der Anschaffung von Mobilar und Spielzeug könnten die Erfahrungen der anderen Kitas ebenfalls wertvoll sein. „Wir wollen nicht im eigenen Saft braten, sondern Impulse von innen und außen umsetzen“, sagt Hattermann.

Es gehe auch darum, organisatorische Dinge abzustimmen, etwa die Öffnungszeiten in den Ferien. Die Pädagoginnen hätten selbst Kinder in kommunalen Einrichtungen. „Wir müssen uns soweit entwickeln, dass uns die Mitarbeiter nicht weglaufen“, fordert Hattermann und setzt auf die Weiterbildung von Erzieherinnen. „Die hatten wir vernachlässigt, während Corona sowieso.“

Klar, dass es auch um Geld geht. „Sozialpädagoginnen haben eine Vorstellung von Gehältern, die tun einer Bürgerstiftung weh“, stellt Schaumlöffel fest. Tsopanelis habe aber in einer anderen Einrichtung auch gute Entwicklungschancen gesehen, „die wir als kleine Kita nicht bieten können“. Für Hattermann ist es „traurig, wenn einer weggeht und man hört, dass er 1000 Euro mehr verdient. Für mich war das der letzte Impuls, die Krippe moderner, attraktiver zu machen.“ Schaumlöffel möchte die Gehälter an den Tarif anpassen. „Das ist nicht ganz möglich, aber wir wollen dahinkommen.“

„Hier geht es darum, Entscheidungen zu treffen“

Mit Birte Lehnert glauben die beiden, einen adäquaten Ersatz für Tsopanelis gefunden zu haben. Sie hatte zuletzt für die Bremische Evangelische Kirche gearbeitet und ist bereits seit Anfang Dezember im Löffelchen tätig. Lehnert ist 42 Jahre alt und nach eigener Auskunft seit rund zwei Jahrzehnten Erzieherin. Ihre Kolleginnen heißen Marina Leistikow und Julia Decker, eine vierte Mitarbeiterin wird noch gesucht.

Gemeinsam mit Hattermann will der Vorstand nun auch den Internetauftritt und alte Mitarbeiterverträge überarbeiten. „Alles auf den Prüfstand stellen, einen anderen Blick drauf haben“, nennt Schaumlöffel das.

Hattermann ist kein unbekanntes Gesicht im MGH. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der dort angesiedelten Initiative „Fit in der Ausbildung“, die Jugendliche vom Abbruch ihrer Lehre bewahren will. Bei 25 Prozent der Lehrlinge an der Berufsschule Syke sei das damals der Fall gewesen, erinnert er sich. Heute bringe die Initiative mehr als die Hälfte der Azubis durch die Prüfung.

Der gelernte Ingenieur und Informatiker ist 72 Jahre alt und hat in Technikbetrieben der Verteidigungselektronik, etwa Atlas und Rheinmetall, gearbeitet. Aufgrund seiner Erfahrung ist er noch heute als Unternehmensentwickler und -berater tätig. Die Arbeit im MGH habe ebenfalls viel mit Management und Verwaltung zu tun, sagt Hattermann. „Hier geht es darum, Entscheidungen zu treffen.“ Das war seine Welt. Bis zum letzten Tag seiner Karriere und darüber hinaus.

Von Andreas Hapke

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