Bürgermeister Niels Thomsen lobt die Weitsicht der Akteure beim Erhalt des Guts

Landrat Bockhop: „Scheunehat Stadthallenqualität“

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Begeisterung spricht aus den Worten von Landrat Cord Bockhop – ganz so, als müsse er sich heute noch für den Erhalt von Gut Varrel einsetzen.

Varrel - Erinnerungen an Holschenbälle, Brauchtumsfeste, Konzerte und Theateraufführungen wurden am Samstagabend in der Varreler Gutsscheune wach. Dorthin hatte der Förderverein Gut Varrel aus zweierlei Gründen eingeladen: Er feierte das 35. Jahr seines Bestehens sowie 30 Jahre Gutsscheune als Veranstaltungsort.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Frank Schröder, begrüßte ein großes Publikum, darunter auch zwei Gäste, die den Verein mitgegründet hatten. An einer Schautafel konnten sich die Besucher darüber informieren, wie aus dem 1978 gegründeten und von Gottfried Böttger geleiteten „Arbeitskreis Gut Varrel“ im Jahr 1980 der Förderverein entstand. Die Gründungsversammlung ging in der Pausenhalle der Grundschule Varrel über die Bühne, die erste Beiratssitzung unter Leitung von Heinz Düßmann im Restaurant Nobel.

Schröder erinnerte daran, mit welchem Elan aus dem verfallenden Mühlenensemble das „traumhafte Gut Varrel“ entstand. „Die von Gottfried Böttger erstellte Chronik liest sich wie ein Krimi“, behauptete Schröder, der den Förderverein seit 2012 führt.

Bürgermeister Niels Thomsen stellte zwar fest, dass 35 und 30 Jahre keine Jubiläen seien. Das Besondere sei aber, „dass es einen Grund zum Feiern gibt“, sagte er. Zuvor hatte der Verwaltungschef daran erinnert, dass es vor 35 Jahren durchaus nicht selbstverständlich gewesen sei, ältere Gebäude, die darüber hinaus noch halb verfallen waren, zu restaurieren.

Er lobte die Weitsicht der damaligen Ratsmitglieder. Sie hätten den Mut gehabt, eine derartige Bausubstanz in Varrel und Heiligenrode zu erhalten. Und er lobte die Bürger, die diese Entscheidung nicht nur mitgetragen, sondern durch viel Engagement unterstützt hätten. „Aus einer verfallenden Bausubstanz ist etwas Einmaliges entstanden, das uns alle mit Stolz erfüllt“, sagte Thomsen. Das Gut Varrel strahle mit seinen Aktivitäten, Plänen und Ideen weit über Stuhr hinaus. Diese Bewegung gehe weiter. „Ich mache mir keine Sorgen um die Zukunft des Fördervereins“, sagte der Bürgermeister.

Landrat Cord Bochop fühlt sich als Bürger der Gemeinde Stuhr mit dem Gut Varrel verbunden. Es habe ihm als Bürgermeister immer Spaß gemacht, an dem Projekt mitzuwirken. „Jeder hat hier schon Fantastisches erlebt“, sagte Bockhop, der die „Stadthallenqualität“ der Gutsscheune hervorhob. Sein unvergesslichstes Erlebnis sei ein Auftritt der Stuhrer Tanzmäuse gewesen, die zu dem Song „Da hat das rote Pferd...“ getanzt hätten. Voller Begeisterung stimmte der Landrat dieses Lied an, und die Musikfreunde der Gemeinschaft Stuhr nahmen den Ball zur Freude der Gäste sofort auf. Schon vor Beginn der Feier hatte das von Ewald Jürgen geleitete Ensemble die Besucher unterhalten. Die Musikanten gestalteten auch den weiteren Verlauf des Abends.

Die Grüße der Kirchengemeinde Varrel und der Pastorin Eike Fröhlich verlas Bernhard Brandt als stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender. Dabei erinnerte er an den ehemaligen Vorsitzenden des Fördervereins, Heinz Düßmann, der mit sehr viel Herz, Tatkraft und Energie Antreiber und Ideengeber gewesen sei. Diesen Hinweis nahm das Publikum mit besonders großem Applaus auf. Die Gutsscheune Varrel sei das sichtbare Ergebnis, wenn sich Menschen mit ihren vielen unterschiedlichen Gaben für ein Ziel engagierten. Mit dem Gut sei ein Ort der Ruhe und Entspannung geschaffen worden.

Durch den anschließenden Teil des Abends führt Alexander Hesse.

bt

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