Podiumsdiskussion im Gasthaus Nobel

Bürgermeisterkandidaten im Austausch - in einer Sache sind sie sich uneins

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Das Podium als Wohnzimmer: (v.l.) Moderator Björn Sassenroth mit den Isu-Gastgebern Henning Sittauer (2.v.l.) und Volker Twachtmann (2.v.r.,) sowie den Kandidaten (sitzend v.r.) Frank Holle, André Uzulis und Stephan Korte.

Großes Interesse bei Podiumsdiskussion: Am Montag trafen die drei Bürgermeisterkandidaten mit ihren Standpunkten im Gasthaus Nobel aufeinander. In einem Punkt machten sich die unterschiedlichen Meinungen besonders bemerkbar. 

Moordeich - Neuer Ort, neue Podiumsdiskussion: Auf Einladung der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu) trafen die Bürgermeisterkandidaten Frank Holle, Stephan Korte und André Uzulis am Montag im Gasthaus Nobel in Moordeich aufeinander. Knapp 180 Besucher interessierten sich für die Standpunkte der drei Anwärter. Am deutlichsten traten die Unterschiede in der Abschlussrunde zutage, als es um die Visionen für die erste Amtsperiode ging.

Bewerber sprechen über ihre Ziele

Was wollen die Bewerber in dieser Zeit umsetzen?, lautete die Frage von Moderator Björn Sassenroth. Da standen für den von der FDP nominierten Uzulis die frühkindliche Bildung („das Top-Thema schlechthin“), die Wirtschaftsförderung und die Digitalisierung ganz oben auf der Prioritätenliste. Außerdem wolle er ein „Stuhrer Bewusstsein“ über die Ortsteile hinaus schaffen.

Korte, von der SPD und den Grünen ins Rennen geschickt, möchte die Brinkumer Ortskernentwicklung voranbringen, die südlichen Ortsteile besser an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) anbinden sowie die im Flächennutzungsplan (F-Plan) ausgewiesenen Potenziale für Gewerbeflächen ausschöpfen. Für die Kindertagesstätten sollen genügend Fachkräfte und Betreuungsplätze her. Um Treffpunkte in allen Ortsteilen wolle er sich ebenfalls kümmern.

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CDU-Mann Holle nannte zunächst nur das, was er als Bürgermeister tatsächlich umsetzen könne: Bürgersprechstunden und -versammlungen in allen Ortsteilen, ein Marketing für das Anwerben von Erzieherinnen, eine Sportlerehrung und ein Jugendparlament, das mit finanziellen Mitteln auszustatten sei. Außerdem prophezeite er, dass es mit ihm als Verwaltungschef eine Entscheidung zum Ortskern Brinkum geben und die ärztliche Versorgung in Alt-Stuhr wieder funktionieren werde.

Kommunale Dauerbrenner im Mittelpunkt

Zuvor hatten die Kandidaten ihren unbedingten Willen kundgetan, Bürgermeister Stuhrs zu werden. Danach ging es um ihre Meinung zu diversen kommunalen Dauerbrennern, etwa zum Thema Gewerbegebiete. Korte erinnerte daran, dass der F-Plan der Gemeinde noch genügend Raum für Gewerbe hergebe. In Brinkum etwa scheitere dies an dem noch nicht feststehenden Verlauf der Bundesstraße  6 neu. „Ich traue mir zu, das mit Bremen zu regeln“, sagte er. Zudem konzentrierte er sich auf bereits ausgewiesene Flächen, auf die „Verfügungsmasse“. Er regte die Vermietung auf Erbpacht inklusive Einbau einer Kündigungsklausel an.

Holle hat aus seinen Firmenbesuchen mitgenommen, dass die Unternehmer lieber kaufen wollen. Er kündigte an, sich Zeit für Gespräche mit Landwirten zu nehmen. Er wolle die Beweggründe derjenigen Eigentümer kennenlernen, die ihre Grundstücke nicht verkaufen. Das sei für ihn „Chefsache“. Uzulis sprach sich gegen das Zubetonieren „bis in alle Ewigkeiten“ aus. „Wir haben hier eine intakte Umwelt.“ Er setze auf „Abrundung“ und darauf, wegziehendes durch qualitativ hochwertiges Gewerbe zu ersetzen. Seine Idee: ein „Gründerzentrum für Start-ups aus der Logistikbranche“.

Steuererhöhungen zur Finanzierung von Projekten schlossen alle drei Kandidaten aus. „Inzwischen tilgen wir in Bremen Schulden, daran habe ich mitgewirkt. Ich traue mir zu, Mittel freizuschaufeln“, sagte Korte. Für Uzulis liegt die Priorität bei den Ausgaben auf den Kitas, „nur darüber kann Integration gelingen“. Holle mahnte eine Reformierung des Ausbildungssystems für Erzieher an, um mehr junge Menschen für den Beruf zu gewinnen. Zudem könnte die Gemeinde Tagesmütter subventionieren. Seine Konkurrenten brachten Betriebskitas als zusätzliche Einrichtungen in privater Initiative ins Spiel. „Das muss nicht ein Unternehmen alleine stemmen“, sagte Korte. Uzulis sieht in der Betriebs-Kita eine Motivation, „in das Unternehmen einzutreten“ – und somit ein Instrument, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Straßenbahnlinie 8: Alle drei stimmen für Verlängerung

Die geplante Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 von Huchting über Stuhr nach Weyhe bewerteten alle Kandidaten positiv. „Damit hätte die Gemeinde einen Standortvorteil“, sagte Holle. Korte sprach von dem „ökologischsten und angenehmsten Verkehrsmittel“. „Straßenbahn-Freund“ Uzulis will „in Gesprächen eine verträgliche Lösung“ für Befürworter und Gegner der Linie 8 finden.

Übereinstimmung auch beim Thema Sicherheit: „Das hat bei meinen 700 bis 800 Hausbesuchen eine ganz große Rolle gespielt“, setzte sich Korte für eine nächtliche Beleuchtung ein. „Wir können nicht das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger auf dem Altar der Sparsamkeit opfern“, fügte Uzulis hinzu. Nicht zum ersten Mal bemerkte Moderator Sassenroth, dass alle Bewerber Mitglieder einer Partei sein könnten. „Wenn mich immer alle bestätigen“, so Korte, „finde ich das okay“.

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