Bürgermeister und Wirtschaftsförderer zu Gast beim Dämmerschoppen der ISU

Thomsen: Linie 8 rollt in drei Jahren durch Stuhr

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Besuch aus dem Rathaus beim Dämmerschoppen (v.l.): Volker Twachtmann (ISU), Bürgermeister Niels Thomsen, Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier und Henning Sittauer (ISU).

Moordeich - Von Rainer Jysch. „Ich meine, dass die Straßenbahn 2019 fahren wird“, erklärte Bürgermeister Niels Thomsen am Montagabend beim Dämmerschoppen der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (ISU) im Gasthaus Nobel. Der zweite Vorsitzende Volker Twachtmann hatte die Moderation der Veranstaltung übernommen, die wie immer zum Jahresbeginn unter der Überschrift „Austausch mit der Gemeinde“ stand. „Das scheint ja ein schönes Thema zu sein, das alle interessiert“, meinte Twachtmann angesichts der vielen Besucher.

Im vergangenen Jahr sei bei dem Thema Verlängerung der Linie 8 über Stuhr nach Weyhe auf Bremer Seite eine „ziemliche Dynamik“ eingetreten. Ein Planfeststellungsbeschluss für den Bremer Teil solle noch vor den Sommerferien verabschiedet werden. „Das ist ein ganz wichtiger Meilenstein“, sagte Thomsen.

Durch die Flüchtlingssituation habe die Gemeinde 2015 „immense Herausforderungen“ gehabt, sagte Thomsen. „40 Prozent meiner Arbeit hat sich weitestgehend um das Thema Flüchtlinge gedreht. Unsere originäre Zuständigkeit besteht darin, den Menschen, die zu uns kommen, eine Wohnung zu geben“. Das sei bisher gelungen. Um diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, dazu gehöre aber noch viel mehr. An die anwesenden Vertreter der Betriebe richtete Thomsen den Appell, ganz unkompliziert Praktikumsplätze für Flüchtlinge, als ersten Schritt zur Integration ins Arbeitsleben, zur Verfügung zu stellen. Am 23. Februar bietet das Rathaus ein Seminar zum Thema „Arbeitsmarkt und Flüchtlinge“ an, in dem Referenten praxisorientierte Hinweise für Unternehmen geben werden, wie Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier anmerkte.

Eine Steuererhöhung aufgrund der Aufnahme von Flüchtlingen in der Gemeinde wird es nach Auskunft des Bürgermeisters nicht geben. „Die pauschalen Kosten der Unterbringung bekommen wir zeitversetzt erstattet“, sagte er. Seit 2004 seien im Übrigen die Steuern in der Gemeinde nicht erhöht worden. Für 561 Beschäftigte bringe die Gemeinde jährlich Personalkosten von 21 Millionen Euro auf.

Wichtig sei für eine Kommune, wie viele sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. „In Stuhr sind das 13000. Das ist eine ganz imposante Größenordnung, die auch widerspiegelt, wie erfolgreich Unternehmen hier arbeiten“, meinte Thomsen.

Ein großer Teil der Betriebe zähle zu den kleinen und mittleren Unternehmen und habe zudem eine große Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen. Stolz mache ihn, dass Stuhr ein solch interessanter Wirtschaftsstandort sei, dass sich Betriebe für eine Ansiedlung in der Gemeinde entscheiden. Der von der Kommune gesetzte Schwerpunkt auf Bildung und Betreuung in Schulen, Krippen und Kindertagesstätten sei daran nicht ganz unschuldig, so der Bürgermeister. „Im Haushalt werden für Bildung und Betreuung mittlerweile fast zehn Millionen Euro aufgebracht“, berichtete Thomsen.

Durch Elternbeiträge und Zuschüsse werde davon etwa ein Viertel abgedeckt. „Aber auch für eine Gemeinde mit rund 33000 Einwohnern und einem Haushaltsvolumen von etwa 60 Millionen Euro ist der restliche Betrag durchaus nennenswert.“

Alle Steuerzahler in der Kommune würden somit drei Viertel des guten Bildungs- und Betreuungsangebots tragen. Eine weitere Kindertagesstätte soll laut Thomsen im Bereich der Ortsteile Seckenhausen, Heiligenrode und Neukrug entstehen.

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